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Dreck und Bierflaschen – Blankeneser Testzentrum geschlossen

| Lesedauer: 31 Minuten
Corona-Inzidenz nur noch knapp über 20

Corona-Inzidenz nur noch knapp über 20

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist weiter leicht gesunken und liegt nun bei 20,8 Fällen pro 100.000 Einwohner. Vor einer Woche lag sie noch bei 36,8.

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Überblick: Harley Days fallen aus. Luca-Alternative für Hamburger. Fischmarkt malt düsteres Bild. Schule: CDU fordert Masken-Aus.

Hamburg will in der Corona-Pandemie weiter lockern: Eine niedrige Inzidenz vorausgesetzt – am Mittwoch stieg der Wert wieder leicht auf 18,4 – treten ab diesem Freitag neue Öffnungs-Regelungen in Kraft – unter anderem im Gastgewerbe sowie für Kultur und Sport.

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Auch touristische Attraktionen wie der Fischmarkt hegen Hoffnungen auf eine Rückkehr zur Normalität.

Die Corona-Nachrichten für Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen am 9. Juni:

Die aktuellen Corona-Fallzahlen aus ganz Norddeutschland:

  • Hamburg: 2311 neue Corona-Fälle (gesamt seit Pandemie-Beginn: 430.228), 465 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (davon auf Intensivstationen: 44), 2373 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1435,3 (Stand: Sonntag).
  • Schleswig-Holstein: 1362 Corona-Fälle (477.682), 623 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 39). 2263 Todesfälle (+5). Sieben-Tage-Wert: 1453,0; Hospitalisierungsinzidenz: 7,32 (Stand: Sonntag).
  • Niedersachsen: 12.208 neue Corona-Fälle (1.594.135), 168 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen, 7952 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1977,6; Hospitalisierungsinzidenz: 16,3 (Stand: Sonntag).
  • Mecklenburg-Vorpommern: 700 neue Corona-Fälle (381.843), 768 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 76), 1957 Todesfälle (+2), Sieben-Tage-Wert: 2366,5; Hospitalisierungsinzidenz: 11,9 (Stand: Sonntag).
  • Bremen: 1107 neue Corona-Fälle (145.481), 172 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 14), 704 Todesfälle (+0). Sieben-Tage-Wert Stadt Bremen: 1422,6; Bremerhaven: 2146,1; Hospitalisierungsinzidenz (wegen Corona) Bremen: 3,88; Bremerhaven: 7,04 (Stand: Sonntag; Bremen gibt die Inzidenzen getrennt nach beiden Städten an).

Corona-Isolierstation des Marienkrankenhauses ausgezeichnet

Das Team der geriatrischen Station Zwei des Katholischen Marienkrankenhauses in Hohenfelde, die seit mehr als einem Jahr als Corona-Isolierstation arbeitet, ist am Mittwoch zum Landessieger des Wettbewerbs „Deutschlands beliebtester Pflegeprofi“ gekürt worden, der 2017 vom Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV-Verband) ins Leben gerufen wurde. Vorgeschlagen wurden die Pflegeteams von denjenigen, „die es besonders gut wissen müssen: Patienten, Pflegebedürftige, Angehörige, Kollegen und Freunde“, so PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther. Abstimmen über die Nominierten konnten alle Interessierten, 41.000 Menschen haben sich beteiligt.

Auch im Marienkrankenhaus ist die Freude über die Auszeichnung groß. Gerade zu Beginn der Pandemie sah sich das Pflegeteam – bestehend aus Ärzten, Therapeuten, Servicekräften und der Krankenhaushygiene – mit großen, neuen Herausforderungen konfrontiert. Trotzdem seien „die Kolleginnen und Kollegen während dieser Zeit geblieben, wie sie sind: Professionell, menschlich und mit viel Engagement für ihre Sache“, so Sonja Spahl, Pflegedirektorin am Marienkrankenhaus. Nicht nur die fachliche Expertise, auch Teamzusammenhalt und Kollegialität seien gewachsen.

Diese außerordentliche Leistung des Stationsteams ist nun erstmals geehrt worden – und im Herbst 2021 startet der Wettbewerb dann in die zweite Runde: Bis zum 31. Oktober werden per Online-Abstimmung die Bundessieger gewählt. Doch schon jetzt „sind wir stolz auf euch und sagen: DANKE!", so das Marienkrankenhaus an die Adresse seiner "beliebtesten Pflegeprofis".

Corona-Inzidenz in Schleswig-Holstein jetzt unter 10

In Schleswig-Holstein ist die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen erstmals in diesem Jahr unter die magische Grenze von 10 gesunken. Sie liegt nun bei 9,9. Diese Daten teilte die Landesmeldestelle in Kiel am Mittwochabend mit. Am Vortag hatte der Wert bei 10,5 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner in einer Woche gelegen

In Schleswig-Holstein kamen am Mittwoch innerhalb eines Tages 65 neu gemeldete Infektionen hinzu (Vortag 45). Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion beträgt nun 1610. Das ist einer mehr als am Vortag.

Die Zahl der Menschen, die sich mit Covid-19 im Krankenhaus befinden, lag den Angaben zufolge am Mittwoch bei 42, tags zuvor waren es 49. 18 Corona-Patienten wurden auf Intensivstationen behandelt, 15 von ihnen wurden beatmet.

