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Ausgangssperre in Kraft – Hamburgs Straßen sind leer

| Lesedauer: 43 Minuten

Neue Knallhart-Regeln für Schule, Kita, Handel, Ausgang

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Überblick: Die Zahlen aus Schleswig-Holstein. Ausgangssperre in Hannover wackelt. Viele neue Todesfälle in Hamburg.

Hamburg. Die dritte Welle der Corona-Pandemie treibt auch in Hamburg die Zahlen in die Höhe: Daher hat der Senat am Mittwochnachmittag ein neues Maßnahmenpaket vorgestellt, mit dem in Hamburg die Infektionsdynamik ausgebremst werden soll. Der Lockdown wird demnach zum Osterwochenende noch einmal deutlich verschärft, ab heute gilt eine nächtliche Ausgangsbeschränkung.

Corona-Notbremse auch in Schleswig-Holstein: Wegen hoher Infektionszahlen gelten in zwei Kreisen am Hamburger Rand sowie in Flensburg jetzt verschärfte Schutzmaßnahmen. Kontaktregeln sind ebenso betroffen wie Kitas und das Einkaufen. Im nördlichsten Bundesland ist die Inzidenz leicht gesunken und liegt mit Stand von Donnerstagabend bei 73,9. Alle Infos in unserem Newsblog.

Corona-News für Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen am 1./2. April:

Die aktuellen Corona-Fallzahlen aus ganz Norddeutschland:

  • Hamburg: 2311 neue Corona-Fälle (gesamt seit Pandemie-Beginn: 430.228), 465 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (davon auf Intensivstationen: 44), 2373 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1435,3 (Stand: Sonntag).
  • Schleswig-Holstein: 1362 Corona-Fälle (477.682), 623 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 39). 2263 Todesfälle (+5). Sieben-Tage-Wert: 1453,0; Hospitalisierungsinzidenz: 7,32 (Stand: Sonntag).
  • Niedersachsen: 12.208 neue Corona-Fälle (1.594.135), 168 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen, 7952 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1977,6; Hospitalisierungsinzidenz: 16,3 (Stand: Sonntag).
  • Mecklenburg-Vorpommern: 700 neue Corona-Fälle (381.843), 768 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 76), 1957 Todesfälle (+2), Sieben-Tage-Wert: 2366,5; Hospitalisierungsinzidenz: 11,9 (Stand: Sonntag).
  • Bremen: 1107 neue Corona-Fälle (145.481), 172 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 14), 704 Todesfälle (+0). Sieben-Tage-Wert Stadt Bremen: 1422,6; Bremerhaven: 2146,1; Hospitalisierungsinzidenz (wegen Corona) Bremen: 3,88; Bremerhaven: 7,04 (Stand: Sonntag; Bremen gibt die Inzidenzen getrennt nach beiden Städten an).

Corona in Schleswig-Holstein: die neuen Zahlen

Die Corona-Lage in Schleswig-Holstein ist zwiegespalten: Einerseits sank die landesweite Inzidenz am zweiten Tag in Folge leicht und liegt nun bei 72,5 – auch die Zahl der besonders betroffenen Kreise mit Sieben-Tage-Werten über 100 sank von zwischenzeitlich vier auf nur noch zwei: Segeberg (132,8) und Pinneberg (118,9).

Gleichzeitig jedoch ist auch die Zahl der Kreise, in denen die Inzidenz unter dem Grenzwert von 50 liegt, erneut gesunken. Nur noch vier der insgesamt 15 Stadt- und Landkreise in Schleswig-Holstein haben mit Stand Karfreitag einen niedrigeren Wert: Dithmarschen (33,8), Schleswig-Flensburg (28,3), Nordfriesland (23,5) udn Plön (19,4).

Die Zahl der Krankenhauspatienten liegt nahezu stabil bei 183, die Zahl der schweren und schwersten Covid-19-Fälle steigt leicht von 51 auf 54. Das Land meldet einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung, damit liegt die Zahl der Corona-Toten in Schleswig-Holstein nun bei 1439.

Ab jetzt gilt die Ausgangssperre in Hamburg

Seit 21 Uhr und bis 5 Uhr morgens gilt am Karfreitag zum ersten Mal eine Ausgangsbeschränkung in Hamburg: Die Wohnung verlassen dürfen die Bürger nur noch mit einem triftigen Grund (Arztbesuch, Arbeit o.ä.) oder allein zum Zweck der "körperlichen Bewegung". Die Polizei soll die Einhaltung der neuen, wegen der stetig steigenden Infektionszahlen verhängten schärferen Corona-Regeln überwachen.

Zunächst sieht es nicht so aus, als ob die Beamten allzu viel zu tun bekommen würden: Selbst vierspurige Hauptverkehrsstraßen sind verwaist, Fußgänger sieht man kaum, auch die Tankstellen, die weiter öffnen dürfen, haben nur wenige Kundne. „Es ist insgesamt sehr ruhig", hieß es gegen 22 Uhr vom Lagedienst der Polizei. Probleme mit grösseren Menschenansammlungen gab es bis dahin nicht – das relativ kalte Wetter spielt den Beamten in die Hände.

Auf dem Kiez sind relativ viele Polizisten unterwegs, sprechen Nachzügler und vereinzelte Nachtschwärmer an, auch am Jungfernstieg patrouillieren die Beamten.

Insgesamt setzte die Polizei auf eine zunächst weichere Linie. „Wir sprechen die Leute an, erklären ihnen die Situation und schicken sie nach Hause“, so ein Beamter – einige Kioskbesitzer brauchen wohl noch eine gesonderte Ansprache zu den Öffnungszeiten. Anders als Tankstellen müssen sie um 21 Uhr schließen.

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Polizei verbietet Querdenker-Aufmarsch vor Privathaus von Stephan Weil

Die Polizei Hannover hat eine für Ostersonntag geplante, sogenannte Querdenker-Versammlung am Wohnsitz des niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) verboten. Den Veranstaltern gehe es ausschließlich darum, eine Drohkulisse für den Regierungschef aufzubauen, ihn im privaten Umfeld einzuschüchtern und so die Corona-Politik der Landesregierung beeinflussen zu wollen, teilte die Polizei am Freitagabend zur Begründung mit. „Ein solches Verhalten ist im höchsten Maße demokratiegefährdend und war aus diesem Grunde zu untersagen.“ Die Verbotsverfügung sei zugestellt worden.

