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Ballett-Tage mit John Neumeiers "Hamlet 21" eröffnet

dpa

Hamburg. Mit der Neuinszenierung "Hamlet 21" sind die 46. Hamburger Ballett-Tage in der Staatsoper der Hansestadt eröffnet worden. John Neumeier, Intendant des Hamburg Balletts, hat bei der Aufführung am Sonntagabend seiner "Hamlet"-Choreografie von 1997 nach dem Klassiker von William Shakespeare eine Rahmenhandlung hinzugefügt. Dabei erfahren die Freunde Hamlet und Horatio eine lebendige Geschichtsstunde über den Konflikt zwischen Dänemark und Norwegen.

In der Titelrolle wurde der Erste Solist Alexandr Trusch gefeiert, der für den erkrankten Edvin Revazov einsprang. Trusch zeigt sich als Hamlet, dem der Geist des toten Vaters erscheint und Rache an seinem mörderischen Bruder Fenge befiehlt, von einer ausdrucksstarken, nachdenklichen Seite. Vor allem in der Beziehung zu der von Hélène Bouchet grandios getanzten Mutter offenbart sich die Zerrissenheit Hamlets. Ein weiterer Schwerpunkt der Choreografie ist die fragile Liebe zu Ophelia, der Anna Laudere Kraft und Unschuld verleiht.

Die Choreografie widmet sich im ersten Teil auf Basis der "Gesta Danorum" des Saxo Grammaticus ausführlich der Vorgeschichte des Dramas in opulent in Szene gesetzten Kriegsaufmärschen, die die gesamte Bühne ausloten. Als Horvendel und Fenge glänzen Florian Pohl und Félix Paquet. Den norwegischen König Koller gibt der sprungstarke Christopher Evans. In der Rolle des Polonius überzeugt der elegante Ivan Urban.

Die 46. Hamburger Ballett-Tage dauern noch bis zum 27. Juni. Zur Aufführung kommen Vorstellungen von "Ghost Light", "Beethoven-Projekt II", "Tod in Venedig", "Beethoven-Projekt I" sowie die Filmvorführung "Ein Sommernachtstraum". Die abschließende Nijinsky-Gala XLVI findet am 27. Juni (14.00 und 19.00 Uhr) zweimal hintereinander statt.

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( dpa )