Die Regionen mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz im Land sind nach wie vor die Kreise Pinneberg (20,9) und Stormarn (20,1). Der Kreis Ostholstein nähert sich mit 0,5 der Null. In Steinburg liegt die Inzidenz bei 1,5.

Gesundheitsämter nutzten 14mal Daten aus Luca-App

Zur Kontaktnachverfolgung möglicher Corona-Infizierter haben die Hamburger Gesundheitsämter schon in 14 Fällen auf Daten aus der Luca-App zurückgegriffen. Dabei seien 22 Örtlichkeiten angefragt und die Kontaktdaten von 1430 Menschen an die Schnittstellen der Gesundheitsämter übermittelt worden, teilte der Senat am Mittwoch mit.

Um auch Menschen ohne Smartphone das einfache Einchecken in Restaurants und bei Veranstaltungen zu ermöglichen, geben die Hamburger Kundenzentren jetzt kostenlose Schlüsselanhänger aus. Nutzer müssen den Anhänger einmalig im Internet mit ihren Kontaktdaten registrieren. Dann können sie ihn beim Besuch eines Restaurants, eines Konzerts oder einer Sportveranstaltung vom Personal scannen lassen. Auf die Daten haben nur die Gesundheitsämter Zugriff. In Schleswig-Holstein werden die Luca-App und die Schlüsselanhänger schon seit über zwei Monaten genutzt.

Die App sei schnell und unkompliziert und eine große Hilfe für die Ämter, sagte Finanzsenator Andreas Dressel (SPD). Er fügte hinzu: „Auch wenn die Pandemielage sich zuletzt entspannt hat, so stellen die nun nach und nach erfolgenden Öffnungsschritte ein Risikopotenzial dar und müssen von den Hamburgerinnen und den Hamburgern verantwortungsvoll umgesetzt werden.“

Kapitän an Covid-19 gestorben? Frachter darf nicht anlegen

Seine letzte Reise ist eine wahre Odyssee: Weil der Kapitän an Covid-19 gestorben sein könnte, ist der italienische Containerfrachter „Ital Liberia“ in den vergangenen Wochen an mehreren asiatischen Häfen abgewiesen worden. Nachdem Crewmitglieder bei der Abfahrt im südafrikanischen Durban bereits Anfang April positiv auf das Coronavirus getestet worden waren, sollte die Mannschaft eigentlich in Jakarta in Quarantäne gehen, wie die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd mitteilte. Dann habe die Hauptreederei Evergreen jedoch mitgeteilt, dass der Kapitän gestorben sei.

Auch das italienische Außenministerium bestätigte, dass der Mann im April gestorben war. Eine Todesursache wurde nicht genannt. Hapag-Lloyd teilte am Mittwoch mit, dass das Schiff nun auf dem Weg in die italienische Heimat sei. Jüngsten Daten des Schiffsortungsdienstes „vesselfinder.com“ zufolge befand sich die „Ital Libera“ zuletzt am Suezkanal.

Der fast 300 Meter lange Frachter mit einer Kapazität von rund 5000 Standardcontainern (TEU) pendelt üblicherweise zwischen China und Südafrika.

Blankenese: Gesundheitsamt schließt verdrecktes Testzentrum

Das "Drive-In Testzentrum Blankenese" der Hamburger Firma JR Testing UG an der Elbchaussee ist am Mittwoch überraschend vom Gesundheitsamt geschlossen worden. Das bestätigte der Sprecher des Bezirks Altona, Mike Schlink, auf Abendblatt-Anfrage. Kunden waren noch bis kurz vor der Schließung am Mittag vor Ort, anderen wurde ihr bereits gebuchter Termin ohne Angabe von Gründen abgesagt – die Kontakttelefonnummer ist bereits von der Webseite des Testzentrums verschwunden, neue Termine können nicht mehr vereinbart werden.

Laut Schlink sei der Betrieb "unorganisiert, unordentlich und verschmutzt" gewesen. So habe es weder die vorgeschriebene Beschilderung gegeben, die auf Abstand- und Maskenpflicht hinweist, noch seien Desinfektionsmittelspender für Kunden oder Personal aufgestellt worden.

Auch habe es nirgendwo auf dem Gelände einen Anschluss für fließendes Wasser gegeben – auch nicht in der "Sanitäranlage" für die Mitarbeiter: einem Dixie-Klo, auf dem bei der Kontrolle kein Toilettenpapier vorgefunden wurde. Zur Handreinigung habe es dort lediglich eine Flasche Oberflächendesinfektion gegeben.

Schließlich sei auch das Lager des Testzentrums völlig unaufgeräumt gewesen: Neben leeren Pappkartons wurden laut Schlink auch "leere Bierflaschen" gefunden - und die benutzten Testkits seien nicht ordnungsgemäß vom normalen Müll getrennt worden.

