Hamburg. Die Aktion richtete sich gegen Überlegungen, die Dove Elbe zur Norderelbe hin zu öffnen und zu einem Tidegewässer zu machen.

Im Zuge einer Demonstration der Bürgerinitiative "Dove Elbe retten" sind nach Angaben der Polizei Hamburg am Sonnabend 100 Boote in Richtung der Landungsbrücken aufgebrochen. Etliche staffierten dabei ihre Gefährte mit Transparenten wie „Dove-Elbe-retten.de“ aus. Nach Polizeiangaben gab es keine Zwischenfälle.

Nach Angaben der Initiatoren richtete sich die Demonstration gegen Überlegungen, die Dove Elbe an der Tatenberger Schleuse zur Norderelbe hin zu öffnen und somit zu einem Tidegewässer zu machen. Dies bedrohe sowohl ansässige Vereine und Firmen als auch die Flora und Fauna. Außerdem sei die Standsicherheit von Gebäuden und Deichen sowie die Rolle der Dove Elbe als Wassersport- und Naherholungsgebiet in Gefahr.

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Jennifer Jasberg, Vorsitzende der Grünen Bürgerschaftsfraktion: "Wir sitzen alle im selben Boot, wenn es darum geht, die Folgekosten für die Eingriffe in das Ökosystem Elbe zu verantworten. Die Tideelbe ist ein besonders schützenswerter Naturraum und zugleich ein intensiv genutzter Wirtschaftsraum, den es nachhaltig zu entwickeln gilt."

Dafür sei es wichtig, dass auch die Menschen vor Ort ihre Bedürfnisse artikulierten. "Umso mehr begrüße ich den bereits stattfindenden intensiven Dialog im Tide-Elbe-Forum, der alle Akteurinnen und Akteure beteiligt und auf Grundlage einer Machbarkeitsstudie die Handlungsoptionen für die Flussentwicklung auslotet."

Bedrohtes Wasser-Paradies Dove Elbe

Bedrohtes Hamburger Paradies – die Dove-Elbe

Der Wasserpark Dove-Elbe ist für Freizeit- und Spitzensportler ein Paradies.
Der Wasserpark Dove-Elbe ist für Freizeit- und Spitzensportler ein Paradies. © Marcelo Hernandez | Marcelo Hernandez / FUNKE Foto Services
Initiative Rettet die Dove Elbe: Torsten Möller, Heiko Buhr und Wolfgang Schnorrenberg an der Tatenberger Schleuse. Die Bürgerinitiative wehrt sich gegen die Pläne, dass die Dove-Elbe zur Tideelbe geöffnet wird.
Initiative Rettet die Dove Elbe: Torsten Möller, Heiko Buhr und Wolfgang Schnorrenberg an der Tatenberger Schleuse. Die Bürgerinitiative wehrt sich gegen die Pläne, dass die Dove-Elbe zur Tideelbe geöffnet wird. © Michael Rauhe | Michael Rauhe
Häuser am Allermöher Deich sollen abgerissen werden
Häuser am Allermöher Deich sollen abgerissen werden © Michael Rauhe | Michael Rauhe
Die Dove-Elbe in Neuengamme in den Vier- und Marschlanden.
Die Dove-Elbe in Neuengamme in den Vier- und Marschlanden. © Picture Alliance / Chromorange
Boote fahren bei einer Protestaktion mit Transparenten mit der Aufschrift
Boote fahren bei einer Protestaktion mit Transparenten mit der Aufschrift "Dove Elbe retten" vor den Landungsbrücken im Hamburger Hafen. © dpa
Spaziergang auf dem
Spaziergang auf dem "Grünen Ring“: Wasserpark Dove-Elbe © MARCELO HERNANDEZ | Marcelo Hernandez / FUNKE Foto Services
Das Regattazentrum in Allermöhe
Das Regattazentrum in Allermöhe © Andreas Laible | Andreas Laible
Am Wasserpark Dove-Elbe
Am Wasserpark Dove-Elbe © MARCELO HERNANDEZ | Marcelo Hernandez / FUNKE Foto Services
Die Initiative mit Wolfgang Schnorrenberg, Torsten Möller und Heiko Buhr auf dem Gelände vom Sportboothafen Möller.
Die Initiative mit Wolfgang Schnorrenberg, Torsten Möller und Heiko Buhr auf dem Gelände vom Sportboothafen Möller. © Michael Rauhe | Michael Rauhe
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Aus Sicht der FDP-Fraktion in der Bezirksversammlung Bergedorf ist eine Öffnung der Dove Elbe als Tidegewässer nicht mehr sinnvoll. Ein entsprechender Antrag werde derzeit mit SPD und der Grünen erarbeitet und in die Bezirksversammlung Bergedorf im August eingebracht. Die vorgestellten Ergebnisse des Tide-Elbe-Forums zeigten, dass durch die Öffnung der Dove Elbe die Sedimentmenge in der Stromelbe nur um ein bis zwei Prozent reduziert werden würde. Dem gegenüber stünden geschätzte Kosten von bis zu 250 Millionen Euro.

„Das heißt, der Senat würde eine geschätzte Viertel Milliarde Euro ausgeben, um sehr wenig für den Hafen zu erreichen und ein wertvolles Ökosystem auf 20 Jahre zu zerstören“, erklärte die Fraktionsvorsitzende Sonja Jacobsen.