Demonstrationen in Hamburg

„Mobil ohne Auto“: Fahrradsternfahrt am Sonntag in Hamburg

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Auch in den vergangenen Jahren fanden in Hamburg Fahrradsternfahrten für das Klima statt (Archivbild aus 2019).

Auch in den vergangenen Jahren fanden in Hamburg Fahrradsternfahrten für das Klima statt (Archivbild aus 2019).

Foto: Marcelo Hernandez

Am Sonnabend wurde des Terroropfers Süleyman Tasköprü gedacht – am Sonntag folgte eine Fahrradsternfahrt für die Verkehrswende.

Hamburg. Verschiedene angemeldete Demonstrationszüge und Kundgebungen konnten am Wochenende in Hamburg für Verkehrsbehinderungen sorgen.

Während am Sonnabend außer einer Gedenk-Demonstration, die einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss im Fall des NSU-Terroropfers Süleyman Tasköprü forderte, überwiegend kleinere Demos angemeldet waren, konnte es am Sonntag zu größeren Verzögerungen wegen einer Fahrradsternfahrt unter dem Motto "Mobil ohne Auto" kommen, warnt die Polizei.

Fahrradsternfahrt „Mobil ohne Auto“ in Hamburg

Nach einem Jahr Corona-Unterbrechung haben am Sonntag zahlreiche Fahrradfahrer an der jährlichen Sternfahrt „Mobil ohne Auto“ in Hamburg teilgenommen. Laut Polizei fuhren Gruppen aus allen Himmelsrichtungen in die Stadt, um dann in Blöcken zu je 500 Teilnehmern auf eine 17 Kilometer lange Ringstrecke durch die Stadt zu gehen.

Zur Zahl der Teilnehmer konnte die Polizei am frühen Nachmittag noch keine Angaben machen. 2019 waren nach Veranstalterangaben mehr als 30.000 Radfahrer gekommen.

Die Route führte entgegen dem Uhrzeigersinn durch die Stadtteile "HafenCity, St. Pauli, Eimsbüttel, Hoheluft-West, Eppendorf, Winterhude, Uhlenhorst und Hohenfelde". Bereits im Vorfeld befahl die Polizei "Anwohnern und Besuchern dringend, auf öffentliche und schienengebundene Verkehrsmittel zurückzugreifen" und bat Autofahrer darum, die "betroffenen Bereiche nach Möglichkeit weiträumig zu umfahren".

NSU-Mordanschlag: Demo fordert Untersuchungsausschuss

Am Sonnabend wurden, verteilt im Stadtgebiet, rund 20 Demos und Kundgebungen bei der Polizei als Versammlungsbehörde angemeldet. Die größte begann um 14 Uhr in Altona am Bahnhof: 370 Teilnehmer erinnerten nach Polizeiangaben an den Hamburger Süleyman Tasköprü, der vor 20 Jahren von den rechtsextremen Terroristen des sogenannten "NSU" ermordet worden war. Angemeldet waren bis zu 1000 Personen. Gegen 17 war die Demo beendet, sie blieb friedlich.

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Die Gedenk-Demonstration, die unter dem Motto "Kein Vergessen – kein Einzelfall" von Altona zum Rathausmarkt zog, forderte die Einrichtung eines Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Aufklärung des NSU-Komplexes in Hamburg. Auch hier war von den Ermittlern die Möglichkeit eines rechtsextremen Mordanschlags zunächst ausgeschlossen worden.

Am 17. Todestag von Süleyman Tasköprü – kurz vor dem Urteil im Prozess gegen Beate Zschäpe am 11. Juli 2018 – hatte die Bürgerschaft die Angehörigen des Mordopfers um Entschuldigung für die unter einem falschen Verdacht geführten Ermittlungen gebeten – einen Untersuchungsausschuss gibt es jedoch weiterhin nicht.

Fahrradfahrer demonstrierten in Hamburg für faire Mieten

Darüber hinaus haben sich am Sonnabend rund zwei Dutzend Menschen in Hamburg bei einem Aktionstag für einen bundesweiten Mietenstopp an einer Fahrraddemonstration beteiligt. Zu der Aktion hatten der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), der Mieterverein zu Hamburg und die Mieterinitiative Steilshoop aufgerufen. Ein breites Bündnis aus Initiativen und Organisationen wollte am Sonnabend bundesweit in mehr als 50 Städten für faire Mieten auf die Straße gehen.

In Hamburg begann am Vormittag unter dem Motto „Kein Abstrampeln für die Miete“ eine Fahrraddemonstration vom Gewerkschaftshaus nach Steilshoop. Dort sollte es vor einem Einkaufszentrum eine Abschlusskundgebung geben. Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger kritisierte vor der Aktion, dass viele Beschäftigte mit niedrigen und mittleren Einkommen einen großen Teil ihres Einkommens für die Miete ausgeben müssten. Sie forderte von der nächsten Bundesregierung einen sechsjährigen Mietenstopp.

( josi/bob/dpa )

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