Die Geschäftsführung, die auch einen weiteren Standort in Wandsbek betreibt, wollte sich auf Abendblatt-Anfrage nicht zu den Verstößen äußern, die zur Schließung des Testzentrums geführt haben. Zu diesen gehören laut Schlink neben der teils eklatanten Missachtung von Hygienevorschriften auch mögliche Unregelmäßigkeiten bei der Personalabrechnung: Statt der angemeldeten drei oder sogar vier seien bei der Kontrolle nur zwei Mitarbeiter angetroffen worden.

Trotz Corona: Hamburg ehrt Sporttalente

Trotz Corona-Hürden sucht Hamburg die Sporttalente des Jahres. „Wir rufen dazu auf, alle Nachwuchssportler*innen, die in diesem Jahr trotz der Umstände neue Rekorde und persönliche Erfolge aufgestellt haben – oder sich durch andere außergewöhnliche Leistungen in der Krise ausgezeichnet haben – für den Wettbewerb zu nominieren“, teilten die Veranstalter mit. Beteiligt sind der Hamburger Sportbund (HSB), die Bewegung Active City, der Olympiastützpunkt, die Grund- und Stadtteilschule Alter Teichweg.

Teilnehmer in den Kategorien Mädchen, Jungen und Mannschaft müssen Jahrgang 2003 oder jünger sein. Es sollen kurze Videos über das Talent oder die Mannschaft eingereicht werden. Eine Fachjury mit Vertretern der Veranstalter und Unterstützer des Wettbewerbs entscheidet über die Sporttalente. Das Ergebnis wird im November dieses Jahres verkündet.

„Ich habe großen Respekt vor diesen jungen Menschen, die dem Sport so viel unterordnen und sich trotz der großen aktuellen Herausforderungen dazu entschieden haben, an ihren Zielen festzuhalten. Ziele, die bis vor einem Jahr ganz klar waren, pandemiebedingt aber heute schwieriger zu erreichen sind“, sagte Sportstaatsrat Christoph Holstein.

Kieler Woche wieder fast so wie früher

Angesichts der sich entspannenden Corona-Lage soll die Kieler Woche in diesem Jahr (4. bis 12. September) wieder größer ausfallen. „Insgesamt kommen wir wieder deutlich näher ans Original“, sagte Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) am Mittwoch. „Dieses Mal gibt es eigentlich Kieler Woche pur – aber mit ein paar Regeln.“

Denkbar seien Einlasskontrollen oder Kapazitätsbegrenzungen an bestimmten Plätzen. „Wir trauen uns im Moment, groß zu planen.“ Als grobe Richtlinie sei derzeit die Hälfte der herkömmlichen Größe des Festes angedacht.

2020 hatte Corona die Veranstalter veranlasst, auf ein Volksfest mit viel Musik und Trubel zu verzichten. Insgesamt wurden 38.000 Tickets für Veranstaltungen gebucht, 44.000 standen zur Verfügung. Online hatten Livestreams von Konzerten auf diversen Kanälen 195.000 Zuschauer. Unter normalen Bedingungen hatte die Kieler Woche noch 2019 mehr als 3,5 Millionen Besucher aus gut 70 Ländern angelockt.

Corona: Hamburg stürzt im Städte-Ranking ab

Wegen der Corona-Krise sind Hamburg sowie weitere deutsche und europäische Städte in einer Rangliste der lebenswertesten Städte der Welt weit zurückgefallen. Das geht aus einem aktuellen Ranking der britischen „Economist“-Gruppe hervor.

Danach betraf Hamburg sogar der größte Abstieg um 34 Ränge auf Platz 47. Frankfurt/Main sank auf Rang 39 ab (29 Plätze runter), Düsseldorf auf Rang 50 (28 Plätze runter). Acht der zehn größten Abstürze sind europäische Städte. Damaskus in Syrien bleibt die am wenigsten lebenswerte Stadt der Welt. Lesen Sie hier mehr zum „Economist“-Ranking.

Mehrsprachige Impf-Infos: Hamburg auf Platz drei

Und noch ein Ranking: Die Online-Lernplattform Preply hat die offiziellen Portale der 20 größten deutschen Städte im Hnblick auf mehrsprachige Impf-Infos verglichen. Das Ergebnis: Hamburg liegt mit vier verfügbaren Sprachen auf Platz drei (Deutsch, Englisch, Leichter Sprache und Gebärdensprache).

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Ungleich variantenreicher ist Stuttgart, in der baden-württembergischen Landeshauptstadt wird in gleich in zehn verschiedenen Sprachen über das Impfangebot informiert – bundesweit Spitze. Das Kölner und sechs weitere städtische Impfportale sind dagegen lediglich auf Deutsch gehalten.

Lübeck schließt Testzentrum wegen möglicher Fehler

Das Lübecker Gesundheitsamt hat ein privates Corona-Testzentrum wegen möglicher Unregelmäßigkeiten geschlossen. Dort soll Personen, die sich per E-Mail angemeldet hatten, bereits vor dem Abstrich ein negatives Testergebnis mitgeteilt worden sein, sagte eine Sprecherin der Hansestadt Lübeck am Mittwoch auf Anfrage. Das Gesundheitsamt habe deshalb die Teststation in der Lübecker Altstadt auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Unklar ist bislang, ob es sich um einen Softwarefehler oder um kriminelle Tätigkeiten handelt. Die Staatsanwaltschaft wollte aktuell zu dem Fall keine Stellungnahme abgeben. Zuvor hatte NDR 1 Welle Nord darüber berichtet.

