Newsblog für den Norden

Schulen und Kitas: Rückschläge für den Kreis Pinneberg

| Lesedauer: 25 Minuten
Sechstklässler aus Kiel – diese Schülerinnen und Schüler dürfen ab 8. März wieder in den Präsenzunterricht.

Sechstklässler aus Kiel – diese Schülerinnen und Schüler dürfen ab 8. März wieder in den Präsenzunterricht.

Foto: Picture Alliance/dpa

Der Überblick: Polizei fordert Unterstützung bei Corona-Kontrollen. Inzidenz steigt in Hamburg weiter. Neue Regeln für Bremerhaven.

Hamburg ist das einzige Land, in dem es bis auf die Öffnung der Friseure zunächst keine weiteren Lockerungen gibt. Stattdessen gilt in der Hansestadt seit dem Wochenende sogar eine verschärfte Maskenpflicht an beliebten Plätzen und in Grünanlagen wie dem Stadtpark, an der Elbe und der Alster.

Auch auf Spielplätzen müssen Erwachsene in Hamburg ab sofort eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Währenddessen geht es in Schleswig-Holstein und Niedersachsen deutlich lockerer zu: Blumenläden, Gärtnereien und Gartenbaucenter dürfen überall wieder öffnen, auch Individualsport auf Sportanlagen ist etwa in Schleswig-Holstein wieder erlaubt.

Corona-News für Hamburg und den Norden am 1. März:

Die aktuellen Corona-Fallzahlen aus ganz Norddeutschland:

  • Hamburg: 2311 neue Corona-Fälle (gesamt seit Pandemie-Beginn: 430.228), 465 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (davon auf Intensivstationen: 44), 2373 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1435,3 (Stand: Sonntag).
  • Schleswig-Holstein: 1362 Corona-Fälle (477.682), 623 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 39). 2263 Todesfälle (+5). Sieben-Tage-Wert: 1453,0; Hospitalisierungsinzidenz: 7,32 (Stand: Sonntag).
  • Niedersachsen: 12.208 neue Corona-Fälle (1.594.135), 168 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen, 7952 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1977,6; Hospitalisierungsinzidenz: 16,3 (Stand: Sonntag).
  • Mecklenburg-Vorpommern: 700 neue Corona-Fälle (381.843), 768 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 76), 1957 Todesfälle (+2), Sieben-Tage-Wert: 2366,5; Hospitalisierungsinzidenz: 11,9 (Stand: Sonntag).
  • Bremen: 1107 neue Corona-Fälle (145.481), 172 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 14), 704 Todesfälle (+0). Sieben-Tage-Wert Stadt Bremen: 1422,6; Bremerhaven: 2146,1; Hospitalisierungsinzidenz (wegen Corona) Bremen: 3,88; Bremerhaven: 7,04 (Stand: Sonntag; Bremen gibt die Inzidenzen getrennt nach beiden Städten an).

Am Mittwoch treffen sich die Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin. Halten Sie weitere Corona-Lockerungen für sinnvoll?

Es wurden bisher 4587 Stimmen abgegeben.

Inzidenz von 214: Mehr Einschränkungen in Bremerhaven

Die Stadt Bremerhaven hat auf den hohen Neuinfektionswert von mehr als 200 reagiert und weitere Einschränkungen in der Corona-Pandemie verfügt. In Abstimmung mit dem Krisenstab beschloss der Magistrat am Montag, das Tragen einer medizinischen Mund-Nasen-Bedeckung für die Innenstadt auszuweiten und auch in Fahrzeugen für Mitfahrende anzuordnen, sobald zwei Hausstände unterwegs sind.

Zudem werde die maximale Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen gemäß der Coronaverordnung von 100 auf 50 Personen reduziert. Die Regeln gelten von Dienstag an zunächst bis zum 12. März, hieß es in einer Mitteilung. Eine mögliche Ausgangssperre wurde nicht für zwingend notwendig erachtet.