Ausgangssperre in Hannover wackelt

Das Verwaltungsgericht Hannover hat mehreren Eilanträgen gegen Corona-Ausgangsbeschränkungen in der Region der niedersächsischen Landeshauptstadt stattgegeben. Damit sei die Pflicht der Antragsteller ausgesetzt, die Beschränkungen zu beachten, teilte das Gericht am Freitagabend mit. Alle anderen müssen sich daran halten. In der Region Hannover ist das Verlassen von Wohnungen und Häusern derzeit zwischen 22.00 und 5.00 Uhr nur mit triftigem Grund erlaubt.

Nach Auffassung des Gerichts ist dieser Eingriff in die Grundrechte nicht vom Infektionsschutzgesetz gedeckt, das sehr hohe Anforderungen an die Rechtfertigung solcher Maßnahmen stelle. Die Region habe „insbesondere nicht hinreichend dargelegt, dass der Verzicht auf Ausgangsbeschränkungen zu einer wesentlichen, im Umfang der Gefahrenrealisierung gewichtigen Verschlechterung des Infektionsgeschehens führen würde“.

Nur eine Demo gegen Ausgangssperre auf Rathausmarkt floppt

Statt der rund 100 Teilnehmer, die für die Demonstration auf dem Rathausmarkt, die sich gegen die am Abend in Kraft tretende Ausgangssperre richtet, kamen nur acht. Am Donnerstagabend hatte die linke Szene rund 250 Menschen mobilisiert, die an einer Kundgebung – und danach an einem nicht genehmigten Umzug – teilnahmen.

Etwa ebenso viele kamen zu einer zweiten Kundgebung auf dem Rathausmarkt, die sich ebenfalls gegen die Ausgangssperre richtete.Statt einseitig die privaten Kontakte einzuschränken, müssten die Betriebe heruntergefahren werden, forderten Rednerinnen am Karfreitagabend vor - laut Polizei - rund 250 Teilnehmern. Zu der Demonstration aufgerufen hatten linke und linksextreme Gruppen wie die Interventionistische Linke, die DKP, die Föderation der Demokratischen Arbeitervereine und der Internationale Jugendverein.

Niedersachsen will am Sonnabend über "Modellprojekte" entscheiden

Niedersachsens Landesregierung will am Sonnabend in Abstimmung mit den kommunalen Spitzenverbänden entscheiden, welche Städte nach Ostern Geschäfte, Straßencafés und Kultureinrichtungen öffnen dürfen. Ausgewählt werden im Rahmen sogenannter "Modellprojekte" rund 25 Kommunen - beworben hatten sich 65 Orte, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte.

Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass die Kommune eine Corona-Inzidenz von unter 200 aufweist. Mittels negativer Corona-Tests und digitaler Kontaktnachverfolgung mit der Luca-App sollen „sichere Zonen“ entstehen, in denen das öffentliche Leben möglich sein soll. Im baden-württembergischen Tübingen war die Inzidenz im Rahmen eines ähnlichen Projekts deutlich gestiegen.

Hamburger Senat erinnert an Corona-Regeln

Der Hamburger Senat hat am Karfreitag in den sozialen Medien nochmals an die Corona-Regeln erinnert.

Heinz Strunk hadert nicht mit Corona-Einschränkungen

Der Schriftsteller und Entertainer Heinz Strunk hadert nicht mit den durch die Pandemie erzwungenen Einschränkungen. „Da ich meine Stimmungslage als grundtrüb bezeichnen würde (nicht depressiv, das ist noch was anderes), hat die Seuche da auch nichts mehr ausrichten können“, sagte er dem „Spiegel“ laut Vorabmeldung vom Freitag. Schon vor Corona habe er sich weitgehend in seine Hamburger Dachgeschosswohnung zurückgezogen.

Auch „schlimme Dummheiten wie Feiern und Reisen“ habe er sich längst abgewöhnt, sagte der 58-Jährige dem Magazin. Im Shutdown habe er keine staatlichen Hilfen bekommen, sondern lebe vom „sauer Ersparten“. Sein Rezept gegen die Corona-Müdigkeit sei Humor, „eh das Einzige, was einen retten kann.“

Viele neue Todesfälle in Hamburg an einem Tag

Die Hamburger Sozialbehörde hat am Karfreitag 483 neue Corona-Infektionen gemeldet. Vor einer Woche waren es mit 543 mehr Fälle – somit sinkt auch der Inzidenzwert und liegt nun bei 160,1 (Vortag: 163,3) Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Freitag vor einer Woche betrug die Inzidenz 136,1.

Seit Beginn der Pandemie wurden in der Hansestadt 62.292 Corona-Infektionen registriert. Von ihnen gelten nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts 53.600 als genesen.

Doch es gibt auch eine traurige Nachricht: Nach Angaben des RKI liegt die Zahl der Todesfälle in Hamburg nun bei 1393 – es sind also elf weitere Tote innerhalb eines Tages hinzugekommen (Stand: 1. April.) Am 31. März waren vier Tote gemeldet worden.

Zahl der Corona-Patienten in Kliniken wieder gestiegen

Auch in den Hamburger Kliniken ist die Zahl der Corona-Patienten im Vergleich zum Vortag wieder leicht gestiegen und liegt nun bei 281 (Stand: 1. April, am Vortag waren 277). 91 Menschen und damit zwei mehr als am Vortag sind so schwer erkrankt, dass sie intensivmedizinisch behandelt werden müssen, 74 von ihnen kommen aus Hamburg.

Wieder fast 1900 Corona-Neuinfektionen in Niedersachsen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Niedersachsen steigt weiter an. Das Landesgesundheitsamt meldete am Freitag 1870 neue Fälle. Das sind weniger als am selben Tag vor einer Woche (2213). Die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionen ist an Wochenenden und Feiertagen regelmäßig niedriger als an normalen Werktagen. Grund hierfür sind verzögerte Meldungen der Behörden.

Die landesweite Inzidenz wurde mit 115,1 angegeben. Vor einer Woche lag der Wert bei 111,2. Die Inzidenz gibt an, wie viele Ansteckungen es pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche gab. 17 Menschen starben innerhalb eines Tages mit oder an Covid-19 - damit stieg die Zahl der Corona-Toten in Niedersachsen auf 4896. Die regional höchsten Werte verzeichneten die Stadt Salzgitter (276,2) und der Kreis Cloppenburg (220,3). Über 150 lagen auch die Kreise Emsland, Gifhorn, Leer, Oldenburg und Peine sowie die Stadt Osnabrück.