Inzidenz in Hamburg wieder leicht gestiegen

In Hamburg bewegt sich die Corona-Sieben-Tage-Inzidenz weiter deutlich unter der 20er-Marke. Allerdings stieg der Wert am Mittwoch im Vergleich zum Vortag leicht von 17,8 auf nun 18,4. Hinein spielten dabei auch die 61 neu nachgewiesenen Infektionen (acht mehr als am Dienstag, zwölf mehr als am Mittwoch vor einer Woche). Vergangenen Mittwoch hatte die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche, noch bei 23,7 gelegen.

Die Zahl der seit Beginn der Pandemie an oder im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Hamburg gestorbenen Menschen erhöhte sich laut Robert Koch-Institut (RKI) um fünf auf 1578. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie der Gesundheitsbehörde zufolge nachweislich 76.738 Hamburger mit Sars-CoV-2 infiziert. Davon gelten nach Schätzungen des RKI 73.800 als genesen.

In Hamburger Krankenhäusern wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde mit Stand Dienstag 65 Corona-Patienten behandelt, davon 34 auf Intensivstationen (davon 21 aus Hamburg). Das waren fünf beziehungsweise drei weniger als am Montag. Laut RKI wurden in Hamburg bis einschließlich Dienstag 808.973 Menschen mindestens einmal geimpft, 408.494 sind vollständig geimpft.

Flensburgs Handballer vor 2300 Fans

Die Handballer der SG Flensburg-Handwitt können ihre letzten beiden Saison-Heimspiele gegen die Füchse Berlin am 17. Juni und den HBW Balingen-Weilstetten am 27. Juni vor bis zu 2300 Fans austragen. Dafür haben das Land Schleswig-Holstein, die Stadt Flensburg und der Kreis Schleswig-Flensburg sowie die zuständigen Gesundheitsbehörden im Rahmen eines Modellprojekts ihre Genehmigung gegeben.

Wieder vor vielen Fans zu spielen, sei „eine große Sehnsucht der Spieler und Trainer“, sagte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke am Mittwoch. „Das wird ein Gänsehautfaktor im Endspurt um die deutsche Meisterschaft.“ Die Flensburger führen das Klassement mit einem Punkt Vorsprung vor dem THW Kiel an.

Color Line wieder mit Fahrten zwischen Kiel und Oslo

Die norwegische Reederei Color Line will zwischen Kiel und Oslo wieder mit Passagierschiffen verkehren. Am Donnerstag werde die „Color Magic“ wieder Kiel anlaufen, sagte ein Sprecher am Mittwoch. An Bord sollen voraussichtlich rund 1000 norwegische Passagiere sein. Damit ist die Reise ohne Landgang ausgebucht. Wegen der Hygienevorkehrungen werden die Schiffe derzeit nur zur Hälfte belegt.

Zuletzt hatte die „Color Magic“ im Januar in Kiel festgemacht. Damals wurde der Passagierverkehr auf der Strecke Kiel-Oslo aufgrund der Reisebeschränkungen vorübergehend eingestellt. Künftig legen die „Color Fantasy“ und die „Color Magic“ wieder im täglichen Wechsel in Kiel an. Die „Color Fantasy“ wird ab 25. Juni wieder regelmäßig auf der Route unterwegs sein.

Weiter müssen Reisende aus Norwegen während der gesamten Reise an Bord bleiben, ohne in Kiel das Schiff zu verlassen. Passagiere aus Kiel dürfen derzeit aufgrund der Einstufung Deutschlands als Risikogebiet durch die norwegische Regierung nicht mit den Fähren von Kiel nach Oslo reisen. „Wir hoffen, dass auch bald wieder Deutsche nach Norwegen reisen können“, sagte ein Sprecher.

Hamburg-CDU: Maskenpflicht für Schüler aufheben!

Angesichts sinkender Inzidenzwerte mahnt die CDU-Bürgerschaftsfraktion an, die generelle Maskenpflicht an Hamburgs Schulen zu hinterfragen. „Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen haben eine Aufhebung der Maskenpflicht in Schulen bei niedriger Inzidenz bereits beschlossen“, sagt die bildungspolitische CDU-Sprecherin Birgit Stöver. Daher sollte nun auch Hamburg diese zumindest auch an Grundschulen aufheben.

Voraussetzung sei allerdings der Impffortschritt bei Grundschullehrern sowie die Fortsetzung der Teststrategie, die gegebenenfalls um einen dritten Test pro Woche erweitert werden solle. „Gerade im Sommer bei warmen Temperaturen ist sogar ein durchgängiges Lüften der Klassenräume möglich, so dass der Schritt jetzt schnell und unbürokratisch umgesetzt werden sollte“, so Stöver.

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Luca-App: Kostenlose Alternative für Senioren?

In den meisten Hamburger Geschäften ist sie seit der Wiedereröffnung des Einzelhandels am 22. Mai Standard in der Kontaktnachverfolgung: Die Luca-App. Nun soll es bei der Nutzung dieser vom Hamburger Rapper Smudo ("Die Fantastischen 4") mitentwickelten App eine Alternative geben.

