Hamburg. Der Überblick: Zahl der Neuinfektionen in Hamburg auf hohem Niveau. Ohne Maske auf den Weihnachtsmarkt in Lübeck.

Die Corona-Zahlen im Norden gehen immer weiter nach oben und ein Ende des negativen Trends ist nicht in Sicht. Dennoch will die Stadt Hamburg die Kontaktverfolgung zurückfahren. Infizierte sollen dann auch selbst Kontaktpersonen informieren.

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Die Corona-Einschränkungen rufen offenbar auch Kriminelle auf den Plan. Laut dem LKA in Niedersachsen steigt die Zahl der gefälschten Impfpässe dramatisch an. Alle Infos lesen Sie in unseren Corona-News für Hamburg und den Norden.

Corona-News für Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen am 3. November:

Die aktuellen Corona-Fallzahlen aus ganz Norddeutschland:

  • Hamburg: 2311 neue Corona-Fälle (gesamt seit Pandemie-Beginn: 430.228), 465 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (davon auf Intensivstationen: 44), 2373 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1435,3 (Stand: Sonntag).
  • Schleswig-Holstein: 1362 Corona-Fälle (477.682), 623 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 39). 2263 Todesfälle (+5). Sieben-Tage-Wert: 1453,0; Hospitalisierungsinzidenz: 7,32 (Stand: Sonntag).
  • Niedersachsen: 12.208 neue Corona-Fälle (1.594.135), 168 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen, 7952 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1977,6; Hospitalisierungsinzidenz: 16,3 (Stand: Sonntag).
  • Mecklenburg-Vorpommern: 700 neue Corona-Fälle (381.843), 768 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 76), 1957 Todesfälle (+2), Sieben-Tage-Wert: 2366,5; Hospitalisierungsinzidenz: 11,9 (Stand: Sonntag).
  • Bremen: 1107 neue Corona-Fälle (145.481), 172 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 14), 704 Todesfälle (+0). Sieben-Tage-Wert Stadt Bremen: 1422,6; Bremerhaven: 2146,1; Hospitalisierungsinzidenz (wegen Corona) Bremen: 3,88; Bremerhaven: 7,04 (Stand: Sonntag; Bremen gibt die Inzidenzen getrennt nach beiden Städten an).

Schleswig-Holstein: Inzidenz in drei Regionen über 100

Nach 346 neuen Corona-Fällen in Schleswig-Holstein ist die Inzidenz in drei Regionen auf mehr als 100 gelegen: Im Kreis Herzogtum-Lauenburg lag die Zahl neuer Ansteckungen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche bei 113,4, in Nordfriesland bei 104,7 und in Flensburg bei 100,1. Landesweit liegt der Wert im Durchschnitt bei 71,2 und damit minimal unter dem Wert des Vortages (71,3). Am niedrigsten ist die Inzidenz weiterhin im Kreis Steinburg (38,3).

Die Zahl der Corona-Toten stieg um zwei auf 1737 Personen. In den Krankenhäusern werden nun 79 Covid-19-Patienten behandelt – drei mehr als am Vortag. Davon werden 23 auf Intensivstationen behandelt (+3). Die Hospitalisierungsinzidenz – also die Zahl der Corona-Kranken, die je 100.000 Menschen binnen sieben Tagen in Kliniken aufgenommen wurden – beträgt unverändert 2,23. Vergangenen Mittwoch hatte sie 1,34 betragen.

Zwölfjähriges Kind stirbt nach Corona-Impfung

Ein zwölfjähriges Kind aus dem Landkreis Cuxhaven ist kurz nach einer Corona-Impfung gestorben. Zwar liege noch kein abschließender Obduktionsbericht vor, doch lege bereits das vorläufige Obduktionsprotokoll nahe, dass der Tod des Kindes infolge der Impfung eingetreten sei, teilte der Landkreis am Mittwoch mit.

