Herberge für Menschen in Not

Baubeginn für Diakonieprojekt in Poppenbüttel

Pastor Stephan Uter bei der Grundsteinlegung.

Pastor Stephan Uter bei der Grundsteinlegung.

Foto: Julian Schmelmer

Kirchengemeinde plant „Haus der Sozialbindung“ mit Wohnungen für Alleinerziehende und Jugendwohngruppen.

Hamburg. Stephan Uter, Pastor der Evangelischen Kirchengemeinschaft Poppenbüttel, und der Wandsbeker Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff haben am Freitag den Grundstein für das „Haus der Sozialbindung“ gelegt. Dort sollen vom Ende des kommenden Jahres an auf drei Etagen Jugendliche und Familien in Notsituationen untergebracht werden und zudem Gemeinderäume Platz finden.

Bereits seit fünf Jahren verfolgt die Kirchengemeinde das Ziel, auf dem ehemaligen Gelände des alten Pastorats der Philemon-Kirche eine moderne Herberge für Menschen in Not zu erschaffen. Mit der Grundsteinlegung setzte Pastor Stephan Uter nun den symbolischen Startschuss für das Bauprojekt „Kirche baut Zukunft“. Auf 2535 Quadratmetern entstehen im Tegelsbarg unter anderem 21 teilbetreute Wohnungen für alleinerziehende Väter und Mütter, die aufgrund seelischer Belastungen die Erziehung ihrer Kinder nicht allein schultern können. „Unsere Intention ist es, die Menschen nicht allein zu lassen, sondern ein lebendiges Haus zu schaffen, das soziale Kontakte ermöglicht“, sagte Uter am Rande der Veranstaltung.

Das Projekt wird vom Theodor-Wenzel-Haus getragen, das bereits seit Jahrzehnten in Hummelsbüttel Familien in schwierigen Lebenssituationen unterstützt. In dem Gebäudekomplex kommen zusätzlich 13 Jugendliche in betreuten Jugendwohngruppen und eine Erziehungsberatung für Frühförderung von Kindern unter.

Der Bezirksamtsleiter betont den Wert der Einrichtung

Pastor Uter stand die Freude beim ersten Spatenstich ins Gesicht geschrieben. Die angespannte Situation auf dem Hamburger Wohnungsmarkt habe ihn dazu bewegt zu handeln, berichtet der 59 Jahre alte Geistliche. Seine emotionale Verbindung zum Projekt zeigte sich auch in seiner Rede: „Für mich geht heute ein Traum in Erfüllung. Was mich motiviert, ist die gemeinsame Lust auf gelebte Nächstenliebe in der Gemeinde.“ Für das Projekt investierte die Kirche rund 7,5 Millionen Euro.

Denn neben der Nächstenliebe verfolgt sie mit dem Bau der Sozialwohnungen auch das Ziel, die immer geringer werdenden Einnahmen aus der Kirchensteuer zu kompensieren. Die Gemeinde rechnet damit, dass schon in den nächsten zehn Jahren die Hälfte der Steuerbeiträge wegfallen werden.

Fertigstellung des Bauprojektes ist für den Oktober 2021 geplant

Für eine Unterkunft im „Haus mit Sozialbindung“ zahlen Eltern und Jugendliche 11 Euro pro Quadratmeter für 1,5 Zimmer sowie Küche und Bad. Uter möchte mit dem Mieterlös den Bestand der Gemeinde für die nachfolgenden Generationen sichern.

Wandsbeks Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff beglückwünschte die Kirchengemeinde bei der Grundsteinlegung und unterstrich den Wert der neuen Einrichtung: „Auch in Zeiten von Social Distancing bleibt es wichtig, Orte der Begegnung zu schaffen. Ein solcher entsteht an diesem Ort.“

Die Fertigstellung des Bauprojektes ist für den Oktober 2021 geplant. Der Pastor hofft, dass die Gemeinde dann bereits im nächsten Jahr mit den neuen Nachbarn das Weihnachtsfest feiern kann.