Wie der NDR berichtet, plant die Finanzbehörde die Verteilung kostenloser Schlüsselanhänger, auf denen die Luca-App aufgespielt ist. Damit sollten vor allem auch jüngere und älterer Hamburgerinnen und Hamburger bedacht werden, die nicht im Besitz eines Smartphones sind.

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Die Schlüsselanhänger sollen demnach in den kommenden Wochen frei verfügbar in den Kundenzentren der Bezirke verteilt werden. Geschäftstreibende sollen für das Einscannen keine zusätzliche Hardware benötigen.

Sechs Fakten zur Delta-Mutation
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Hamburg-Lockerungen: Eventbranche enttäuscht

Der Deutsche Eventverband ist enttäuscht von den Hamburger Corona-Lockerungen. „Für die Eventbranche gibt es bis heute keine nennenswerten Lockerungen“, sagte Borhen Azzouz, Chef vom Deutschen Eventverband, am Mittwoch in Hamburg. Damit gäbe es weder für den Bereich der Businessevents noch für Unterhaltungsevents eine echte Perspektive. „Dabei haben viele Pilotprojekte im In- und Ausland bewiesen, dass von professionellen Feiern und Konzerten keine
gesteigerten Infektionsrisiken ausgehen“, sagte Azzouz. Der Hamburger Senat müsse hier unbedingt nachbessern.

Zuvor hatte bereits der Bund deutscher Hochzeitsplaner die fehlenden Perspektiven kritisiert. Bei Trauungen und privaten Feiern gehe Hamburg wieder einen Sonderweg, teilten die Veranstalter mit. „Wieder einmal übergangen werden die Hamburgerinnen und Hamburger, die sich in diesem Jahr das Ja-Wort geben möchten“, hieß es. Das sei zwar grundsätzlich erlaubt, jedoch gebe es nach wie vor starke Einschränkungen. So seien standesamtliche Trauungen ausschließlich auf dem Standesamt und mit maximal zehn Personen inklusive des Standesbeamten möglich.

Digitaler Impfausweis: Apotheken machen mit

Vom kommenden Montag an (14. Juni) können Apotheken den digitalen Nachweis ausstellen. Auch in einigen Hamburger Apotheken können sich dann vollständig Geimpfte den digitalen Nachweis einer vollständigen Impfung nachträglich ausstellen lassen. Lesen Sie hier mehr.

Briten verzichten auf Reitturnier in Luhmühlen

Wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie verzichten die meisten britischen Reiter auf einen Start beim traditionsreichen Vielseitigkeits-Turnier im niedersächsischen Luhmühlen. „Durch die pandemiebedingten Reisebeschränkungen werden die meisten von ihnen
die Reise nicht antreten können“, sagte der britische Trainer Chris Bartle. Neben der internationalen Fünf-Sterne-Prüfung werden vom 17. bis 20. Juni in Luhmülen auch die deutschen Meisterschaften ausgetragen.

Fischmarkt-Sorgen: "Es wird Jahre dauern"

Hamburgs Markthändler und Schausteller hoffen mit Blick auf die zunehmenden Corona-Lockerungen, dass auch auf dem Fischmarkt bald wieder Leben einkehrt. „Wir hoffen natürlich, dass da jetzt auch Bewegung reinkommt, weil der eigentlich immer noch als Wochenmarkt gilt und es deshalb der drastischen Auflagen gar nicht bedarf“, sagt Wilfried Thal, Präsident des Landesverbandes des Ambulanten Gewerbes und der Schausteller Hamburg.

Mit der Hoffnung verbinden Thal und die Beschicker der etwa 120 Marktstände allerdings auch den Wunsch, dass der Traditionsmarkt ohne Auflagen und zur regulären Uhrzeit öffnen darf. „Die Händler haben da ein ganz klares Votum: Es wird nur zur regulären Zeit geöffnet.“ Also 5 bis 9.30 Uhr. Das mache den Fischmarkt ja auch aus. Erst am Vormittag zu starten, sei keine Option. „Sonst versauen wir uns ja das Image“, so Thal.

Wann der Fischmarkt wieder starten kann, steht Thal zufolge noch nicht fest. „Das wird sich sicherlich noch ein paar Wochen hinziehen.“ Auch das zuständige Bezirksamt Altona hat noch keinen Zeitplan. „Das Bezirksamt Altona hat selbstverständlich großes Interesse, den Hamburger Fischmarkt wieder zu ermöglichen. Aus diesem Grund hat das Bezirksamt bereits ein Konzept ausgearbeitet. Entscheidend ist, dass die Wiedereröffnung den Marktstandbetreiber*innen eine echte Perspektive bietet“, hieß es dazu aus der Behörde. Unverzichtbar sei dabei allerdings, dass auch die zuständige Sozialbehörde ihr Einverständnis erkläre.