Beginn der nächtlichen Ausgangssperre in Hannover verläuft ruhig

Die coronabedingte nächtliche Ausgangssperre in und um Hannover hat ohne große Zwischenfälle begonnen. Die Nacht in der Landeshauptstadt verlief sehr ruhig, wie ein Polizeisprecher am Freitagmorgen bestätigte. „Die Stadt hat einen leeren Eindruck gemacht.“ Lediglich in der Nordstadt versammelten sich laut Polizei etwa 50 Menschen, um gegen die Ausgangssperre zu protestieren. Insgesamt leitete die Polizei Hannover in der Nacht von Donnerstag auf Freitag 122 Ordnungswidrigkeitsverfahren ein.

Von den Beschränkungen zwischen 22 Uhr und 5 Uhr sind 1,1 Millionen Menschen betroffen. Bis zum 12. April dürfen sie ihre Wohnungen und Häuser nur aus einem triftigen Grund verlassen. Zudem gibt es eine Erweiterung der Maskenpflicht im öffentlichen Raum. Die Region Hannover erließ die Maßnahme wie zahlreiche andere Kommunen in Niedersachsen wegen hoher Corona-Infektionszahlen.

Gestützt auf die aktuelle niedersächsische Corona-Verordnung erließen die Kreise für ihr Gebiet Allgemeinverfügungen. Die neue Landesverordnung schreibt eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 150 vor. In vielen Landkreisen in Niedersachsen sowie in Bremen haben nächtliche Ausgangssperren bereits begonnen. In manchen Kommunen gelten sie bereits ab 21 Uhr.

Angemeldete Demo gegen Ausgangssperre wird zum unangemeldeten Umzug

Ein Demonstrationszug beschäftigte am späten Donnerstagabend die Polizei: Wie der Lagedienst der Polizei auf Abendblatt-Anfrage bestätigt, hat sich die ursprünglich am Grünen Jäger stationär angemeldete Kundgebung "Gegen die Ausgangssperre – für einen konsequenten Lockdown" in einen nicht genehmigten Protestzug verwandelt, der durch St. Pauli bis in den Bereich Altona/Ottensen zog.

Laut dem Lagedienst der Polizei am Freitagmorgen nahmen an der Kundgebung in der Spitze bis zu 250 Personen teil. Die Veranstaltung verlief störungsfrei. Etwa 200 Personen machten sich dann um kurz vor 22 Uhr auf den Weg Richtung Ottensen. Dabei kam es nach den Angaben eines Polizeisprechers vereinzelt zu Sachbeschädigungen. So wurden in der Straße "Am Brunnenhof" SPD-Plakate abgerissen und an der Großen Bergstraße Baustellenmaterial auf die Fahrbahn gezogen. Auf der Großen Bergstraße löste sich der Protestzug in einzelne Gruppen auf, die dann noch einige Zeit ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei trieben. Zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit den Einsatzkräften kam es laut Polizei allerdings nicht.

Ausgangssperre in niedersächsischen Gemeinden

Wegen der hohen Corona-Infektionszahlen hat auch die Stadt Wolfsburg eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Wie die Stadt am Donnerstag mitteilte, gilt sie von Freitag an jeweils von 21 bis 5 Uhr. Die Inzidenz lag am Donnerstag bei 168 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen.

„Das Infektionsgeschehen in Wolfsburg lässt sich nicht auf bestimmte Orte oder Einrichtungen eingrenzen, die meisten Ansteckungen erfolgen im privaten Bereich“, erklärte Andreas Bauer, Dezernent für Finanzen, Bürgerdienste, Brand- und Katastrophenschutz. In Osnabrück, den Kreisen Cloppenburg, Emsland und Celle sind die Ausgangssperren bereits in Kraft getreten.

In und um Hannover hat die nächtliche Ausgangssperre am Donnerstag ohne große Zwischenfälle begonnen. Wie die Polizei am Abend bestätigte, war die Lage sehr ruhig. Von den Beschränkungen zwischen 22.00 Uhr und 5.00 Uhr sind 1,1 Millionen Menschen betroffen. Lediglich in der Nordstadt versammelten sich laut Polizei etwa 50 Menschen, um gegen die Ausgangssperre zu protestieren.

Corona in Schleswig-Holstein: Nur noch fünf Kreise unter Grenzwert

Ähnlich wie in Hamburg, wenn auch weiter auf deutlich niedrigerem Niveau, ist auch in Schleswig-Holstein die Inzidenz am Donnerstag minimal gesunken: Nach 74,5 am Mittwoch lag sie einen Tag später bei 73,9 – insgesamt wurden 358 neue Fälle gemeldet.

Während in Flensburg die Inzidenz wieder knapp unter 100 gesunken ist (96,5), liegt sie in den Kreisen Segeberg (134,2), Pinneberg (120,5) und dem Herzogtum Lauenburg (100,5) weiter im dreistelligen Bereich. Und auch am unteren Ende ist die Entwicklung wenig positiv: Mit Ostholstein hat ein weiterer Kreis den Grenzwert von 50 überschritten. Nun liegen nur noch fünf der fünfzehn Stadt- und Landkreise in Schleswig-Holstein unter der für die Corona-Regeln wichtigen Marke: Rendsburg-Eckernförde (47,1), Dithmarschen (38,3), Schleswig-Flensburg (37,8), Nordfriesland (25,3) und Plön (18,7 - aus diesem Kreis wurden am Donnerstag keine Zahlen gemeldet).

Derzeit werden 186 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern in Schleswig-Holstein behandelt, 51 von ihnen liegen auf Intensivstationen. Das Land meldet zwei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung, die Gesamtzahl der Corona-Toten liegt nun bei 1438.

Sorgen bereitet dem Gesundheitsamt im Kreis Pinneberg besonders die stark gestiegene Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen: Obwohl der Kreis landesweit den höchsten Inzidenzwert verzeichnet, liegt er bei den jungen und jüngsten Pinneberger noch einmal deutlich höher. Im Kreis Stormarn plädiert derweil der Bürgermeister von Ahrensburg, auch freiwillige Feuerwehrleute bei der Impfpriorisierung vorzuziehen: Die Einsatzkräfte seien einem stark erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt.

Gericht lehnt Eilanträge gegen Ausgangssperren ab

Das Verwaltungsgericht Osnabrück hat vier Eilanträge gegen die coronabedingten Ausgangssperren der Stadt Osnabrück und des Landkreises Emsland abgelehnt. Zu diesen Entscheidungen kam die Kammer im Wege einer umfassenden Abwägung des Interesses der Antragsteller und des öffentlichen Interesses, wie das Gericht am Donnerstag mitteilte. Die Rechtmäßigkeit der Beschränkungen könne kurzfristig nicht abschließend beurteilt werden.

