Kriminalität

Rund 20 neue Hinweise zu Vermisstenfall aus Bad Bramstedt

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dpa

Kiel. Nach einem Bericht in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" sind bei der Kieler Polizei rund 20 Hinweise im Fall eines seit März 2019 vermissten Bad Bramstedters eingegangen. Diese würden ernst genommen und nun von Ermittlern geprüft, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Die Kieler Kriminalbeamtin Nina Otto hatte den Fall am Mittwochabend in der Sendung vorgestellt. Dabei wurde auch eine Reihe neuer Details bekannt.

Polizei und Staatsanwaltschaft schließen einen gewaltsamen Tod des Mannes nicht aus. Wie in der Sendung bekannt wurde, kaufte und verkaufte der Arbeitslose gebrauchte Autos und plante den Kauf eines Sportwagens für 64.000 Euro. Woher er das Geld dafür hatte, ist unklar. "Wir sind uns nicht sicher, ob seine Einkünfte so ganz gesetzeskonform gewesen sind", sagte Otto. Aus ermittlungstaktischen Gründen wolle sie dazu keine näheren Angaben machen.

Der Vermisste war polizeibekannt. Bei einem Freund soll er 30.000 Euro gebunkert und am 18. März 2019 - dem Tag seines Verschwindens - abgeholt haben. Außerdem sagte er seiner Freundin kurz vorher, er wolle mit ihr Urlaub auf den Malediven machen. Eine Augenzeugin beobachtete am Abend des 18. März 2019 am Nehmser See, an dem später der Wagen des Mannes gefunden wurde, wie sich ein Mann und eine Frau in einem Auto von dort entfernten.

2020 hatte eine Ermittlungsgruppe mehrere umfangreiche Suchaktionen veranlasst - unter anderem an dem See und in Bad Segeberg. Im Zuge der Ermittlungen gerieten ein Bekannter des Mannes und eine Frau ins Visier der Ermittler. Der Mann hatte laut Staatsanwaltschaft kurz vor dessen Verschwinden noch Kontakt mit dem 32-Jährigen. Beide gelten in dem Fall als Beschuldigte. Die Staatsanwaltschaft machte dazu keine näheren Angaben.

Die Kieler Staatsanwaltschaft hat eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro in dem Fall ausgelobt. Weitere 15.000 Euro hat die Familie als Belohnung ausgesetzt. Hinweise nimmt die Polizei unter der Rufnummer 0431 1603333 entgegen.

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( dpa )