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Verbandspräsident Thal hofft indes, dass der Markt trotz der Pandemie wieder das beliebte Original werden kann. Leicht werde das aber nicht und es hänge auch von den Händlern und dem Verhalten der Besucher ab. „Wenn ich eine Prognose wagen sollte: Es wird Jahre dauern, bis wir den Fischmarkt wieder so hinbekommen wie wir den haben wollen.“ Ob nach einem möglichen Start auch alle beliebten Originale des Fischmarkts wieder da sein werden, will Thal nicht versprechen. „Ein paar sind mir bekannt, die nicht wiederkommen werden.“

Der geplante vierte Öffnungsschritt ab 11. Juni:

  • Kontaktbeschränkungen werden auf zehn Personen unabhängig von der Zahl der beteiligten Haushalte im Außenbereich erweitert. Bei der Zehn-Personen-Regelung zählen vollständig Geimpfte und Genesene sowie Kinder unter 14 Jahre nicht dazu. Sie können zu zehn weiteren Personen dazu kommen
  • Bei Kulturveranstaltungen darf wieder mehr Publikum dabei sein – und im Schachbrettmuster Platz nehmen
  • Auch Chorproben im Freien sind möglich
  • Volksfeste wie zum Beispiel der Hamburger Dom können wieder veranstaltet werden – unter Auflagen
  • Sport ist mit bis zu 30 Erwachsenen unter freiem Himmel und kontaktfrei mit bis zu 10 Erwachsenen im Innenbereich unter den bekannten Auflagen möglich.
  • Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen, Campingplätze oder vergleichbare Beherbergungseinrichtungen dürfen unter den bestehenden Auflagen bis zu 100 Prozent ihrer zulässigen Kapazität öffnen
  • Sportveranstaltungen mit bis zu 650 Personen nach gesonderter Genehmigung und strengen Regeln sind erlaubt
  • Sonstige Veranstaltungen mit 500 Personen unter freiem Himmel oder 100 Personen in Innenräumen sind unter vorgegebenen Regeln erlaubt
  • Touristische Gästeführungen mit 20 Personen außen oder 10 Personen innen sind möglich
  • Auch Prostitutionsangebote sind wieder erlaubt
  • Saunen, Dampfbäder und Wellnessangebote dürfen unter den bekannten Auflagen geöffnet werden.
  • Wer körpernahe Dienstleistungen in Anspruch nimmt, darf statt einer FFP2-Maske nun auch eine medizinische Maske tragen

Fußball-Testspiele: Hamburg verkürzt Fristen

Vom kommenden Wochenende an sind in Hamburg wieder Testspiele im Amateurfußball erlaubt. Der Senat verkündete am Dienstag in der Landespressekonferenz die von Freitag an geltende Erlaubnis für 30 Personen, unter freiem Himmel gemeinsam Sport zu treiben. Wegen der Anmeldefristen müssen sich Hamburgs Fußballer jedoch einen Tag länger gedulden.

„Normalerweise müssen Freundschaftsspiele fünf Tage vorher beim Hamburger Fußball-Verband angemeldet werden, damit Schiedsrichter angesetzt werden können. Wir als Verband haben diese Frist für diese Woche nun auf drei Tage verkürzt“, sagte HFV-Pressesprecher Carsten Byernetzki.

Somit können die Teams, die ihr Freundschaftsspiel an diesem Mittwoch anmelden, von Sonnabend an spielen. Ein weiterer Hoffnungsschimmer für die Amateurclubs: Mindestens bis zu 500 Zuschauer werden pro Sportveranstaltung wieder zugelassen.

Die AHAL-Regeln gegen Corona: So verringern sie das Ansteckungsrisiko

  • Abstand halten: Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum, und halten Sie mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen Personen
  • Hygiene: Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund, waschen Sie sich regelmäßig die Hände mit Seife und achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Im Alltag Maske tragen: Auch wo die (erweiterte) Maskenpflicht nicht gilt, ist es empfehlenswert, sich und andere vor Ansteckung zu schützen. FFP2-Masken oder OP-Masken bieten Schutz vor Ansteckung
  • Lüften: Wenn Sie sich mit anderen Personen in einem Raum aufhalten, lüften Sie regelmäßig, um das Risiko einer erhöhten Viruskonzentration in der Raumluft zu verringen
  • Außerdem: Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden

Corona-Lage in Niedersachsen entspannt sich

Das Corona-Infektionsgeschehen in Niedersachsen schwächt sich weiterhin ab. Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz sank am Mittwoch erneut – auf 13,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Am Dienstag hatte der landesweite Inzidenzwert bei 15,7 gelegen. Landesweit wurden 201 neue Infektionen registriert, die Zahl der Todesfälle stieg um 10 auf 5686.

Die höchste Inzidenz in Niedersachsen gab es mit 39,2 im Landkreis Diepholz. Alle anderen Kreise und kreisfreien Städte lagen unter der Schwelle von 35. In den Landkreisen Friesland und Goslar, die am Dienstag eine Inzidenz von 0 hatten, kletterte der Sieben-Tages-Wert minimal auf 2,0 beziehungsweise 1,5.

Im kleinsten Bundesland Bremen lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 21,6. Dort wurden am Mittwoch 33 Neuinfektionen, aber keine weiteren Todesfälle registriert.

UCI und Cinemaxx öffnen die Kinos schon bald

Die Kinos laufen sich warm für ihren Neustart. Die UCI-Multiplexe haben dabei ein wenig die Nase vorn. Ihre Lichtspieltheater in Wandsbek, Othmarschen Park und Mundsburg wollen schon am 17. Juni wieder Zuschauer vor die Leinwände lassen. „Wir freuen uns darauf, die Magie des Kinos wieder gemeinsam zu erleben“, sagt Ramón Biarnés, Geschäftsführer der Odeon Group Southern Europe, zu der auch die UCI-Kinos gehören.