So bestünden durchaus Zweifel an der Bestimmtheit einzelner Regelungen. Die Folgenabwägung fiel aber zum Nachteil der Antragsteller aus: Diese hätten nicht hinreichend dargelegt, in welcher Weise sie besonders stark durch die nächtliche Ausgangsbeschränkung betroffen seien. Auf der anderen Seite stehe der befürchtete weitere Anstieg der Infektionszahlen mit der damit einhergehenden Überlastung des Gesundheitssystems und gegebenenfalls Gesundheitsschädigungen weiterer Personen bis hin zu Todesfällen.

Sowohl im Landkreis Emsland als auch in der Stadt Osnabrück liege die Sieben-Tage-Inzidenz seit längerer Zeit deutlich über dem Wert von 150. Die Kammer halte die Ausgangsbeschränkung als Maßnahme zur Pandemiebekämpfung unter Bezugnahme auf wissenschaftliche Studien auch für ein grundsätzlich geeignetes Mittel zur Reduzierung und Verlangsamung des Infektionsgeschehens.Die Beschlüsse sind noch nicht rechtskräftig und können vor dem Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht angefochten werden.

Neue Corona-Verordnung in Hamburg erlassen

Der Hamburger Senat hat am Donnerstagnachmittag die „Achtunddreißigste Verordnung zur Änderung der Hamburgischen SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung“ veröffentlicht. Damit kann auch die darin enthaltene nächtliche Ausgangsbeschränkung wie geplant am Karfreitag erstmals in Kraft treten. Laut Verordnung ist in Hamburg „der Aufenthalt von Personen außerhalb einer Wohnung oder einer Unterkunft und dem jeweils dazugehörigen befriedeten Besitztum (...) von 21 Uhr bis 5 Uhr des Folgetags untersagt“.

Ausnahmen werden aber beispielsweise zur „Abwendung einer Gefahr für Leib, Leben oder Eigentum“, die Berufsausübung, die „unaufschiebbare Betreuung unterstützungsbedürftiger Personen und Minderjähriger“, die „Begleitung Sterbender“, die Versorgung von Tieren oder „ähnlich gewichtigen und unabweisbaren Zwecken“ gewährt.

Auch ist es erlaubt, sich nach 21.00 Uhr „zur körperlichen Bewegung, nicht jedoch in Sportanlagen, oder zum Ausführen von Tieren außerhalb einer Wohnung“ aufzuhalten. Bei Verstößen drohen Bußgelder.

Alles zu Hamburgs neuen Corona-Regeln:

"Drive-In" und "Drive-Through": Im Auto zum Corona-Test

Es ist gut organisiert, kontaktlos und komfortabel, geht schnell und kann ein sicheres Gefühl geben: Am Gründonnerstag eröffneten in Hamburg die beiden ersten Zentren für Corona-Schnelltests, die mit einem Auto passiert werden können. Weder im „Drive-In“ am Altonaer Fischmarkt noch im „Drive-Through“ in Parkhaus 1 des Flughafens in Fuhlsbüttel müssen der Fahrer und mögliche Begleiter den Wagen verlassen. Um das Ergebnis binnen 30 Minuten per SMS oder Mail erhalten zu können, ist eine vorherige Online-Registrierung erforderlich.

Bei der Premiere in und neben der Fischauktionshalle klappte fast alles. Von kleinen Unstimmigkeiten zwischen den Angaben im Internet und dem tatsächlichen Ablauf abgesehen, glückte der Test mit dem Test am Steuer. Der Unternehmensname ist Programm: TestOne. Unter Aufsicht der Ärztin Dr. Natasha Schlothauer hatten Mitarbeiterinnen des Roten Kreuzes zum Start um 15.30 Uhr alles im Griff. Je nach Buchung nutzten Kunden die Testmöglichkeit in der Halle oder die Open-Air-Passage direkt nebenan. Dieser „Bürgertest“ ist einmal in der Woche gratis. Andernfalls kostet er 24,99 Euro.

Pünktlich ging’s los. An der Kontrollstation auf dem Kopfsteinpflaster des Fischmarkts wurden – durch das geöffnete Autofenster - der online übermittelte Code gescannt und die persönlichen Daten geprüft. Freundlich, professionell, schnörkellos. Sodann baten die Mitarbeiterinnen in Schutzkleidung um das Ablegen der Maske. Der Abstrich in den beiden vorderen Nasenflügeln dauerte mit geübter Hand nur ein paar Sekunden. Ein bisschen Kitzeln, absolut nichts Unangenehmes. „Gute Fahrt“, sagte die Ärztin. Das war’s. In der Wartereihe befanden sich zur Premiere Autos mit Hamburger und Pinneberger sowie ein Fahrzeug mit österreichischem Kennzeichen.

Wenn der Service angelaufen ist, sollen am Elbufer in Altona pro Tag mehrere 100 Besucher getestet werden. So oder so. Hinter der hanseatischen Gesellschaft TestOne stehen die Hamburger Privatunternehmen Red One Healthcare in Bahrenfeld sowie das Hygiene Kontor aus Stellingen. Partner ist der Gastronom Jens Stacklies, Inhaber der Fischauktionshalle. Für das neue Testzentrum wurden zwölf seiner Mitarbeiter speziell geschult.

Wird das Angebot stark genutzt, können sich bis zu 60.000 Personen pro Woche testen lassen, davon knapp 2000 in Autos. Der Fischmarkt wäre dann das größte Testzentrum der Hansestadt. Sowohl in Altona als auch am Flughafen sind die Stationen am Karfreitag und während der Ostertage geöffnet.

Corona-Hilfe für Studierende auch im Sommersemester

In Not geratene Studierende an Hamburgs Hochschulen können auch für das Sommersemester Corona-Überbrückungshilfen beantragen. Die Zuschüsse zwischen 100 und 500 Euro müssen nicht zurückgezahlt werden, wie das Studierendenwerk Hamburg am Donnerstag mitteilte. Die Hilfen würden monatlich zugesagt. Seit dem Start im Sommer 2020 seien bis Ende März bereits 16.921 Anträge bewilligt und fast 7,8 Millionen Euro ausbezahlt worden. Die Mehrzahl der Studierenden erhielt den Höchstzuschuss in Höhe von 500 Euro.