Am Montag gab die Stadt die Inzidenz mit 214 an – so viele Menschen pro 100.000 Einwohner haben sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Virus angesteckt. Die 200er-Inzidenz gilt als kritische Marke.

Schleswig-Holstein: Inzidenz schwankt weiter um 50

Die Sieben-Tage-Inzidenz schwankt in Schleswig-Holstein weiterhin um den Wert 50. Am Montag wurden 49,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen gemeldet. Das geht aus Daten hervor, die das Gesundheitsministerium in Kiel veröffentlichte (Datenstand: 1.3., 20.18 Uhr). Am Sonntag lag der Wert bei 50,0 – und am Montag vor einer Woche bei 49,3.

Als Zielmarke für nächste Öffnungsschritte wurden beim letzten Bund-Länder-Treffen maximal 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen festgelegt. Am Mittwoch treffen sich die Ministerpräsidenten der Länder wieder mit der Bundeskanzlerin, um über die weitere Strategie in der Corona-Krise zu sprechen.

Es wurden 98 neue Corona-Infektionen registriert – eine Woche zuvor waren es 93 bestätigte Neuinfektionen. An den Wochenenden und montags liegen die Zahlen erfahrungsgemäß etwas niedriger, weil weniger getestet wird. Die Zahl der Corona-Todesfälle stieg am Montag um 20 auf 1305.

284 Patienten wurden in schleswig-holsteinischen Krankenhäusern behandelt. Intensivmedizinische Behandlung brauchten 77 Menschen, 59 mit Beatmung.

Kita-Beschränkungen in Pinneberg verlängert

Schleswig-Holstein hat Einschränkungen für den Betrieb von Krippen, Kitas und Horten in mehreren Kreisen und kreisfreien Städten um eine Woche ab dem 8. März verlängert. Dies betrifft nach Angaben des Gesundheitsministeriums wegen der dortigen Corona-Infektionslage die Kreise Herzogtum Lauenburg, Pinneberg und Schleswig-Flensburg sowie die kreisfreien Städte Flensburg und Lübeck.

Die Entscheidungen seien auf Basis einer Lagebewertung der Gesundheitsämter im Einvernehmen mit den betroffenen Kommunen getroffen worden. Die konkreten Regelungen unterscheiden sich zwischen den genannten Kreisen und kreisfreien Städten. Es gibt entweder einen Notbetrieb oder einen eingeschränkten Regelbetrieb, bei dem die weit überwiegende Zahl der Kinder in normalen Gruppengrößen betreut wird.

Die meisten Krippen, Kitas und Horte im Land sind seit dem 22. Februar im sogenannten Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen. Das gilt für die kreisfreien Städte Kiel und Neumünster, die Kreise Dithmarschen, Nordfriesland, Ostholstein, Rendsburg-Eckernförde, Plön, Segeberg, Steinburg und Stormarn sowie die Insel Helgoland.

Gericht: Friseur-Schließung in Flensburg korrekt

Das Verwaltungsgericht Schleswig hat die Anordnung der Stadt Flensburg bestätigt, wegen der Corona-Lage anders als im Rest des Landes Friseursalons und Nagelstudios noch nicht zum 1. März wieder zu öffnen. Die Anordnung zur Schließung zunächst bis zum 6. März bleibt bestehen, wie das Gericht am Montag auf den Antrag der Betreiberin eines Friseursalons in einem Eilverfahren entschied (Az 127/1 E – 242). Die Stadt hatte wegen der hohen Infektionszahlen die Ausübung der genannten Dienstleistungen verboten.

Zwar könne die Rechtmäßigkeit des Verbots in der Kürze der Zeit nicht abschließend beurteilt werden, erläuterte das Gericht. In einer Folgenabwägung kamen die Richter aber zum Ergebnis, dass angesichts der weiterhin hohen Inzidenz und der in Flensburg starken Verbreitung der britischen Variante des Coronavirus weitergehende Schutzmaßnahmen nötig seien.