Mit Blick auf die Vorerkrankungen des Kindes könne allerdings laut dem Rechtmedizinischen Institut des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf vor Auswertung der feingeweblichen Untersuchungen eine mögliche andere Ursache noch nicht vollständig ausgeschlossen werden, hieß es.

„Wir sehen uns hier mit einem besonders tragischen Fall konfrontiert“, sagte der Leiter des Gesundheitsamtes, Kai Dehne. „Rein statistisch treten gravierende Impfnebenwirkungen mit Todesfolge extrem selten auf, aber die betroffene Familie trifft das mit aller Unbarmherzigkeit zu einhundert Prozent.“ Er sprach den Angehörigen sein tiefes Mitgefühl aus.

Die Linke: Corona-Soforthilfe wird zur Kostenfalle für Solo-Selbstständige

Die Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft fordert die Verzinsung von Corona-Soforthilfen zu stoppen und hat das Thema „Rückzahlung mit der Brechstange: Wird die Corona-Soforthilfe zur Kostenfalle für Soloselbstständige?" in der heutigen Bürgerschaftssitzung zur Aktuellen Stunde angemeldet.

Laut der Fraktion seien in Hamburg 560 Millionen Euro an Corona-Soforthilfen ausgezahlt worden. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sowie Solo-Selbstständige wurde damit geholfen.

Doch Soforthilfe-Bezieher müssten nun die Hilfen ganz oder teilweise zurückzahlen, sofern der tatsächliche Liquiditätsengpass geringer ausfiel als ursprünglich geschätzt. Und mittlerweile gebe es immer mehr Berichte von Betroffenen, die auf ihre Rückzahlungen auch noch bis zu fünf Prozent Zinsen zahlen sollen. Die Linksfraktion kritisiert dieses Vorgehen.

Olga Fritzsche, wirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Was für ein Schwachsinn: Erst wird Solo-Selbstständigen und KMUs vollmundig Hilfe angeboten. Und wenn die dann die Hilfe annehmen, sagt man hinterher 'April, April!' Und es werden noch fünf Prozent Zinsen draufgeschlagen. Und das selbst bei freiwilliger Rückzahlung der vollen Summe. Da wär’s ja sogar günstiger gewesen, einen Kredit aufzunehmen."

Ohne Maske auf den Weihnachtsmarkt in Lübeck

Die Lübecker Weihnachtsmärkte auf dem Markt am Rathaus, dem Koberg, in der Fußgängerzone und auf dem Schrangen sollen in diesem Jahr ohne 3G-Regelung stattfinden. Eine Maske müsse unter freiem Himmel nicht getragen werden, teilte die Lübeck und Travemünde Marketing GmbH (LTM) am Mittwoch mit.

Beim Besuch der Kunsthandwerkermärkte im Heiligen-Geist-Hospital, in St. Petri, im Hoghehus und im Schuppen 6, die in geschlossenen Räumen stattfinden, gelte jedoch die 3G-Regelung, sagte eine Sprecherin. Zudem sei hier in diesem Jahr die Zahl der Gäste begrenzt. Zuvor hatten die „Lübecker Nachrichten“ darüber berichtet.

Das Hygienekonzept wird nach Angaben der LTM laufend an die jeweils geltende Verordnung des Landes angepasst. Wenn es nötig werden sollte, könnte der Weihnachtsmarkt auch wieder geschlossen werden, sagte die Sprecherin. Der Weihnachtsmarkt soll den Angaben zufolge am 22. November eröffnet werden. 2020 waren die Lübecker Weihnachtsmärkte wegen der Corona-Pandemie komplett ausgefallen.

Narren in Niedersachsen freuen sich wieder auf Karneval

Nachdem die Karnevalsveranstaltungen wegen der Corona-Pandemie im Vorjahr abgesagt werden mussten, bereiten sich die niedersächsischen Karnevalisten auf die bald beginnende Saison vor. So stellten sich das neue Osnabrücker Stadtprinzenpaar Klaus I. (Kunde) und Lena I. (Danielsen) am Mittwoch im Rathaus der Stadt vor. Ob der Traditionsumzug Ossensamstag am 26. Februar 2022 stattfinden kann, steht allerdings noch nicht fest, sagte eine Sprecherin des Organisationskomitees.

