Blitzeinbrüche

Polizei: Hinter Hamburger Einbruchsserie stecken Häftlinge

Blitzeinbrüche in Hamburg: Die drei Männer, zwei davon Freigänger, trieben auch im Alsterhaus ihr Unwesen (Archivbild).

Blitzeinbrüche in Hamburg: Die drei Männer, zwei davon Freigänger, trieben auch im Alsterhaus ihr Unwesen (Archivbild).

Foto: Roland Magunia / HA

Die spektakulären Blitzeinbrüche unter anderem im Alsterhaus hatten für Aufsehen gesorgt – Beute im sechsstelligen Bereich.

Hamburg. Es war eine der spektakulärsten Einbruchsserien in Hamburg der vergangenen Jahre: In Windeseile räumten Einbrecher Regale in Geschäften mit Luxusgütern aus. Auch das Alsterhaus war betroffen. Jetzt sind die mutmaßlichen Täter gefasst. Zwei der drei Männer sind Freigänger der Haftanstalt Glasmoor – einer der Häftlinge gilt als Kopf hinter der Serie.

Im Oktober hatte die Serie begonnen, beim Optiker Carl im Hanseviertel. Noch im selben Monat soll das Trio in das Handtaschen-Geschäft "Luxussachen" an den Hohen Bleichen eingebrochen sein. Es folgten Raubzüge im Alsterhaus und dem Kaufhaus Galeria Karstadt Kaufhof in Lübeck, auch ein Juwelier im Mercado in Ottensen soll Opfer der Diebe geworden sein. Die Beute – darunter Handtaschen, Schmuck und teure Brillen – war mehrere Hunderttausend Euro wert.

Blitzeinbrüche in Hamburg – Trio für mindestens fünf Taten verantwortlich

Bei dem Einbruch in Lübeck wurde ein 19 Jahre alter Hamburger auf frischer Tat ertappt und festgenommen – er sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Die weiteren Ermittlungen führten zu zwei weiteren Hamburgern im Alter von 39 und 42 Jahren – die eigentlich gerade Haftstrafen in Glasmoor absitzen: Auffällig war aber, dass die Taten immer dann passierten, wenn beide Hafturlaub hatten.

Die infolge der Ermittlungen erwirkten Durchsuchungsbeschlüsse für die Zellen und Wohnungen der älteren Männer führten zur Sicherstellung von "Beweismitteln, Handys und 1.700 Euro, die mutmaßlich aus dem Verkauf des Diebesguts stammen", so Polizeisprecher Daniel Ritterskamp. Gegen den 42-Jährigen, der als Kopf der Gruppierung gilt, wurde ein Haftbefehl erlassen, zudem werden ihm und dem 39-Jährigen die Vergünstigungen im Vollzug gestrichen.

Mit einem E-Scooter quer durch das Alsterhaus

Die Polizei geht davon aus, dass die beiden Häftlinge die Einbrüche absicherten, während die eigentlichen Taten von dem Teenager begangen wurden – ein Tatmittel: Ein E-Scooter, mit dem der 19-Jährige unter anderem quer durchs Alsterhaus fuhr, um möglichst schnell zu den Luxushandtaschen zu gelangen. In allen Fällen wurden Scheiben zertrümmert und dann zielgerichtet Luxuswaren gestohlen.

Es ist laut Polizei nicht auszuschließen, dass neben den fünf Taten noch weitere Einbrüche auf das Konto des Trios gehen.