Die Schließung zu verlängern, könne ein verhältnismäßiges Mittel sein, um wirksam der Ausbreitung des überdurchschnittlichen Infektionsgeschehens zu begegnen. Auch ein von anderen Landesteilen abweichendes Vorgehen sei angesichts der Lage gerechtfertigt. Gegen den Beschluss ist Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht möglich.

Schule: Prien verkündet drei Modelle

In weiten Teilen Schleswig-Holsteins können die Kinder und Jugendlichen aus den 5. und 6. Klassen vom nächsten Montag an wieder zum Präsenzunterricht in die Schulen gehen. Wie Bildungsministerin Karin Prien (CDU) mitteilte, betrifft dies die Landeshauptstadt Kiel, Neumünster, Nordfriesland, Dithmarschen, Steinburg, Segeberg, Stormarn, Ostholstein, Plön und Rendsburg-Eckernförde. Dies sind jene Kreise und kreisfreien Städte, in denen in dieser Woche die Grundschüler im Präsenzunterricht sind.

Wo die Grundschüler derzeit Wechselunterricht haben, starten die Jahrgänge 5 und 6 ebenfalls in den Wechselunterricht. Dies betrifft Pinneberg, den Kreis Herzogtum Lauenburg, Lübeck sowie den größten Teil des Kreises Schleswig-Flensburg. In Flensburg und in den angrenzenden Gemeinden des Kreises Schleswig-Flensburg bleiben die Schulen auch in der kommenden Woche im Lernen auf Distanz.

Die erste Woche Präsenzunterricht an den Grundschulen sei erfolgreich verlaufen, sagte Prien. "Wir hatten in dieser Woche aus dieser Gruppe insgesamt 16 positiv getestete Schülerinnen und Schüler an den Grundschulen der zehn Kreise bei 68.000 Schülerinnen und Schülern." Das entspreche einer Sieben-Tage-Inzidenz von 23 bei den Grundschülern. "Viel wichtiger ist aber: Landesweit war die Freude bei den Kindern groß, wieder in die Schule gehen zu können", sagte die Ministerin. "Unsere Rückmeldungen zeigen ganz klar, dass es der richtige Schritt war, die Grundschulen zu öffnen."

Lehrer nehmen Testangebot gut an

Das in der vergangenen Woche gestartete Testangebot für Lehrkräfte werde gut angenommen, sagte Prien. Die Landesregierung berate darüber, wie die Teststrategie des Landes unter Berücksichtigung der Selbsttests erweitert werden könne. "Dazu gehört auch eine Teststrategie für freiwillige Tests von Schülerinnen und Schülern."

Noch in dieser Woche werde auch feststehen, wann für die an Schulen Tätigen Impfungen gegen Corona beginnen können. Das Gesundheitsministerium habe angekündigt, darüber in dieser Woche zu informieren.

Gewerkschaft der Polizei: Mehr gemeinsame Corona-Kontrollen

Um die Einhaltung der Corona-Regeln besser überprüfen zu können, hat die Hamburger Polizeigewerkschaft (GdP) mehr gemeinsame Kontrollen mit den jeweiligen Fachbehörden gefordert. In den vergangenen Monaten habe sich bei den Einsätzen „viel Kompetenz-Wirrwarr“ gezeigt, sagte Hamburgs GdP-Chef Horst Niens am Montag.

„Richtiger wären noch mehr sogenannte Verbundeinsätze, mit denen die fachlichen Kompetenzen gleich mit ins Boot geholt werden.“ Das könnten Vertreter der Gewerbe-, Gesundheits- oder Ordnungsämter sowie des Zolls sein.