Am 11.11. um 11.11 Uhr starten die Närrinnen und Narren in Niedersachsen in die nächste Karnevalssaison. Neben Osnabrück gehören Braunschweig und Damme zu den bekanntesten Karnevalshochburgen im Land.

Nach aktueller Planung dürfen Besucher nach dem 3G-Standard, also mit dem Nachweis einer Impfung, einer Genesung oder einer negativen Testung, zum Karnevalsumzug kommen. Aktive Teilnehmer sollen hingegen die 2G-Regelung einhalten: Über 18-Jährige müssen geimpft oder genesen sein, heißt es von der Organisatoren.

2G: Keine Maskenpflicht auf dem Hamburger Winterdom

Mit einem Erlebnis wie vor der Corona-Pandemie will der Hamburger Winterdom ab Freitag Vergnügungshungrige auf das Heiligengeistfeld locken. Es gelte bei dem Volksfest das 2G-Modell, sagte Sören Lemke, Leiter des Dom-Referats der Behörde für Wirtschaft und Innovation, am Mittwoch. Das bedeutet, dass das Volksfest nur von Geimpften und Corona-Genesenen besucht werden kann. Ausgenommen seien Kinder und Jugendliche bis 17 Jahren. Auf dem Gelände gelte keine Maskenpflicht, auch die Begrenzung der Teilnehmerzahl falle weg.

Winterdom: die ersten Buden stehen schon auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg.
Winterdom: die ersten Buden stehen schon auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg. © dpa/Marcus Brandt

Unter den Schaustellern und Gastronomen gab es den Angaben zufolge auch eine deutliche Mehrheit für das 2G-Modell. Besucher können sich unter anderem auf drei Achterbahnen, zwei Feuerwerke und eine Laser-Show freuen. Viele Schausteller haben während der Corona-Pause zudem in ihre Buden und Fahrgeschäfte investiert. Es sei ein Spektakel, sagte Robert Kirchhecker, Präsident des Schaustellerverbandes Hamburg. Der Winterdom findet vom 5. November bis 5. Dezember statt.

Das Volksfest Hamburger Dom war pandemiebedingt viermal abgesagt worden. Im Sommer konnten die Besucher erstmals wieder auf das Volksfest auf dem Heiligengeistfeld zurückkehren. Damals waren auch Ungeimpfte mit negativem Corona-Test zugelassen. Neben einer Maskenpflicht galt auch ein begrenzter Zugang. Rund 500 000 Menschen hatten den Sommerdom besucht. Vor der Corona-Pandemie waren es bis zu 2,5 Millionen.

Mitarbeiter in Quarantäne: Sansibar auf Sylt bleibt geschlossen

Nachdem bei mehreren Mitarbeitern der Sansibar auf Sylt eine Covid-19-Erkrankung nachgewiesen wurde, bleibt das Kultlokals vorerst geschlossen. Lesen Sie hier, wann Herbert Seckler, Inhaber der Sansibar, mit der Wiedereröffnung rechnet.

Corona-Ausbruch bei Feuerwehr: Alle Retter waren geimpft

Obwohl alle Einsatzkräfte der Feuer- und Rettungswache Stellingen geimpft sind, ist es dort zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Das bestätigt ein Feuerwehr-Sprecher auf Abendbaltt-Anfrage. Und: Fast wäre der Ausbruch unentdeckt geblieben.

So machen alle Einsatzkräfte vor Dienstbeginn routinemäßig einen Antigen-Schnelltest. So auch am gestrigen Dienstag. Dieser war bei bei allen 31 Mitgliedern der Dienstschicht negativ.

