Hamburg

Das Abendblatt trauert um eine geschätzte Kollegin

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Die langjährige Abendblatt-Reporterin Kristina Johrde.

Die langjährige Abendblatt-Reporterin Kristina Johrde.

Foto: Thies Rätzke

Die langjährige Reporterin Kristina Johrde ist im Alter von 50 Jahren gestorben. Sie hinterlässt zwei Kinder.

Hamburg. Die Redaktion des Hamburger Abendblatts trauert um eine ehemalige Kollegin. Kristina Johrde ist im Alter von 50 Jahren gestorben. Sie hinterlässt zwei Kinder.

„Kristina ist tot“ – das ist so ein Satz, den man sagt, ohne ihn selbst schon glauben oder begreifen zu können. Nach ihrem Studium in den USA und einem Volontariat an der Journalistenschule Axel Springer kam sie zum Abendblatt. 14 Jahre war sie Polizeireporterin – und das mit großer Leidenschaft und einer ganz besonderen journalistischen Hartnäckigkeit.

Sie war kaum aufzuhalten, wenn sie eine große Geschichte witterte. Mit klarem Gespür für das, was richtig und wichtig ist, ging sie ihren oftmals brisanten Recherchen nach. Das Ende der Hamburger Ära Schill ist zu weiten Teilen ein Verdienst ihrer investigativen Extraklasse. Und dies ist nur ein Beispiel ihrer Arbeit.

Eine herzliche und begeisterungsfähige Kollegin

Kristina Johrde, Jordy, KJ, bleibt als außergewöhnliche, besondere Kollegin in unseren Erinnerungen. Geschichten sah sie schon, wenn andere noch versuchten, Zusammenhänge zu finden. Vielleicht war sie hochintelligent, auf jeden Fall war sie wahnsinnig clever. Schönschreiberei hat sie nie interessiert. Fakten, Zusammenhänge hat sie gesammelt, gedeutet und aufgeschrieben, manchmal Grenzen ausgelotet. Für das Abendblatt reiste sie nach Kabul und New York – und brachte ebenso beeindruckende Geschichten mit wie aus Billstedt, Blankenese oder aus dem Polizeipräsidium.

In Erinnerung bleibt sie auch als herzliche, begeisterungsfähige Kollegin. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes nahm sie eine Auszeit – und arbeitete danach für internationale TV-Sender.

So erfolgreich sie beruflich auch kämpfte – ihre Krankheit zu besiegen, hat sie am Ende nicht geschafft. Nun ist Kristina tot. Und wir versuchen, es zu begreifen.