Demo auf der Elbe

100 Boote bei Protest der Initiative "Dove Elbe retten"

100 Boote auf der Elbe– als Zeichen des Protestes gegen die Öffnung der Dove Elbe an der Tatenberger Schleuse zur Norderelbe hin.

100 Boote auf der Elbe– als Zeichen des Protestes gegen die Öffnung der Dove Elbe an der Tatenberger Schleuse zur Norderelbe hin.

Foto: Michael Rauhe

Die Aktion richtete sich gegen Überlegungen, die Dove Elbe zur Norderelbe hin zu öffnen und zu einem Tidegewässer zu machen.

Hamburg. Im Zuge einer Demonstration der Bürgerinitiative "Dove Elbe retten" sind nach Angaben der Polizei Hamburg am Sonnabend 100 Boote in Richtung der Landungsbrücken aufgebrochen. Etliche staffierten dabei ihre Gefährte mit Transparenten wie „Dove-Elbe-retten.de“ aus. Nach Polizeiangaben gab es keine Zwischenfälle.

Nach Angaben der Initiatoren richtete sich die Demonstration gegen Überlegungen, die Dove Elbe an der Tatenberger Schleuse zur Norderelbe hin zu öffnen und somit zu einem Tidegewässer zu machen. Dies bedrohe sowohl ansässige Vereine und Firmen als auch die Flora und Fauna. Außerdem sei die Standsicherheit von Gebäuden und Deichen sowie die Rolle der Dove Elbe als Wassersport- und Naherholungsgebiet in Gefahr.

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Jennifer Jasberg, Vorsitzende der Grünen Bürgerschaftsfraktion: "Wir sitzen alle im selben Boot, wenn es darum geht, die Folgekosten für die Eingriffe in das Ökosystem Elbe zu verantworten. Die Tideelbe ist ein besonders schützenswerter Naturraum und zugleich ein intensiv genutzter Wirtschaftsraum, den es nachhaltig zu entwickeln gilt."

Dafür sei es wichtig, dass auch die Menschen vor Ort ihre Bedürfnisse artikulierten. "Umso mehr begrüße ich den bereits stattfindenden intensiven Dialog im Tide-Elbe-Forum, der alle Akteurinnen und Akteure beteiligt und auf Grundlage einer Machbarkeitsstudie die Handlungsoptionen für die Flussentwicklung auslotet."

Bedrohtes Wasser-Paradies Dove Elbe

Aus Sicht der FDP-Fraktion in der Bezirksversammlung Bergedorf ist eine Öffnung der Dove Elbe als Tidegewässer nicht mehr sinnvoll. Ein entsprechender Antrag werde derzeit mit SPD und der Grünen erarbeitet und in die Bezirksversammlung Bergedorf im August eingebracht. Die vorgestellten Ergebnisse des Tide-Elbe-Forums zeigten, dass durch die Öffnung der Dove Elbe die Sedimentmenge in der Stromelbe nur um ein bis zwei Prozent reduziert werden würde. Dem gegenüber stünden geschätzte Kosten von bis zu 250 Millionen Euro.

„Das heißt, der Senat würde eine geschätzte Viertel Milliarde Euro ausgeben, um sehr wenig für den Hafen zu erreichen und ein wertvolles Ökosystem auf 20 Jahre zu zerstören“, erklärte die Fraktionsvorsitzende Sonja Jacobsen.