"Weil aber in der vergangenen Woche bei einem Kollegen Corona nachgewiesen wurde, stand am Dienstag auch eine PCR-Testung an", so der Sprecher und spricht von einem Zufall. Noch am Abend wurden die 31 Test vom Bernhard-Nocht-Institut ausgewertet. Zwölf waren positiv. "Die Viruslast wurde dabei als sehr gering eingestuft", sagt Feuerwehrsprecher Jan Ole Unger.

Die Feuer- und Rettungswache Stellingen.
Die Feuer- und Rettungswache Stellingen. © TV Newskontor

Die betroffenen Einsatzkräfte sind sofort nach Hause geschickt worden. "Die Standorte der Feuer- und Rettungswache wurde anschließend vom Desinfektor der Feuerwehr Hamburg zusammen mit einer Einheit der Freiwilligen Feuerwehr desinfiziert", sagt Unger. Anschließend sei der Dienstbetrieb uneingeschränkt wieder aufgenommen worden. Da die zwölf Feuerwehrleute nun mindestens eine Woche in Quarantäne bleiben müssen, verstärken Kollegen aus anderen Wachen die Dienststelle in Stellingen. Unger: "Die Einsatzbereitschaft im Revier der Wache war trotz des Personalaustauschs der zwölf Kräfte zu keiner Zeit gefährdet."

383 Neuinfektionen: Inzidenz in Hamburg bei 124,9

Immer mehr Hamburger stecken sich mit dem Coronavirus an. Während die Sozialbehörde am Dienstag 273 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden meldete. Wurden innerhalb des vergangenen Tages 383 Neuinfektionen in der Stadt registriert. Die Inzidenz liegt damit bei 124,9.

Bislang ist seit Beginn der Pandemie (Stichtag 29. Februar 2020) bei 99.724 Hamburgern das Coronavirus nachgewiesen worden. 1825 sind an einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Am Mittwoch wurden drei neue Todesfälle gemeldet.

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In den Hamburger Krankenhäusern werden derzeit 139 Menschen behandelt, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben. Davon sind 43 Patienten so schwer erkrankt, dass sie auf auf einer Intensivstation behandelt werden müssen. Am Vortag waren es 39 Intensivpatienten.

Wiedereröffnung der Impfzentren: Kritik an Jens Spahn aus Hamburg

„Das unermüdliche Drängen von Jens Spahn auf die Wiedereröffnung der Impfzentren lässt sich nur parteipolitisch verstehen.“ Mit diesen Worten kritisiert Walter Plassmann, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg, den Gesundheitsminister. Laut Plassmann sind in Hamburg die Impfzentern nicht mehr nötig. Anders als Anfang des Jahres müsse nun kein Impfstoff-Mangel verwaltet werden, der eine Priorisierung nötig machte.

Der KV-Vorsitzende übt auch Kritik daran, dass die Politik die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) immer häufiger missachtete. „Wir haben dieses Expertengremium exakt deshalb, um einen sinnvollen Einsatz der Impfungen zu gewährleisten“, sagt Plassmann, „es ist nicht nachvollziehbar, wie herablassend diese unabhängigen Mediziner von der Politik behandelt werden.“

Walter Plassmann ist Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung in Hamburg
Walter Plassmann ist Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung in Hamburg © Roland Magunia

So empfiehlt die Stiko eine Auffrischungsimpfung erst sechs Monate nach der zweiten Impfung. So müssten nicht schlagartig Hunderttausende von Menschen in Hamburg geimpft werden. Es gebe damit einen kontinuierlichen Fluss von Impfberechtigten. „Das ist ohne Weiteres in den Hamburger Arztpraxen und mit den weiteren Impfangeboten der Stadt und der Krankenhäuser zu bewältigen“, sagt Walter Plassmann. Hamburger Ärzte hätten bislang über eine Million Impfungen gesetzt, allein in der vergangenen Woche seien es über 23.000 gewesen – so viel wie zuletzt vor den Sommerferien. Und von der Personengruppe, der die Stiko eine Auffrischungsimpfung empfehle, sei in Hamburg bereits jeder zweite mit der dritten Spritze versorgt.