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"In der aktuellen Situation ist ein Ende der Pandemie noch nicht absehbar und klassische Einkommensmöglichkeiten beispielsweise in der Gastronomie und der Veranstaltungsbranche stehen weiterhin nicht zur Verfügung", sagte Studierendenwerk-Geschäftsführer Jürgen Allemeyer. Insofern begrüße er sehr, dass der Bund die Überbrückungshilfe vorerst bis Ende September verlängert habe.

Niedersachsen führt Corona-Testpflicht an Schulen ein

Niedersachsen führt nach den Osterferien eine Corona-Testpflicht für den Schulbesuch ein. Schüler und Beschäftigte sollen sich selbst vor Unterrichtsbeginn an Präsenztagen zu Hause testen, kündigte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Donnerstag in Hannover an. Ohne negatives Testergebnis ist der Besuch des Unterrichts nicht möglich. „Ich glaube, dass wir damit einen weiteren sinnvollen Baustein setzen, um die Sicherheit zu erhöhen“, sagte Tonne. „Die Testungen helfen dabei, Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen.“

In der Regel sollen künftig zwei Tests pro Woche vorgenommen werden, erläuterte der Minister. Die Testpflicht gilt dabei auch für die Notbetreuung in den Schulen. Zu Hause versäumte Tests können ausnahmsweise in der Schule in einem dafür ausgewiesenen separaten Raum nachgeholt werden. Bei einem positiven Testergebnis informieren die Betroffenen die Schule, die das Gesundheitsamt einschaltet.

Eltern oder erwachsene Schüler sollen das negative Testergebnis am Testtag schriftlich bestätigen. Schulen können auch die Vorlage eines benutzten Testkits verlangen. „Das Verfahren setzt auf Vertrauen gegenüber Schülern, gegenüber Lehrern“, meinte der Minister.

Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt haben eine Testpflicht an Schulen für die Zeit nach Ostern bereits beschlossen, in anderen Bundesländern wird darüber diskutiert.

Über eine halbe Million Corona-Impfungen im Norden

Mehr als eine halbe Million Impfungen gegen das Coronavirus sind mittlerweile in Schleswig-Holstein verabreicht worden. Bis einschließlich Mittwoch wurden im Norden 502.200 Dosen verimpft, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts hervorgeht. 386.046 Menschen sind demnach bereits mindestens einmal geimpft worden. Bei den Erstimpfungen steht Schleswig-Holstein mit einer Impfquote von 13,3 Prozent nach Bremen und dem Saarland auf dem dritten Platz. Der Bundesdurchschnitt betrug 11,6 Prozent.

116.154 Menschen im Norden haben auch die zweite Dosis erhalten und sind damit vollständig durchgeimpft. Hier liegt die Quote mit 4,0 Prozent – das ist gemeinsam mit Brandenburg der niedrigste Wert aller Bundesländer – deutlich unter dem deutschen Durchschnitt von 5,0 Prozent.

Kulturverein in Hamburg nach Polizeikontrolle geschlossen

Wegen Verstößen gegen die Corona-Verordnung und anderer Vergehen ist ein Kulturverein in Hamburg-Harburg geschlossen worden. Nach Angaben der Polizei waren Beamte am Mittwochabend im Bezirk unterwegs, um die Einhaltung der Corona-Eindämmungsverordnung zu überprüfen. Dabei fiel Zivilfahndern auf, wie mehrere Menschen den Kulturverein betraten und verließen. Im Gebäude trafen die Beamten zehn Personen an, die gegen die geltenden Corona-Maßnahmen verstießen, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Außerdem stellten die Polizisten sieben manipulierte Glücksspielautomaten sicher.

Gegen die Anwesenden wurden Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten eingeleitet. Zwei von ihnen hielten sich mutmaßlich illegal in Deutschland auf und wurden in die Zentrale Erstaufnahmeeinrichtung gebracht. Auch gegen den Betreiber des Kulturvereins wurde ein Verfahren eingeleitet, er muss laut Polizei mit einer Geldstrafe in Höhe von 5000 Euro rechnen.

Oberverwaltungsgericht: Maskenpflicht beim Joggen rechtsmäßig

Kehrtwende im Streit um die Maskenpflicht beim Joggen: Am Donnerstag hat das Oberverwaltungsgericht Hamburg einen Beschluss des Verwaltungsgerichts geändert und stuft die distanzunabhängige Maskenpflicht an Alster, Elbe und im Jenischpark, die an Wochenenden und Feiertagen zu bestimmten Uhrzeiten gilt, nun als voraussichtlich rechtmäßig ein.

Das Verwaltungsgericht Hamburg hat Mitte März einem Eilantrag stattgeben, mit dem sich der Antragsteller gegen die allgemeine Maskenpflicht beim Joggen an oben genannten Orten gewandt hatte.

Die Stadt hatte daraufhin gegen die Eilentscheidung des Verwaltungsgerichts Beschwerde beim Hamburgischen Oberverwaltungsgericht eingelegt – mit Erfolg. Das Oberverwaltungsgericht Hamburg hat nun die erstinstanzliche Entscheidung geändert und den Eilantrag abgelehnt. Begründet wird die Entscheidung auch mit dem Auftreten der Corona-Mutanten, die dem Infektionsgeschehen neue Dynamik verliehen haben. Darüber hinaus gelte die Maskenpflicht an besagten Orten nur zu bestimmten Zeiten und der Antragsteller könne "die öffentlichen Wege an Alster, Elbe und im Jenischpark außerhalb dieser Zeiten zum Joggen nutzen." Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts ist unanfechtbar.

Erste Eilanträge gegen Ausgangssperren in Niedersachsen

Die Anordnung von nächtlichen Ausgangssperren in den Landkreisen und Kommunen beschäftigt die Justiz. Beim Verwaltungsgericht Osnabrück seien bis Donnerstagmorgen vier Eilanträge eingegangen, sagte Gerichtssprecherin Julia Schrader. Ein Antrag beziehe sich auf die Allgemeinverfügung des Landkreises Emsland, drei auf die entsprechende Anordnung der Stadt Osnabrück.

Über die Anträge solle noch am Donnerstag entschieden werden. In allen Fällen wollen die Antragssteller die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen kippen. „Die Frist zur Stellungnahme läuft bis 14 Uhr“, sagte Schrader. Die Ausgangsbeschränkungen sollen zur Eindämmung der hohen Corona-Infektionszahlen dienen.

Sollte das Gericht den Anträgen stattgeben, bedeute das aber nicht, dass damit die Ausgangsbeschränkungen für alle Bürgerinnen und Bürger hinfällig würden, betonte Schrader. Die Entscheidungen bezögen sich immer nur auf die Antragssteller. Außerdem sei die Entscheidung noch nicht sofort rechtskräftig, sondern es gebe noch die Beschwerdemöglichkeit zum Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg.

