Hamburg

Wohnquartier für Senioren an der Großen Freiheit

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Jan Zunke, Martin Görge (Sprinkenhof) und Finanzsenator Andreas Dressel stellen das Projekt vor.

Jan Zunke, Martin Görge (Sprinkenhof) und Finanzsenator Andreas Dressel stellen das Projekt vor.

Foto: Michael Rauhe

Neben der Fischräucherei sollen Senioren in Hamburg ein neues Zuhause finden, direkt hinter Musikclubs.

Hamburg. Von außen sind sie im Moment nur schwer zu sehen: Der rote Klinkerbau und der Schornstein der alten Fischräucherei an der Großen Freiheit sind hinter Baugerüsten versteckt. Denn auf der etwas über 8400 m² großen Fläche zwischen den Hausnummern 58 und 70, die die Räucherei umgibt, entsteht seit Dezember 2019 ein neues Wohn- und Gewerbequartier.

Gefördert von der Stadt werden hier 37 Miet- und 90 Seniorenwohnungen gebaut, die teilweise denkmalgeschützte Räucherei und die Clubs Indra und Grünspan werden saniert und ausgebaut. Zuständig für das Projekt ist die Sprinkenhof GmbH, die als zentrale gewerbliche Immobiliengesellschaft der Stadt Hamburg zur Finanzbehörde gehört. Bei einer Baustellenbegehung am Donnerstag sagte Finanzsenator Andreas Dressel (SPD): „In dieser Phase, in der wir durchaus Überhitzungstendenzen am Immobilienmarkt sehen, ist es wichtig, dass wir als Stadt selber ein Akteur sind.“

Das erste Wohnhaus ist weitestgehend fertiggestellt

In zwei Wohnhäusern, rot geklinkert wie die Räucherei, entstehen die 37 geförderten Wohnungen für je 6,70 Euro Kaltmiete pro m². Sie sind zwischen 45 bis 95 m² groß und für eine bis fünf Personen ausgelegt. Das erste Wohnhaus ist inzwischen weitestgehend fertiggestellt, das zweite befindet sich im Rohbau. Sprinkenhof baut die 37 öffentlich geförderten Mietwohnungen als Grundeigentümer, unterstützt von der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg).

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Insgesamt investieren Immobiliengesellschaft und Stadt etwa 60 bis 70 Millionen Euro in das gesamte Quartier: 13,4 Millionen Euro stecken im Wohnteil, etwa 9 Millionen im Umbau der Gewerbeflächen in der alten Räucherei. Etwa 20 der geförderten Wohnungen sind bereits vermietet.

Welches Gewerbe in die Räucherei zieht, ist noch offen. Zu den aktuellen Interessenten gehören eine Kita und ein Gastronomiebetrieb. Klar ist aber, dass die denkmalgeschützten Öfen, die inzwischen seit gut 20 Jahren außer Betrieb sind, bestehen bleiben und in die künftige gewerbliche Nutzung integriert werden sollen.

Weiteres Gebäude mit 90 Seniorenwohnungen

Zwischen der Räucherei und dem Indra entsteht außerdem ein weiteres Gebäude mit 90 Seniorenwohnungen. Doppelte Innen- und Außentüren und Vorräume in den sanierten Clubs sollen für Schallschutz sorgen und das Nebeneinander von Wohnen und Feiern möglich machen, erklärt Sprinkenhof-Geschäftsführer Martin Görge: „Wir werden kein Pflegeheim bauen, sondern Wohnungen für ältere Menschen, die perspektivisch auch mal einen Klingelknopf benutzen wollen, um jemanden zu holen – der im besten Fall direkt im Erdgeschoss ist.“

Betreiben soll den so genannten „Servicewohnen“-Bereich aber ein externer Anbieter. Voraussichtlich in drei Monaten will die Immobiliengesellschaft dafür mit verschiedenen Betreibern in erste Gespräche gehen. Auf der Dachterrasse des Hauses wird das Urban-Gardening-Projekt „Gartendeck“ erhalten bleiben, das bis 2018 auf dem Gelände angesiedelt war.

Noch hängt der Geruch von geräucherten Fischen auf der Baustelle in der Luft. Bis Mai 2022 soll er aber verschwunden sein, dann können die ersten Mieterinnen und Mieter in die 37 geförderten Mietwohnungen ziehen. Die Gewerbeflächen in der Räucherei sollen im Frühjahr für den Ausbau durch Mieterinnen und Mieter freigegeben werden, sie können damit voraussichtlich ab Sommer 2022 öffnen.

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