Sieben weitere Corona-Tote in Niedersachsen

Die Corona-Lage in Niedersachsen hat sich am Mittwoch im Vergleich zum Vortag leicht verschlechtert. Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz lag nach Angaben des Landesgesundheitsamtes bei vier Neuaufnahmen von Covid-19-Kranken in Kliniken pro 100.000 Einwohner während der vergangenen sieben Tage. Am Dienstag und Montag lag dieser Wert noch bei 3,9. Für Gesundheitsbehörden und Kommunen in Niedersachsen ist dies der wichtigste Indikator zur Bewertung der Pandemielage.

Die Behörden zählten sieben neue Covid-19-Todesfälle, die Gesamtzahl stieg auf 6096. Die Zahl der Neuinfektionen binnen einer Woche je 100.000 Einwohner stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) leicht von 77,9 am Dienstag auf nun 80,8.

Auf den Intensivstationen der Krankenhäuser waren am Mittwoch 5,3 Prozent der zur Verfügung stehenden Betten mit Covid-19-Patienten und -Patientinnen belegt – ein Tag zuvor waren es noch 5 Prozent.

Booster-Impfung: Drei von vier Geimpften sind dazu bereit

Laut einer Umfrage des Hamburg Center for Health Economics (HCHE) der Universität Hamburg sind 78 Prozent der vollständig Geimpften in Deutschland bereit für eine weitere Impfdosis gegen Covid-19. Unter den über 65-Jährigen ist die Bereitschaft mit 89 Prozent sogar noch höher.

Überraschend ist, dass Menschen, die sich mit dem Vakzin von Johnson & Johnson impfen ließen, tendenziell weniger bereit sind, sich noch einmal gegen Covid-19 impfen zu lassen. Dabei gibt es laut Prof. Dr. Jonas Schreyögg, wissenschaftlicher Direktor des HCHE, im Verhältnis die meisten Impfdurchbrüche bei dieser Gruppe. Deswegen werde sie künftig auch stärker in den Fokus der Auffrischungsimpfungen rücken.

In anderen europäischen Ländern zeigt sich unter vollständig Geimpften eine ähnlich hohe Bereitschaft für die dritte Impfung. Von den acht Ländern der Umfrage ist die Bereitschaft in England und Dänemark mit mehr als 84 Prozent am höchsten, am niedrigsten ist sie mit 67 Prozent in Frankreich. „Aber auch in Portugal, das europaweit die höchste Corona-Impfquote hat, liegt die Bereitschaft für die dritte Impfung nur bei 72 Prozent der vollständig Geimpften“, so Schreyögg.

Bei der Umfrage, die seit April 2020 rund alle zwei Monate in Deutschland, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden und Portugal durchgeführt wird, wollten die Wissenschaftler auch von den Befragten wissen, ob Impfstoff gespendet werden sollte.

Jeder Zweite befürwortet dies. Um die Pandemie global zu bekämpfen, sprechen sich die Befragten in Deutschland dafür aus, ungefähr die Hälfte der Impfstoffvorräte an die internationale Initiative Covax (Covid-19 Vaccines Global Access) zu spenden, die andere Hälfte sollte für Auffrischungsimpfungen zur Verfügung stehen.