Das funktioniert natürlich nur mit den Sicherheits- und Hygienemaßnahmen, mit Abstand, Test- und Maskenpflicht. Den Einlass kann man kontaktlos online buchen.

Vom 1. Juli an kann man auch wieder in die Cinemaxx-Kinos am Dammtor, in Harburg oder in Wandsbek gehen. Cinemaxx-Geschäftsführer Frank Thomsen setzt große Hoffnungen auf die neue Bestuhlung und schwärmt: „Ein ganz wichtiger strategischer Meilenstein in der Cinemaxx-Geschichte ist erreicht.“

Lesen Sie hier, welche Filme in welchen Kinos geplant sind.

Flüchtlingsrat: Impfkampagne in 16 Sprachen

Eine Social-Media-Kampagne mit 16 Videos in Sprachen von Albanisch bis Somali will Zugewanderte über die Corona-Impfung aufklären. Die Initiative solle Bedenken abbauen und als Grundlage für persönliche Beratungsgespräche dienen, teilte der niedersächsische Flüchtlingsrat am Mittwoch mit. Das Gremium realisiert die Kampagne gemeinsam mit der niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung und der Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf.

Ärztinnen und Ärzte haben die Videos ehrenamtlich in ihren jeweiligen Muttersprachen aufgenommen. Die Mediziner thematisieren Impfreaktionen und Nebenwirkungen und widerlegen besonders verbreitete Mythen, wie es hieß. Die Aktion läuft in sozialen Medien unter dem Hashtag #weexplainforeveryone.

Geflüchtete sind wegen ihrer Lebensverhältnisse häufig einem besonders hohen Risiko ausgesetzt, an Covid-19 zu erkranken. Sie wohnen teils beengt in Unterkünften oder haben prekäre Jobs. Der Zugang zum Gesundheitssystem ist für sie oft schwierig.

Bremen schafft Maskenpflicht im Freien ab

Vom kommenden Montag (14. Juni) an müssen Menschen in Bremen im Freien keine Maske mehr tragen. Darauf hat sich der Senat der Hansestadt verständigt. Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Die Linke) begründete den Schritt mit der deutlich gesunkenen Inzidenz. Es gehe darum, dass die Corona-Maßnahmen akzeptiert werden und nachvollziehbar bleiben.

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Auch andere Städte hatten bereits die Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen draußen abgeschafft. In Innenräumen, im Nahverkehr und an Haltestellen muss weiterhin ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Landeselternrat fordert Luftfilter für Schulen

Der Infektionsschutz an den Schulen reicht aus Sicht des niedersächsischen Landeselternrates nicht aus. „Raumlufttechnik sollte sich nicht aufs Lüften beschränken“, sagte der Vorsitzende Michael Guder. Spezielle Luftfiltergeräte könnten demnach helfen, die Ansteckungsgefahr im Klassenzimmer zu minimieren. Aus Sicht des Gremiums sollten diese für möglichst alle Schulen angeschafft werden. Kleinere Klassen und Trennwände seien ebenfalls hilfreiche Mittel im Kampf gegen die Verbreitung des Coronavirus, wie Guder sagte. Es brauche umfassende Schutzkonzepte.

Über die Rückkehr zum Präsenzunterricht sind die meisten Erziehungsberechtigten demnach froh. Ängste und Sorgen gebe es vor allem bei großen Klassen, in denen kein Mindestabstand eingehalten werden kann. Der Sommer sollte aus Sicht des Landeselternrates genutzt werden, um die Schulen besser auszustatten und mehr für den Gesundheitsschutz zu tun.

Guder verwies auf die Warnung der Virologin Sandra Ciesek, dass es in Kitas und Schulen im Herbst möglicherweise mehr Corona-Ausbrüche geben könnte, weil dort viele nicht geimpfte Menschen zusammenkommen könnten. „Da sollte man gute Konzepte in der Hinterhand haben, beziehungsweise über die Sommerferien in die Vorbereitungen starten“, so der Vorsitzende des Gremiums. Schulschließungen seien zu vermeiden.

Hamburgs Stadtreinigung impft ihre Mitarbeiter

Ab sofort krempeln die Beschäftigten der Stadtreinigung Hamburg (SRHH) ihre Ärmel doppelt hoch, um nicht nur Hamburg sauber zu halten, sondern sich auch gegen das Corona­virus impfen zu lassen. Vorausgegangen war eine interne Impfabfrage. 70 Prozent der Beschäftigten erklärten, dass sie sich impfen lassen wollen. Die Stadtreinigung hat 4000 Mitarbeiter.

Das betriebliche Gesundheitsmanagement der SRH mit Ärztinnen, Ärzten und Fachkräften hat nun eine Impfstraße nebst Beratungsstelle aufgebaut, um die Impfungen sach- und fachgerecht durchzuführen. „Wir sind sehr zufrieden, dass uns der Impfstoff nun endlich erreicht hat. Mit der innerbetrieblichen Impfkampagne befindet sich die SRH jetzt auf einem ganz entscheidenden Weg, auch langfristig die Sauberkeit und die Entsorgung der Stadt unter „normalen“ Betriebsbedingungen sicherzustellen“, sagt SRH-Geschäftsführer Prof. Dr. Rüdiger Siechau.