Dem OVG lagen am Donnerstag noch keine Anträge gegen die Ausgangsbeschränkungen vor, sagte dessen Pressesprecher Heiko Leitsch. Es sei zwar wahrscheinlich, dass nach den erstinstanzlichen Entscheidungen der Verwaltungsgerichte auch das OVG angerufen werde. Mit OVG-Entscheidungen vor Ostern sei aber nicht zu rechnen, weil den Parteien auch immer eine angemessene Frist zur Stellungnahme einzuräumen sei.

Corona in Hamburg: Senat rät vor Feiertagen von Reisen ab

Kurz vor Beginn der Feiertage hat der Hamburger Senat erneut von Reisen über Ostern abgeraten und auf geltende Corona-Beschränkungen hingewiesen. Zwar gebe es keine generelle Einschränkung der Mobilität innerhalb Deutschlands, hieß es in einer Mitteilung der Gesundheitsbehörde vom Donnerstag. „Alle Hamburgerinnen und Hamburger werden jedoch aufgefordert, auf private Reisen und Besuche zu verzichten.“

Im Inland stünden wegen entsprechender Verordnungen ohnehin keine Übernachtungsmöglichkeiten für touristische Zwecke zur Verfügung. Während touristische Tagesausflüge etwa nach Schleswig-Holstein aber weiter möglich sind, hat die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern sie untersagt.

In Hamburg sind private Zusammenkünfte auch während der Ostertage auf den eigenen Hausstand und maximal eine weitere Person begrenzt, wobei Kinder unter 14 Jahren nicht mitgezählt werden. „Das bedeutet: Eine Zusammenkunft von mehr als zwei Haushalten ist eine Ordnungswidrigkeit“, warnte die Behörde.

Sie wies auch noch einmal auf die geltenden Test- und Quarantäne-Pflichten für Reisende ins oder aus dem Ausland hin. „Personen, die eine Reise antreten, müssen sich selbst über die entsprechenden Regularien informieren.“ Eine Auflistung der Risiko- und Virusvarianten-Gebiete sei auf der Homepage des Robert Koch-Instituts abrufbar. Mit kurzfristigen Änderungen müsse gerechnet werden – auch zwischen Abreise und Rückkehr.

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Fast 1900 Corona-Neuinfektionen in Niedersachsen

Der schnelle Anstieg der Corona-Infektionen in Niedersachsen setzt sich fort. Das Landesgesundheitsamt meldete am Donnerstag 1889 neue Fälle. Das sind etwas mehr als am selben Tag vor einer Woche (1802) – und das, obwohl der Landkreis Hildesheim wegen Software-Problemen diesmal keine Infektionen melden konnte.

Die landesweite Inzidenz wurde mit 117,4 angegeben. Vor einer Woche lag der Wert noch bei 102,5. Die Inzidenz gibt an, wie viele Ansteckungen es pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche gab.

Die regional höchsten Werte verzeichneten die Stadt Salzgitter (277,1) und der Kreis Cloppenburg (206,8). Über 150 lagen auch die Kreise Emsland, Gifhorn, Leer, Oldenburg, Peine und Wesermarsch sowie die Städte Osnabrück und Wolfsburg. Den ursprünglich für Lockerungen angepeilten Wert von höchstens 50 erreichen derzeit lediglich zwei Regionen: die Kreise Friesland (49,6) und Northeim (40,1).

Corona: Hamburg startet „Oster-Impf-Turbo“

In Hamburg sind jetzt auch die 78- und 79-Jährigen zur Corona-Schutzimpfung aufgerufen. Dazu würden „sehr zeitnah“ 36.000 zusätzliche Termine bereitgestellt, sagte Martin Helfrich, Sprecher der Gesundheitsbehörde, am Donnerstag. Er sprach von einem „Oster-Impf-Turbo“. Viele der 78- und 79-Jährigen hätten bereits oder würden noch am Ostersonnabend Post bekommen. „Jeder, der einen Brief erhält, ist impfberechtigt und für jeden gibt es einen Termin.“

Senatorin Melanie Leonhard (SPD) appellierte an die Aufgerufenen, sich rasch um einen Termin zu bemühen. „Wir wollen so schnell vorankommen, wie es möglich ist. Deswegen haben wir ausreichend Termine im Buchungsportal bereitgestellt, die auch sehr zeitnah stattfinden. Ich habe außerdem veranlasst, dass am Osterwochenende pro Tag 1000 zusätzliche Termine zur Verfügung stehen.“ Wer aufgerufen sei, könne also zügig drankommen.

Weitere über 75-Jährigen würden in Kürze jahrgangsweise aufgerufen, sagte Helfrich. „Wir rechnen damit, dass bis Mitte April alle über 75-Jährigen einen Termin machen können.“ Ein Vorziehen der über 60-Jährigen in der Impfpriorisierung, wie es nach dem Hin- und Her um den Impfstoff von Astrazeneca anderswo erwogen wird, werde es nicht geben. „Diese Frage stellt sich in Hamburg nicht“, sagte er.

Stiftung: Corona-Schutzkleidung wird zur Falle für Wildtiere

Falsch entsorgte Masken, Plastikhandschuhe und andere Corona-Schutzmaterialien können nach Angaben der Deutsche Wildtier Stiftung Tieren zum Verhängnis werden. Beispielsweise können sich Haltegummis von Masken um die Schnäbel von Vögeln wickeln, oder Tiere verheddern sich mit Flügeln oder Füßen darin, warnt die Stiftung.

Außerdem fressen Vögel, aber auch Säugetiere wie Füchse und Wildschweine unbeabsichtigt Reste von Schutzkleidung. So werden auch Wildtiere zu Opfern der Pandemie, sagt Stiftungsvorstand Klaus Hackländer. Er rät: Abfälle wie Masken und Plastikhandschuhe nie lose wegwerfen, sondern in reißfeste, dichte Müllsäcke geben, fest verschließen und in den Restmüll geben.

Ostern im Ferienhaus: So versuchen Urlauber zu tricksen

Die Urlaubsorte an Ostsee und Nordsee bereiten sich über die Oster-Feiertage trotz Corona auf die Anreise zahlreicher Touristen vor. Während in Niedersachsen vielerorts strengere Regeln teilweise mit Ausgangssperren greifen und in Mecklenburg-Vorpommern verstärkte Polizeikontrollen angekündigt sind, herrscht in Schleswig-Holstein kein grundsätzliches Urlaubsverbot, auch Tagesausflüge sind erlaubt. Lesen Sie hier mehr über das Schlupfloch, das einige Gäste für ihren Urlaub nutzen wollen, und wie die Lage gerade an Ostsee und Nordsee ist.