Hintergrund sei, dass die Beamten nicht alle gesetzlichen Grundlagen und die branchenspezifischen Feinheiten der Corona-Eindämmungsverordnung kennen können. „Wenn ich bei den Kontrollen in Barbershops beispielsweise jemanden vom Bezirksamt dabei hätte, ist es für ihn ein Blick und ich müsste mir das lange erarbeiten.“

Schwarzarbeiter wollen ohne Corona-Test ein- und nach Hamburg reisen

Am 27. Februar stoppte die Bundespolizei einen aus Tschechien kommenden Passat in Neugersdorf (Sachsen). Eine 31-jährige Frau und ein 41-jähriger Mann aus Serbien waren mit dem Wagen unterwegs und wollten nach Hamburg, um dort Probe zu arbeiten.

"Für diese angestrebte Arbeitsaufnahme lagen weder Visum noch Arbeitserlaubnis vor", teilte die Bundespolizei am Montag mit. Außerdem hatten sie keinen für die Einreise aus der Tschechischen Republik notwendigen Corona-Test dabei – auch ihre Einreise hatten sie nicht registriert. Daher wurden sie wegen unerlaubter Einreise angezeigt und zurück nach Tschechien geschickt.

Urteil: Pandemie begründet keine Befreiung von Rundfunkbeitrag

Personen mit Schwerbehinderung können sich vom Rundfunkbeitrag befreien lassen. Eine Voraussetzung: Betroffene haben dauerhaft einen Grad der Behinderung (GdB) von wenigstens 80 und können wegen ihres Leidens an öffentlichen Veranstaltungen ständig nicht teilnehmen. Die Zugehörigkeit zu einer Covid-19-Risikogruppe rechtfertigt die Befreiung aber nicht. Das Rechtsportal des Deutschen Anwaltvereins (DAV) informiert über eine Entscheidung des Sozialgerichts Osnabrück (Az.: S 30 SB 245/18).

Video: So funktioniert die Corona-Impfung in Hamburg

So funktioniert die Corona-Impfung in Hamburg
So funktioniert die Corona-Impfung in Hamburg

403 neue Corona-Fälle in Niedersachsen – Sieben-Tage-Wert steigt

Die Corona-Situation in Niedersachsen bleibt angespannt. Das Landesgesundheitsamt meldete am Montag 403 Neuinfektionen, eine Woche zuvor waren es mit 401 fast genauso viele. Der landesweite Sieben-Tage-Wert stieg im Vergleich zur Vorwoche von 67,1 auf 68,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Insgesamt 4295 Menschen (plus 3) sind an oder mit dem Virus gestorben.

Regional betrachtet verzeichnete der Landkreis Cloppenburg den höchsten Sieben-Tage-Wert (148,8) im Land, gefolgt von den Landkreisen Wesermarsch (132,1) und Leer (122,4).

Schleswig-Holstein: SPD-Landeschefin fordert mehr Freiheit im Freien

Die SPD-Spitze in Schleswig-Holstein verlangt eine Entschärfung der Kontaktregeln in der Corona-Pandemie. „Konkret sollten die für viele unverständlichen Verweilverbote im Freien aufgehoben werden“, sagte die Landesvorsitzende Serpil Midyatli am Montag. „Zudem kann zum Beispiel die Außengastronomie dadurch früher geöffnet werden.“ Midyatli verwies auf „inzwischen sehr verlässliche Erkenntnisse, dass im Freien kaum Infektionen stattfinden. Das bessere Wetter sollten wir für mehr Freiheiten nutzen.“

Derzeit dürfen sich im Norden die Mitglieder eines Hausstandes nur mit einer weiteren Person treffen, auch im Freien. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat mittlerweile angekündigt, dass die Regel für den Außenbereich auf fünf Personen oder zwei Haushalte geändert werden soll.

Kostenlose Taxifahrt zum Impfzentrum für über 80-Jährige

Ein neuer Service geht an den Start: Ab sofort können sich über 80-Jährige in Hamburg kostenlos ein Taxi für die Fahrt zum Impfzentrum in den Messehallen bestellen. Auch der Rücktransport wird von der Sozialbehörde übernommen. Sie kooperiert dabei mit Europas größtem Taxivermittler „Free Now“. Das Angebot gilt im Hamburger Stadtgebiet.

