Hamburg. Wer in den vergangen Monaten durch Planten un Blomen spazierte, dürfte sie vergeblich gesucht haben: die drei Wasserspeier am Millerntor, die Wassertreppe an der Laeiszhalle oder auch das Wasser in den Becken rund um das Kleine Teehaus.
Bereits im Mai wurden nämlich in allen drei Parkteilen wegen eines Sanierungsstaus zahlreiche Pumpen abgestellt, Becken und Wasserläufe trocken gelegt. Nur ein Teil der Anlagen ist mittlerweile wieder in Betrieb gegangen, weil noch immer die Mittel für eine Instandsetzung fehlen.
Planten und Blomen teils auf dem Trockenen
Vor diesem Hintergrund schlägt nun die Linksfraktion in der Hamburger Bürgerschaft Alarm und fordert 100.000 Euro Sofortmittel aus dem Sanierungsfonds für Hamburgs bekanntesten Park. Bisher plane der Senat erst Abhilfe im Haushalt 2023/2024, das sei aber zu spät, sagt Stephan Jersch, umweltpolitischer Sprecher der Linken-Fraktion.
"Das Warten auf eine unsichere Finanzierung über den nächsten Doppelhaushalt ist für diese Perle Hamburgs keine Option", so Jersch. Es müsse möglichst bald etwas passieren, damit der nächste Sommer in Planten un Blomen keine "traurige Angelegenheit" werde.
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Nur 2,5 Millionen jährlich für Planten un Blomen
Hintergrund der Probleme in Planten un Blomen ist die mangelnde Ausstattung mit finanziellen Mitteln für die Instandsetzung. So erhält der Park mit rund 2,5 Millionen Euro seit Jahrzehnten den annähernd gleichen Betrag für die Unterhaltung, wie die Sprecherin des Bezirksamts Hamburg-Mitte, Sorina Weiland, dem Abendblatt am Mittwoch sagte.
In der Summe sind Mittel für die Bewachung, die Reinigung, den Betrieb, die Gebäude, Maschinen und Geräte, gärtnerische Pflege und die Unterhaltung von Wegen, Wasserbereichen und Spielplätzen sowie die Veranstaltungen und die Öffentlichkeitsarbeit enthalten. Benötigt würde eigentlich das Doppelte, weshalb die Instandhaltung leide.
Eisbahn und Lichtorgel mit Sondermitteln saniert
Lediglich die Eisbahn und die Wasserlichtorgel wurden in den letzten Jahren mit Sondermitteln saniert. Auch die Wasserläufe und Becken im japanischen Garten und rund um das dortigeTeehaus hätten im Laufe des Jahres wieder gefüllt werden können, so Weiland. Nicht gelungen sei dies hingegen rund um das Kleine Teehaus zwischen dem Museum für Hamburgische Geschichte und der Eislaufbahn, das aber zumindest mit Bundesmitteln saniert werde.
Auch die drei Wasserspeier am Millerntor und die Wassertreppe an der Laeiszhalle warten weiter wegen Geldmangels darauf, wieder in Betrieb genommen zu werden. Da trifft es sich ganz gut, dass alle Pumpen im Park in den kommenden Wochen ohnehin wegen der kühlen Temperaturen und Frostgefahr abgeschaltet werden. In Betrieb gehen sie wieder im nächsten Frühjahr. Dann erwacht der Park, hoffentlich vollständig, aus dem Winterschlaf.
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