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E-Scooter: UKE-Studie zeigt auffällige Muster bei Unfällen

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Schwerer Unfall mit einem E-Scooter in Hamburg.

Schwerer Unfall mit einem E-Scooter in Hamburg.

Foto: Michael Arning

Wer mit dem Elektroroller stürzt, verletzt sich häufiger schwer am Kopf als Fahrradfahrer. Unfälle auch mit abgestellten E-Scootern.

Hamburg. Wenn man Polizisten, Geschäftsleute in der Hamburger Innenstadt oder Anwohner auf St. Pauli und an der Sternschanze fragt, sagen sie alle: „Die Dinger sind die Pest.“ E-Scooter, E-Roller, Leih-Elektrokleinfahrzeuge – oder wie auch immer sie heißen mögen. Seit die E-Scooter meist von professionellen Verleihern über eine App in Hamburg gemietet werden können, stellt sich die Frage: Wo stellt man sie ab und vor allem: wie?

Viele Bürger sind genervt, wenn die Fahrzeuge nach der Benutzung achtlos hingeworfen werden und die Gehwege versperren. Meist gleich mehrere nebeneinander. Mitte 2019 wurden die E-Roller auf Deutschlands Straßen legalisiert. Auf den Straßen, wohlgemerkt, denn auf Bürgersteigen dürfen sie nicht fahren. In der Anfangsphase kurz nach der Einführung gab es auch in Hamburg viele und schwerwiegende Unfälle. Das führte zu der bis heute unbeantworteten Frage, ob es eine Helmpflicht für die Benutzer geben sollte.

E-Scooter und Unfälle: Was die UKE-Studie zeigt

Nach einer Studie des UKE im Zeitraum vom Juni 2019 bis Juni 2020 ereignen sich die Unfälle mit den E-Scootern vor allem abends, nachts und am Wochenende. Das spricht für den Spaß- und Hobbyfaktor der Fahrzeuge, weniger für eine Integration in die gewöhnliche Nutzung von Fahrzeugen oder Nahverkehr im Alltag. Vorausgesetzt, die Unfälle verteilen sich gleichsam über die Zahl der Nutzer und Fahrten.

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Die UKE-Ärzte Dr. Holger Kleinertz und Dr. Darius M. Thiesen (Unfallchirurgie) fanden ebenso heraus, dass fast jeder dritte Unfallfahrer alkoholisiert war, wie das UKE in einer Mitteilung schreibt. Für ihre Untersuchung haben sie 89 Patienten des UKE mit E-Scooter-Unfällen (33,9 Jahre Altersdurchschnitt) 435 Patienten mit Fahrradunfällen (42,5 Jahre) gegenübergestellt. Die Unfälle mit Fahrrädern ereigneten sich zumeist unter der Woche, wie es heißt. Am Kopf oder Gesicht wurden 54 Prozent der E-Scooteristen verletzt (14 Prozent schwere Kopfverletzungen, darunter Brüche), bei den Pedaleuren waren es 46 Prozent. Einen Helm trug niemand aus der Untersuchungsgruppe.

Ärzte empfehlen Helmpflicht

Schlussfolgerung der Ärzte: „Aus unserer Sicht empfiehlt sich auch bei der Nutzung von E-Scootern das Tragen eines Helms und der Verzicht auf Alkohol. Denn der Kopf ist beim Fahren extrem gefährdet und in dem Bereich kann es zu potenziell lebensgefährlichen Verletzungen kommen.“ Interessantes Detail: Sieben Prozent der „E-Scooter-Patienten“ im UKE waren offenbar gar nicht gefahren, sondern über einen E-Scooter gestürzt.

( ryb )

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