Hamburg

Grünen-nahe Heinrich-Böll-Stiftung bekommt am meisten Geld

Die Heinrich-Böll-Stiftung bekommt die meisten finanziellen Mittel in Hamburg.

Die Heinrich-Böll-Stiftung bekommt die meisten finanziellen Mittel in Hamburg.

Foto: imago images / Jürgen Ritter

In Hamburg bekommt die HBS deutlich mehr Zuwendungen als andere Stiftungen. Die AfD möchte für ihre auch Mittel bekommen.

Hamburg. Bei den Zuwendungen der Stadt Hamburg kommt die Grünen-nahe Heinrich-Böll-Stiftung (HBS) seit Jahren am besten weg. Im vergangenen Jahr erhielt die Einrichtung 105.000 Euro, wie aus einer Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage des AfD-Bürgerschaftsabgeordneten Alexander Wolf hervorgeht.

An die der Linken nahe stehende Rosa-Luxemburg-Stiftung ging mit 52.000 Euro knapp halb so viel Geld. Noch weniger bekamen die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung mit 42.250 Euro und die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung mit 42.000 Euro. Die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung war mit 29.000 Euro Schlusslicht.

Stiftungen: Hamburger Senat verweist auf Förderrichtlinie

Für die Jahre 2014 bis 2018 sind die Beträge geringer, die Heinrich-Böll-Stiftung bekommt aber stets vor der Rosa-Luxemburg-Stiftung das meiste Geld. Der Senat verwies zur Begründung der Mittelvergabe auf die Förderrichtlinie für die politische Bildung.

Die AfD kämpft auf Bundesebene darum, dass die ihr nahe stehende Desiderius-Erasmus-Stiftung wie die anderen Stiftungen aus dem Bundeshaushalt gefördert wird. Das Bundesverfassungsgericht lehnte kürzlich einen Antrag der AfD auf Erlass einer einstweiligen Anordnung ab.

Das sind die 13 Begabtenförderungswerke in Deutschland

Die Heinrich-Böll-Stiftung macht bildungspolitische Arbeit und gehört auch zu den 13 Begabtenförderungswerken, die talentierte und leistungsstarke Studentinnen und Studenten sowie Doktorandinnen und Doktoranden unterstützen. Sie bieten 25 Prozent aller Stipendien in Deutschland. Die Höhe des individuellen Förderbetrags ist bei allen 13 Werken gleich und orientiert sich am BAföG, muss jedoch nicht zurückgezahlt werden.

Die Summe, die eine Studentin oder ein Student erhält, wird anhand des Einkommens der Eltern, des Ehepartners und des eigenen Einkommens berechnet, wobei der monatliche Höchstsatz bei (Stand 2020) 744 Euro liegt. Dazu kommt noch eine Studienkostenpauschale von 300 Euro im Monat. Einen zusätzlichen Bafög-Anspruch haben Stipendiaten nicht.

Die 13 Förderungswerke im Überblick:

  • Studienstiftung des deutschen Volkes
  • Konrad-Adenauer-Stiftung
  • Friedrich-Ebert-Stiftung
  • Hans-Böckler-Stiftung
  • Heinrich-Böll-Stiftung
  • Rosa-Luxemburg-Stiftung
  • Friedrich-Naumann-Stiftung
  • Evangelisches Studienwerk Villigst
  • Cusanuswerk
  • Hanns-Seidel-Stiftung
  • Avicenna-Studienwerk
  • Ernst-Ludwig-Ehrlich-Studienwerk
  • Stiftung der Deutschen Wirtschaft