Unter der Telefonnummer 040/299960937 können sich Fahrgäste ein Taxi bestellen, indem sie die Abholadresse und die Abholzeit für ihren Impftermin angeben. Das Taxi wird dann fest für den Kunden reserviert. Die Fahrt ist für den Fahrgast und eine Begleitperson kostenfrei. „Das Angebot der Stadt Hamburg zeigt Einsatz, ist sinnvoll und pragmatisch in der Umsetzung“, sagt Alexander Mönch, Deutschland-Chef von „Free Now“. „Es wird obendrein die gesamte Taxibranche eingebunden, die aktuell jede Fahrt gebrauchen kann.“

Hamburg: Deutlich weniger Betriebsgründungen im Corona-Jahr

Im Corona-Jahr 2020 ist die Zahl der Betriebsgründungen in Hamburg deutlich zurückgegangen. Insgesamt seien knapp 4500 Unternehmen neu an den Start gegangen und damit 5,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor, teilte das Statistikamt Nord am Montag mit. Vor allem im zweiten Quartal 2020, in der Zeit des ersten Lockdowns, sei die Zahl der Betriebsgründungen um fast 13 Prozent massiv gesunken.

Im vierten Quartal betrug das Minus nur noch 2,5 Prozent, wie die Statistiker erklärten. Die Betriebsgründungsquote je 1000 Einwohnerinnen und Einwohnern lag in Hamburg bei 2,4, wobei sie im Bezirk Bergedorf mit 1,1 am niedrigsten und im Bezirk Mitte mit 5,8 am höchsten ausfiel.

Laut Statistikamt Nord fallen unter die Betriebsgründungsstatistik Firmen, deren Rechtsform oder Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Beim Kleingewerbe wiederum seien Betriebe zusammengefasst, die unter anderem nicht im Handelsregister eingetragen seien und keine Arbeitnehmer beschäftigen. Bei ihnen ist die Zahl der Neugründungen im vergangenen Jahr um knapp 21 Prozent auf 4870 gesunken. Die Zahl neu gegründeter Nebenerwerbsbetriebe verringerte sich um rund sechs Prozent auf 6700.

Gastgewerbe fordert Öffnung: „Wirtschaftlich am Ende“

Niedersachsens Gastwirte fordern eine möglichst schnelle Öffnung von Hotels und Restaurants - spätestens zu Ostern. Nach insgesamt fast 25 Wochen im Lockdown sei das Gastgewerbe „wirtschaftlich am Ende“, sagte der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Niedersachsen, Detlef Schröder, am Montag nach einem Treffen mit Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) am Landtag in Hannover. Die Unterstützung des Staates sei aufgebraucht, sodass es jetzt um das wirtschaftliche Überleben der Betriebe und der Mitarbeiter gehe.

Polizei beendet illegale Party in aufgebrochener Gartenlaube

In einer Lübecker Kleingärtneranlage haben am Wochenende neun junge Menschen eine Gartenlaube aufgebrochen, um eine Party zu feiern. Die zwei Frauen und sieben Männer im Alter zwischen 19 und 26 Jahren hockten eng beisammen, wie die Polizei am Montag mitteilte.

Eine Mund-Nasenabdeckung trug demnach niemand. Die Beamten lösten das illegale Beisammensein im Stadtteil St. Jürgen in der Nacht zum Sonntag auf. Die jungen Erwachsenen müssen sich jetzt wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz sowie Einbruch in die Gartenlaube verantworten.

Nach Lockdown: Viel Andrang im Tierpark Neumünster

Fast zwei Monate nach der coronabedingten Schließung hat der Tierpark Neumünster am Montagvormittag wieder geöffnet. Schon am Morgen gab es bei kühlen Temperaturen und verhangenem Himmel einen größeren Besucheransturm vor allem aus Hamburg, wo die Ferien begonnen haben. Eltern und Großeltern mit Kindern nutzten die Gelegenheit zu einem Ausflug.