Corona: Wieder mehr als 500 Neuinfektionen in Hamburg

Die Hamburger Sozialbehörde hat am Donnerstag 541 neue Corona-Infektionen gemeldet. Vor einer Woche waren es mit 549 ähnlich viele Fälle. Somit verändert sich der Inzidenzwert nur unwesentlich und liegt nun bei 163,3 (Vortag: 163,7) Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Seit Beginn der Pandemie wurden in der Hansestadt 61.809 Corona-Infektionen registriert. Von ihnen gelten nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts 53.400 als genesen.

Doch es gibt auch eine positive Nachricht: In den Hamburger Kliniken hat sich die Lage ein wenig entspannt. Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern ist leicht gesunken und liegt nun bei 277 (Stand: 31. März, am Vortag waren es noch 288). 89 Menschen und damit fünf weniger als am Vortag sind so schwer erkrankt, dass sie intensivmedizinisch behandelt werden müssen (Stand: 31. März), 72 von ihnen kommen aus Hamburg. Nach Angaben des RKI liegt die Zahl der Todesfälle in Hamburg bei 1382 – es sind vier weitere Tote hinzugekommen (Stand: 31. März).

„Post mit Herz“: Aktion gegen Einsamkeit in Corona-Zeiten

Mit liebevollen Briefen haben Tausende Menschen anderen zu Ostern eine Freude bereitet. Im November hatten neun junge Menschen aus Hamburg die ehrenamtliche Aktion „Post mit Herz“ ins Leben gerufen. „Wir wollten etwas Gutes tun“, sagt Mitgründerin Rumi Kirjakov. „Da in der Corona-Pandemie viele Menschen sozial isoliert wurden, wollten wir sie mit lieben Worten unterstützen.“ Zusammen mit ihren Mitstreitern schrieben sie soziale Einrichtungen an, ob sie Lust hätten, mitzumachen und starteten einen Aufruf im Internet.

„Die Resonanz war unglaublich“, sagt die 33-Jährige. Bis Weihnachten beteiligten sich deutschlandweit 19.000 Briefeschreiberinnen und Briefeschreiber, mehr als 36.000 Briefe und Karten konnten zu Weihnachten an 367 soziale Einrichtungen wie Altenheime, Behinderten- und Obdachloseneinrichtungen geschickt werden. „Dass das so gut angenommen wird und wir so viele Menschen glücklich machen können, hätten wir nicht gedacht“, sagt Kirjakov. Schnell war klar, dass die Aktion auch zu Ostern fortgesetzt werden soll.

Einen der zahlreichen Oster-Briefe erhielt Liselotte Fabian, die seit sieben Jahren in der Ernst und Claere Jung Stiftung lebt. „Ich freue mich so sehr über die Post“, erzählt die 93-Jährige. Schon zu Weihnachten hatte die alte Dame einen Brief von einem unbekannten Absender erhalten. „Das war ein großer Glücksmoment“, sagt die 93-Jährige, deren Verwandte in den USA leben und sie daher wegen der Corona-Pandemie nicht besuchen können. Die Hamburgerin ist schon sehr gespannt, wer ihr diesmal geschrieben hat - und will auf jeden Fall auch wieder antworten.

Maskenverweigerer steht in Hamburg vor Gericht

Ein 30-jähriger Maskenverweigerer aus Hamburg muss sich am kommenden Donnerstag vor dem Amtsgericht Altona verantworten. Er steht wegen Hausfriedensbruchs in Tateinheit mit Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes und Verstoß gegen das Kunsturhebergesetz in zwei Fällen vor Gericht.

Der 30-Jährige und eine Begleiterin sollen am 5. Oktober 2020 das Kino UCI Othmarschen besucht haben. Dort wiesen Mitarbeiter des Kinos das Duo auf die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasenbedeckung hin. Der Mann soll sich jedoch uneinsichtig gezeigt, die ihm angebotenen Visiere abgelehnt und den Mitarbeiter K. als "abscheulichen Menschen" bezeichnet haben, weil dieser seiner Begleiterin ohne Maske kein Popcorn verkaufen wollte, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

„Er soll sich geweigert haben, das Kino zu verlassen, K. gegen dessen Willen gefilmt, den Kinosaal betreten und kurz darauf die Videoaufnahme auf Instagram veröffentlicht haben“, so die Erste Staatsanwältin Liddy Oechtering. Zwei Tage später betrat der 30-Jährige einen Supermarkt in der Max-Brauer-Allee – dabei trug er erneut keine Schutzmaske. Angestellte des Ladens baten den Mann, eine Maske aufzusetzen oder das Geschäft zu verlassen. Doch der 30-Jährige kam dieser Bitte nicht nach. Stattdessen filmte er zwei Supermarktangestellte, trat einen Warenständer um und veröffentlichte auch dieses Video kurz darauf bei Instagram.

Schärfere Corona-Regeln für zwei Kreise und Flensburg

In den Kreisen Pinneberg und Segeberg sowie in der Stadt Flensburg treten am Donnerstag wegen hoher Infektionszahlen verstärkte Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus in Kraft. Dort lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche an mindestens drei aufeinander folgenden Tagen über 100. Damit wird ein von der Landesregierung beschlossener Mechanismus ausgelöst. In Flensburg schwankte der Wert zuletzt um 100.

Nunmehr dürfen sich in den genannten zwei Kreisen und in Flensburg Haushalte nur noch mit einer weiteren Person treffen. Dies gilt sowohl im privaten als auch im öffentlichen Raum. Kinder unter 14 Jahren zählen nicht mit. Kitas sollen nur noch eine Notbetreuung anbieten. Der Schulunterricht beginnt nach den Osterferien erst wieder am 19. April.

Zudem dürfen nur noch Läden für den täglichen Bedarf wie Lebensmittel-Geschäfte, Drogerien, Wochenmärkte oder Baumärkte öffnen. Auch darf aus einem Haushalt nur eine Person einkaufen. Im übrigen Einzelhandel dürfen nur noch vorbestellte Waren abgeholt werden.

Für Dienstleistungen mit Körperkontakt müssen Kunden in Kreisen und kreisfreien Städten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 einen negativen Corona-Test vorlegen. Dies gilt etwa für Kosmetikstudios oder Massagesalons – aber nicht für medizinisch und pflegerisch notwendige Dienstleistungen sowie Besuche von Friseuren oder Nagelstudios. Sport ist nur mit weiteren Einschränkungen möglich.