Diese Corona-Impfstoffe sind in Deutschland zugelassen

  • Biontech/Pfizer: Der erste weltweit zugelassene Impfstoff gegen das Coronavirus wurde maßgeblich in Deutschland entwickelt. Der mRNA-Impfstoff, der unter dem Namen Comirnaty vertrieben wird, entwickelt den vollen Impfschutz nach zwei Dosen und ist für Menschen ab zwölf Jahren zugelassen. Laut Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat er eine Wirksamkeit von etwa 90 Prozent – das heißt, die Wahrscheinlichkeit, schwer an Covid-19 zu erkranken, sinkt bei Geimpften um den genannten Wert. Ebenfalls von Biontech stammt der erste für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren zugelassene Impfstoff in Deutschland.
  • Astrazeneca: Der Vektorimpfstoff des britischen Pharmaunternehmens wird unter dem Namen Vaxzevria vertrieben. Aufgrund von seltenen schweren Nebenwirkungen empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko), den Impfstoff nur für Patienten zu verwenden, die älter als 60 Jahre sind. Offiziell zugelassen ist der Impfstoff aber für Menschen ab 18 Jahren. Vaxzevria weist laut BMG nach zwei Impfdosen eine Wirksamkeit von bis zu 90 Prozent in Bezug auf schwere Erkrankungen auf.
  • Moderna: Der von dem US-Unternehmen entwickelte mRNA-Impfstoff mit dem Vertriebsnamen Spikevax ist für alle ab 12 Jahren zugelassen, die Stiko empfiehlt aufgrund eines erhöhten Risikos schwerer Nebenwirkungen aber, ihn auf die Altersgruppe der über 30-Jährigen zu beschränken. Der Moderna-Impfstoff hat laut BMG eine Wirksamkeit von bis zu 90 Prozent in Bezug auf schwere Erkrankungen, wenn der volle Impfschutz nach zwei Impfdosen erreicht worden ist.
  • Johnson&Johnson: Das US-Unternehmen hat einen Vektorimpfstoff entwickelt, der bereits nach einer Impfdosis Schutz vor dem Coronavirus entwickelt. Er wird unter dem Namen Covid-19 Vaccine Janssen vertrieben. Das Präparat hat laut BMG eine Wirksamkeit von bis zu 70 Prozent bezogen auf schwere Erkrankungen – zudem ist die Zahl der Impfdurchbrüche im Vergleich zu den anderen Impfstoffen erhöht, daher empfiehlt die Stiko für mit Johnson&Johnson Geimpfte schon nach vier Wochen eine zusätzliche Impfdosis mit Comirnaty oder Spikevax, um den vollständigen Impfschutz zu gewährleisten.
  • Novavax: Das US-Unternehmen hat den Impfstoff Nuvaxovid entwickelt. der mitunter zu den sogenannten Totimpfstoffen gezählt wird. Er enthält das Spike-Protein des Covid-19-Erregers Sars-CoV-2. Dabei handelt es sich aber genau genommen nicht um abgetötete Virusbestandteile, die direkt aus dem Coronavirus gewonnen werden. Das Protein wird stattdessen künstlich hergestellt. Das menschliche Immunsystem bildet nach der Impfung Antikörper gegen das Protein. Der Impfstoff wird vermutlich ab Ende Februar in Deutschland eingesetzt und soll laut BMG in bis zu 90 Prozent der Fälle vor Erkrankung schützen.
  • Weitere Impfstoffe sind in der Entwicklung: Weltweit befinden sich diverse Vakzine in verschiedenen Phasen der Zulassung. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft derzeit das umstrittene russische Präparat Sputnik V sowie die Impfstoffe der Hersteller Sinovac, Sanofi und Valneva. Der deutsche Hersteller CureVac hat seinen Impfstoff vorerst aus dem Zulassungsverfahren zurückgezogen.

LKA Hannover: "Zahl gefälschter Impfpässe steigt sprunghaft"

Wegen der Corona-Einschränkungen durch 2G- und 3G-Regeln steigt offenbar die Nachfrage nach gefälschten Impfpässen in Niedersachsen. Das Landeskriminalamt in Hannover teilte auf Anfrage der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) mit: „Die Anzahl der festgestellten Fälle von falschen Impfpässen ist kontinuierlich und zuletzt sprunghaft gestiegen.“ So seien von Januar bis September dieses Jahres mehrere Hundert Fälschungen in Niedersachsen aufgetaucht, das LKA spricht konkret von „Fällen im unteren dreistelligen Bereich“. Darunter würden sowohl Blankoimpfpässe wie auch Totalfälschungen fallen. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber dem September, als das LKA erst von „einer mittleren zweistelligen Zahl“ Kenntnis hatte.