Am Vormittag seien mit 250 Personen bereits so viele Besucher auf dem Gelände wie sonst an einem ganzen Tag, sagte Tierpark-Chefin Verena Kaspari. „Wir sind total happy, dass wir nach elf Wochen wieder öffnen dürfen. So ein großer Tierpark ohne Besucher ist gespenstisch.“

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Zum Schutz vor der Vogelgrippe müssen sich die Besucher vor Eintritt in das 24 Hektar große Gelände in Wannen die Schuhe desinfizieren, auch die Reifen von Kinderwagen werden mit Desinfektionsmitteln abgesprüht. An der Kasse und auf Toiletten gelten wegen Corona Mundschutzpflicht, im Park die üblichen Abstandsregeln, zudem dürfen nicht mehr als 1000 Besucher auf dem Gelände sein. Das Restaurant hat geöffnet aber nur Außer-Haus-Verkauf.

Neue Corona-Zahlen für Hamburg: Inzidenz steigt weiter

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Hamburg ist am Montag wieder weiter auf 80,3 gestiegen – am Sonntag lag sie bei 78,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Insgesamt meldete die Behörde 258 Neuinfektionen in Hamburg (Vortag: 126). Montag vor einer Woche wurden 219 Corona-Fälle gemeldet – deshalb ist die Inzidenz weiter angestiegen.

Seit Beginn der Pandemie wurden in der Hansestadt nun 52.049 Infizierte gemeldet. Nach Schätzung des Robert-Koch-Instituts gelten 47.000 als genesen. 282 an Covid-19 Erkrankte werden in den Krankenhäusern der Stadt versorgt (Stand: 26. Februar). 81 von ihnen sind so schwer erkrankt, dass sie auf Intensivstationen behandelt werden müssen, 68 von ihnen kommen aus Hamburg. Die Zahl der Todesfälle liegt laut RKI bei 1272 – es sind zwei weitere Menschen mit oder an Covid-19 gestorben (Stand 28. Februar).

Immerhin steigt auch die Zahl der Impfungen in Hamburg: Mit Stand vom 28. Februar haben 100.548 Menschen die Erstimpfung erhalten und 52.849 auch bereits die Zweitimpfung.

Weil fordert schnell Klarheit über Impfstoff von Johnson & Johnson

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat das Verfahren für die Zulassung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson in Europa kritisiert. Es sei ihm „unbegreiflich“, dass sich die Arzneimittelagentur EMA noch zwei Wochen Zeit lassen wolle, sagte der SPD-Politiker am Montag. In den USA hatte das Präparat am Sonnabend eine Notfallzulassung erhalten. „Warum kann in Europa der zuständige Ausschuss erst Mitte März eine Empfehlung abgeben? Sorry, aber das muss schneller gehen“, sagte Weil. Der Impfstoff sei vielversprechend – auch, weil nur eine Impfdosis pro Person benötigt werde.

Der US-Konzern Johnson & Johnson hatte die Zulassung Mitte Februar bei der EMA beantragt. Der zuständige Ausschuss will seine Bewertung Mitte März abgeben. Einem Zwischenergebnis der Phase-III-Studie zufolge bietet der Impfstoff vier Wochen nach Verabreichung einen 66-prozentigen Schutz vor mittleren oder schweren Covid-19-Krankheitsverläufen. Die Wirksamkeit gegen schwere Erkrankungen wurde mit 85 Prozent angegeben. Bei einigen Konkurrenzprodukten ist die Wirksamkeit laut Studien höher, die Werte von Johnson & Johnson gelten aber immer noch als gut.

Dressel: Hamburger Schutzschirm auch im März aufgespannt

Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) twitterte am Montag: "Unser Hamburger Schutzschirm bleibt auch im März breit aufgespannt, über 1,5 Mrd.€ an Hilfen stehen bereit." Dazu teilte er einen Brief an betroffene Unternehmen, in dem er die Hilfen aktualisiert zusammengefasst habe.