„Direkt zu Beginn der Pandemie haben wir umfangreiche und erfolgreiche Sicherheitsmaßnahmen im Unternehmen eingeführt, sodass wir auch während der Pandemie nahezu uneingeschränkt leistungsfähig waren. Als eines der ersten systemrelevanten Unternehmen Hamburgs, mit besonderer Verantwortung für die Bürger, haben wir im vergangenen Jahr frühzeitig einen internen Krisenstab eingerichtet, der seitdem regelmäßig tagt. Dass wir jetzt den nächsten Schritt zum Schutze der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und Kunden und Kundinnen gehen können, stärkt unsere Zuversicht, weiterhin für die Menschen dieser Stadt da zu sein.“

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Die SRH hofft nun auf wöchentliche Lieferungen von zunächst bis zu 600 Impfdosen. (zunächst Biontech/Pfizer, später eventuell andere Impfstoffe). Dass diese verlässlich eintreffen, wird aber auch bei der SRH als unwahrscheinlich angesehen.

Diese Corona-Impfstoffe sind in Deutschland zugelassen

  • Biontech/Pfizer: Der erste weltweit zugelassene Impfstoff gegen das Coronavirus wurde maßgeblich in Deutschland entwickelt. Der mRNA-Impfstoff, der unter dem Namen Comirnaty vertrieben wird, entwickelt den vollen Impfschutz nach zwei Dosen und ist für Menschen ab zwölf Jahren zugelassen. Laut Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat er eine Wirksamkeit von etwa 90 Prozent – das heißt, die Wahrscheinlichkeit, schwer an Covid-19 zu erkranken, sinkt bei Geimpften um den genannten Wert. Ebenfalls von Biontech stammt der erste für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren zugelassene Impfstoff in Deutschland.
  • Astrazeneca: Der Vektorimpfstoff des britischen Pharmaunternehmens wird unter dem Namen Vaxzevria vertrieben. Aufgrund von seltenen schweren Nebenwirkungen empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko), den Impfstoff nur für Patienten zu verwenden, die älter als 60 Jahre sind. Offiziell zugelassen ist der Impfstoff aber für Menschen ab 18 Jahren. Vaxzevria weist laut BMG nach zwei Impfdosen eine Wirksamkeit von bis zu 90 Prozent in Bezug auf schwere Erkrankungen auf.
  • Moderna: Der von dem US-Unternehmen entwickelte mRNA-Impfstoff mit dem Vertriebsnamen Spikevax ist für alle ab 12 Jahren zugelassen, die Stiko empfiehlt aufgrund eines erhöhten Risikos schwerer Nebenwirkungen aber, ihn auf die Altersgruppe der über 30-Jährigen zu beschränken. Der Moderna-Impfstoff hat laut BMG eine Wirksamkeit von bis zu 90 Prozent in Bezug auf schwere Erkrankungen, wenn der volle Impfschutz nach zwei Impfdosen erreicht worden ist.
  • Johnson&Johnson: Das US-Unternehmen hat einen Vektorimpfstoff entwickelt, der bereits nach einer Impfdosis Schutz vor dem Coronavirus entwickelt. Er wird unter dem Namen Covid-19 Vaccine Janssen vertrieben. Das Präparat hat laut BMG eine Wirksamkeit von bis zu 70 Prozent bezogen auf schwere Erkrankungen – zudem ist die Zahl der Impfdurchbrüche im Vergleich zu den anderen Impfstoffen erhöht, daher empfiehlt die Stiko für mit Johnson&Johnson Geimpfte schon nach vier Wochen eine zusätzliche Impfdosis mit Comirnaty oder Spikevax, um den vollständigen Impfschutz zu gewährleisten.
  • Novavax: Das US-Unternehmen hat den Impfstoff Nuvaxovid entwickelt. der mitunter zu den sogenannten Totimpfstoffen gezählt wird. Er enthält das Spike-Protein des Covid-19-Erregers Sars-CoV-2. Dabei handelt es sich aber genau genommen nicht um abgetötete Virusbestandteile, die direkt aus dem Coronavirus gewonnen werden. Das Protein wird stattdessen künstlich hergestellt. Das menschliche Immunsystem bildet nach der Impfung Antikörper gegen das Protein. Der Impfstoff wird vermutlich ab Ende Februar in Deutschland eingesetzt und soll laut BMG in bis zu 90 Prozent der Fälle vor Erkrankung schützen.
  • Weitere Impfstoffe sind in der Entwicklung: Weltweit befinden sich diverse Vakzine in verschiedenen Phasen der Zulassung. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft derzeit das umstrittene russische Präparat Sputnik V sowie die Impfstoffe der Hersteller Sinovac, Sanofi und Valneva. Der deutsche Hersteller CureVac hat seinen Impfstoff vorerst aus dem Zulassungsverfahren zurückgezogen.

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( jdr/misch/dpa )

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