Laut BKA kostet ein gefälschter Impfausweis bis zu 300 Euro (Symbolfoto).
Laut BKA kostet ein gefälschter Impfausweis bis zu 300 Euro (Symbolfoto). © Imago/Gottfried Czepluch

Dabei dürfte dies nur die Spitze des Eisbergs sein, weil falsche Impfausweise in der Regel nicht auffallen. Sie sind relativ einfach zu fälschen, da sie keine besonderen Sicherheitsmerkmale wie etwa Banknoten oder Personalausweise enthalten. In Niedersachsen gehen die Ermittler – wie überall in Deutschland – nach eigenen Worten von einer „hohen Dunkelziffer“ aus. Genaue Zahlen liegen nicht vor, weil das Fälschen von Impfpässen nicht als Delikt in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) erfasst wird.

Ein gefälschter Impfausweis kostet im Internet laut Bundeskriminalamt zwischen 80 und 130 Euro, auf der Straße werden von Fälschern auch bis zu 300 Euro pro Stück verlangt.

Corona-Kontaktverfolgung in Hamburg wird reduziert

Trotz steigender Corona-Zahlen werden die Gesundheitsämter in Hamburg die Kontaktverfolgung von kommender Woche an sukzessive zurückfahren. Anders als zu Beginn und in der Hochzeit der Pandemie werden künftig nicht mehr alle engen Kontaktpersonen eines Infizierten vom Gesundheitsamt ermittelt, informiert und in Quarantäne geschickt.

Stattdessen werden nur noch die Infizierten selbst kontaktiert und aufgefordert, sich in Isolation zu begeben und ihre Kontakte von sich aus zu informieren. Zudem werden mögliche Kontaktpersonen durch die Luca-App benachrichtigt, wenn sie zur gleichen Zeit mit einem Infizierten etwa in einem Restaurant oder bei einer Veranstaltung waren.

Eine Kontaktverfolgung im bisherigen Ausmaß soll es künftig nur noch in sensiblen Bereichen geben – also etwa in Pflegeheimen, Kliniken, Schulen oder Kitas. Außerdem soll das Gesundheitsamt alle Kontakte ermitteln, wenn ein Ausbruch mit mehreren Fällen identifiziert wird. Das teilte die Sozialbehörde auf Abendblatt-Anfrage mit.

Corona: Weil spricht sich gegen Bund-Länder-Treffen aus

Forderungen nach einem neuen Bund-Länder-Treffen zur Corona-Situation steht Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) skeptisch gegenüber. „Über das weitere Vorgehen in Sachen Corona haben wir zuletzt vor zehn Tagen gesprochen. Wesentliche neue Erkenntnisse gibt es seitdem nicht und die nächste Gesundheitsministerkonferenz steht unmittelbar bevor“, sagte Weil am Dienstagabend. Selbstverständlich verweigere er sich keinem inhaltlichen Austausch, „aber es sollte dann auch Ergebnisse geben“. Die Gesundheitsministerkonferenz ist Ende der Woche.

Stephan Weil (SPD) ist Ministerpräsident von Niedersachsen.
Stephan Weil (SPD) ist Ministerpräsident von Niedersachsen. © Moritz Frankenberg/dpa

Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK), Regierungschef Hendrik Wüst (CDU) aus Nordrhein-Westfalen, hatte am Dienstag gesagt, ein Treffen in der kommenden Woche sei sachgerecht. Der Infektionsanstieg erfordere „Wachsamkeit und entschlossenes Handeln aller bei der Impfstrategie“. Mehrere Ministerpräsidenten hatten dem Vorstoß aus NRW widersprochen, etwa Bodo Ramelow (Thüringen) oder Daniel Günther (Schleswig-Holstein).

Lesen Sie hier die Corona-News für Hamburg und den Norden vom Vortag