Hamburger Katzen aus Quarantäne entlassen

Nach einem negativen Corona-Test haben zwei Katzen die Quarantäne im Hamburger Tierheim verlassen können. Das Friedrich-Loeffler-Institut in Greifswald habe bestätigt, dass die beiden Kater die Infektion überstanden haben, sagte die Leitende Tierärztin Urte Inkmann. Daraufhin habe das Bezirksamt Harburg die Quarantäne aufgehoben. Die Tiere hatten einer Hamburgerin gehört, die nach einer Coronavirus-Infektion gestorben war. Lesen Sie hier den ganzen Artikel zum Thema.

Lockdown: Hochbahn erfreut über Öffnungen der Friseure

Auch die Hamburger Hochbahn freut sich darüber, dass ihre Fahrgäste dank der Öffnung der Friseure künftig wieder mit frisierten Haaren und gestutztem Bart in die Züge einsteigen. Das Unternehmen veröffentlichte dazu ein Vorher-Nachher-Foto auf Twitter und schrieb: "Mit der Maske müssen wir leider noch ne Weile leben. Aber wenigstens sehen wir dabei ab heute wieder vernünftig aus."

Hamburger Friseure nach Wochen wieder geöffnet

Endlich wieder Haare schneiden und tönen: Seit Montag dürfen die seit Wochen geschlossenen Friseure wieder öffnen. So mancher wollte seine Kunden so früh wie möglich bedienen können und öffnete bereits um Mitternacht. So wie Henry Riehl, der zwei Läden mit Namen „Stadtteil Friseur“ betreibt. In seinem Salon im Stadtteil Barmbek bediente er zu der frühen Stunde mehrere Kunden.

„Die Freude ist riesig“, sagte er über die Wiedereröffnung. „Geld verdienen, Kunden und Mitarbeiter wiedersehen - es hat alles plötzlich wieder einen Sinn.“ Während des Lockdowns lieferte Riehl Getränke aus, um Geld verdienen zu können. Das Nachholbedürfnis der Hamburger ist groß: Die Terminbücher für die kommenden Wochen sind laut Hamburger Innung bereits gut gefüllt.

Video: Peter Tschentscher zur verschärften Maskenpflicht

Tschentscher knallhart: Wo es eng wird, gilt Maskenpflicht

Eine entsprechende Verordnung der Stadt war am Freitagnachmittag veröffentlicht worden. Das ist aber wohl noch nicht zu allen Hamburgern durchgedrungen. Am Sonnabend fiel bei einem Spaziergang an der Alster auf, dass etwa die Hälfte der Passanten keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

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1. März: Was im Norden seit heute wieder öffnen darf

Hamburg ist das einzige Land, in dem es bis auf die Öffnung der Friseure erst einmal keine weiteren Lockerungen gibt. Auch bei den Friseuren hat der rot-grüne Senat nur zur Wahrung der bundesweiten Einheitlichkeit mitgemacht. Es gilt seit dem Wochenende sogar eine verschärfte Maskenpflicht für stark besuchte Orte wie den Jungfernstieg. Auch in Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern tut sich außer bei den Friseuren wenig Neues – weil einiges längst geöffnet ist. Blumenläden bieten dort ihre Ware bereits wieder an.

Auch Gartenmärkte haben in Niedersachsen und Bremen bereits auf und öffnen nun auch in den Regionen Mecklenburg-Vorpommerns mit geringem Infektionsgeschehen. In Niedersachsen sind auch Fahrradläden offen. In Mecklenburg-Vorpommern sind zudem Fahrschulen bereits für solche Schüler geöffnet, die die Fahrerlaubnis für die Berufsausbildung benötigen. Zudem dürfen dort in Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 und darunter Kosmetiker, Fußpfleger und Nagelstudios wieder Kunden empfangen.