Die AHAL-Regeln gegen Corona: So verringern sie das Ansteckungsrisiko

  • Abstand halten: Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum, und halten Sie mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen Personen
  • Hygiene: Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund, waschen Sie sich regelmäßig die Hände mit Seife und achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Im Alltag Maske tragen: Auch wo die (erweiterte) Maskenpflicht nicht gilt, ist es empfehlenswert, sich und andere vor Ansteckung zu schützen. FFP2-Masken oder OP-Masken bieten Schutz vor Ansteckung
  • Lüften: Wenn Sie sich mit anderen Personen in einem Raum aufhalten, lüften Sie regelmäßig, um das Risiko einer erhöhten Viruskonzentration in der Raumluft zu verringen
  • Außerdem: Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden

Polizei zerstreut Gruppen von feiernden Jugendlichen

Dem guten Wetter und der ab Karfreitag geltenden nächtlichen Ausgangssperre dürfte zu nahezu gleichen Teilen geschuldet sein, dass die Polizei am Mittwochabend speziell rund um die Alster mehrfach größere Gruppen von feiernden Jugendlichen zerstreuen musste.

Insgesamt seien mehrere Hundert überwiegend sehr junge Leute angetroffen worden, die sich dort ohne Abstand und Masken, dafür mit Alkohol getroffen hätten, hieß es seitens der Polizei. 150 Personen befanden sich demnach im Bereich der Krugkoppelbrücke und weitere etwa 350 bis 400 Personen im Bereich des Alstervorlandes. Neben einigen Familien und Spaziergängern handelte es sich dabei hauptsächlich um feiernde Jugendliche, die sich teils ein Katz- und Maus-Spiel mit den Beamten lieferten. Die Polizisten bekamen bei dem Einsatz Unterstützung von mehreren Streifenwagen der Bereitschaftspolizei.

Wie die Polizei weiter mitteilte, sei die Stimmung teilweise sehr aggressiv gewesen. Mehrere Glasflaschen wurden von den Jugendlichen in Richtung des Fahrers eines Polizeimotorrads geworfen, auch zwei Streifenwagen wurden beschädigt. Die Einsatzkräfte leiteten über ein Dutzend Ordnungswidrigkeitenverfahren ein und stellten viele Personalien fest. Gegen 22.40 Uhr hatten sich schließlich alle jungen Leute aus dem Bereich des Alstervorlands entfernt.

Auch im Jenischpark und am Elbstrand hat es nach Abendblatt-Informationen zum Teil größere Feiern unter freiem Himmel gegeben. Größere Zusammenstöße gab es bei den Versuchen der Polizei, die Ordnung wiederherzustellen, anscheinend nicht. Am späteren Abend hatte sich die Lage allgemein beruhigt.

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Nächtliche Ausgangssperren in Niedersachsen überwiegend eingehalten

Die Menschen in den von Ausgangssperren betroffenen Regionen Niedersachsens haben sich in der Nacht zum Donnerstag überwiegend an die Regeln gehalten. In Osnabrück fand vor dem Rathaus eine Demonstration mit circa 20 Teilnehmenden statt, wie ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen mitteilte. „Darüber hinaus war in der Nacht gar nichts los.“

Die Polizeistellen in den Kreisen Cloppenburg, Emsland und Celle meldeten ebenfalls ruhige Nächte. Von vereinzelten Verstößen gegen die Ausgangssperren berichteten Polizeisprecher aus den Landkreisen Wesermarsch und Peine. Es handele sich dabei allerdings nicht um große Zwischenfälle, hieß es. In Bremerhaven, wo die nächtliche Ausgangssperre bereits seit Montag gilt, wurden circa 350 Fahrzeug- und Personenkontrollen durchgeführt. Dabei stellten die Einsatzkräfte insgesamt circa 65 Verstöße gegen die Beschränkungen fest.

Corona: Diese Testverfahren gibt es

  • PCR-Test: Weist das Virus direkt nach, muss im Labor bearbeitet werden – hat die höchste Genauigkeit aller Testmethoden, ist aber auch die aufwendigste
  • PCR-Schnelltest: Vereinfachtes Verfahren, das ohne Labor auskommt – gilt als weniger zuverlässig als das Laborverfahren
  • Antigen-Test: weniger genau als PCR-(Schnell)Tests, dafür zumeist schneller und günstiger. Laut RKI muss ein positives Testergebnis durch einen PCR-Test überprüft werden, ein negatives Ergebnis schließt eine Infektion nicht aus, insbesondere, wenn die Viruskonzentration noch gering ist.
  • Antigen-Selbsttest: Die einfachste Test-Variante zum Nachweis einer Infektion mit dem Coronavirus. Wird nicht von geschultem Personal, sondern vom Getesteten selbst angewandt. Gilt als vergleichsweise ungenau.
  • Antikörper-Test: Weist keine akute, sondern eine überstandene Infektion nach – kann erst mehrere Wochen nach einer Erkrankung sinnvoll angewandt werden
  • Insgesamt stellt ein negatives Testergebnis immer eine Momentaufnahme dar und trifft keine Aussagen über die Zukunft

Schleswig-Holstein: Jetzt vier Kreise über 100

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auch in Schleswig-Holstein weiter: Am Mittwochabend meldete das Land einen Wert von 74,5 (Vortag: 71,7). Inzwischen liegen vier Kreise über der Marke von 100, neben Segeberg (132,0), Pinneberg (114,8) und der Stadt Flensburg (104,3) erstmals auch das Herzogtum Lauenburg (107,1).

Die Zahl der neuen Corona-Fälle erhöhte sich landesweit um 406, in Krankenhäusern werden derzeit 200 Menschen wegen einer Corona-Infektion behandelt, 51 von ihnen sind so schwer erkrankt, dass sie auf Intensivstationen versorgt werden müssen. Die Zahl der Corona-Toten stieg um vier auf insgesamt 1436.

Die Zahlen vom Abend haben allerdings vorerst nicht zwingend Auswirkungen auf die Corona-Regeln: Diese waren zuvor von der Landesregierung anhand der bisherigen Zahlen angepasst worden – weswegen der Einzelhandel im Herzogtum Lauenburg auch über Ostern hinaus nach Terminvereinbarung Kunden empfangen darf und die Kontaktbeschränkungen nicht verschärft werden.

Lesen Sie hier den Corona-Newsblog für Hamburg und den Norden vom Vortag

( maj/bob/coe/jmo/josi/zv/dpa/afp )

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