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Niedersachsen: Fünf Hausärzte beginnen mit Impfungen in Praxen

Niedersachsen geht neue Wege bei den Corona-Impfungen: Fünf Hausärzte erproben von Montag an die Impfung von unter 65-jährigen Menschen in ihren Praxen. Gestartet wird in den Landkreisen Leer, Wesermarsch und Uelzen sowie in Stadt und Region Hannover. Bei welchen Ärzten genau geimpft wird, wollen die Kreise zunächst nicht öffentlich bekannt geben, damit die Abläufe dort nicht durch einen Run auf die Praxen durcheinander gebracht werden.

Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) hatte dazu erklärt, die Probeläufe dienten dazu, Logistik und Lagerung der Impfstoffe und technische Abläufe durchzuspielen. Voraussichtlich ab April könnten dann deutlich mehr Praxen in Niedersachsen mit im Boot sein. Das sei mit der Kassenärztlichen Vereinigung in Niedersachsen vereinbart worden. Nach Angaben von KVN-Vorstandschef Mark Barjenbruch stehen dafür rund 9000 Arztpraxen bereit.

Die AHAL-Regeln gegen Corona: So verringern sie das Ansteckungsrisiko

  • Abstand halten: Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum, und halten Sie mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen Personen
  • Hygiene: Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund, waschen Sie sich regelmäßig die Hände mit Seife und achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Im Alltag Maske tragen: Auch wo die (erweiterte) Maskenpflicht nicht gilt, ist es empfehlenswert, sich und andere vor Ansteckung zu schützen. FFP2-Masken oder OP-Masken bieten Schutz vor Ansteckung
  • Lüften: Wenn Sie sich mit anderen Personen in einem Raum aufhalten, lüften Sie regelmäßig, um das Risiko einer erhöhten Viruskonzentration in der Raumluft zu verringen
  • Außerdem: Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden

Das sind die Corona-Lockerungen in Schleswig-Holstein

Während Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Freitag vor einer zu schnellen Lockerung der Corona-Regeln auch im Hamburger Umland warnte, hat die die Landesregierung in Schleswig-Holstein weitere Schritte beschlossen. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) bezeichnete die am Freitag mit der neuen Corona-Verordnung auf den Weg gebrachten Änderungen als verantwortbar.

Montag treten folgende Lockerungen in Kraft:

  • Blumenläden, Gärtnereien, Gartenbaucenter und abgetrennte Gartenabteilungen von Baumärkten dürfen wieder öffnen.
  • Mit entsprechenden Hygienekonzepten dürfen Friseure und Anbieter anderer körpernaher Dienstleistungen wie Bart- und Nagelpflege ihre Läden wieder öffnen.
  • Gleiches gilt für Individualsport auf Sportanlagen. Sport ist gemeinsam mit dem eigenen Hausstand oder einer weiteren Person möglich. Darunter fallen auch Fitnessstudios.
  • In geschlossenen Räumen gilt eine wichtige Beschränkung: Dort dürfen pro Raum nur Personen eines Hausstandes oder zwei Personen aus verschiedenen Haushalten Sport machen. Der Betrieb von Schwimm- und Spaßbädern bleibt untersagt.
  • Außerdem sollen die Tierparks, Wildparks, Aquarien und Zoos ihre Außenbereiche wieder öffnen können. Die Besucherzahl wird auf eine Person je 20 Quadratmeter der zugänglichen Wege- und Verkehrsfläche begrenzt. Außerdem müssen die Betreiber die Kontaktdaten der Besucher erfassen.
  • Wassersportler dürfen ihre Motorboote und Segeljachten ab Montag wieder ins Wasser lassen. Zwar ist gemeinsames Segeln oder eine Fahrt mit dem Motorboot unter Einhaltung der Corona-Regeln möglich. Sogenannte Ausflugsfahrten sind aber nicht erlaubt.

Die neue Corona-Verordnung gilt bis einschließlich 7. März 2021.

Lesen Sie hier den Corona-Newsblog für Hamburg und den Norden vom Vortag

( lag/HA/dpa )

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