Hamburg

Masern-Impfpflicht tritt am Sonntag in Kraft

Auch Vorschüler und Erstklässler müssen sich impfen lassen.

Auch Vorschüler und Erstklässler müssen sich impfen lassen.

Foto: Getty Images/iStockphoto

Schüler, Kita-Kinder und jüngere Lehrer müssen Nachweis vorlegen. Bei Verstößen drohen bis zu 2500 Euro Bußgeld.

Hamburg. In Schulen und Kitas gilt von Sonntag an eine Masern-Impfpflicht. Eltern müssen dann vor der Aufnahme ihrer Kinder nachweisen, dass ihre Tochter oder ihr Sohn geimpft ist. Für Kinder, die schon zur Kita oder zur Schule gehen, muss der Nachweis bis zum 31. Juli 2021 erfolgen. Bei Verstößen drohen bis zu 2500 Euro Bußgeld.

Die Impfpflicht gilt auch für Lehrkräfte und Erzieherinnen sowie für Personal in medizinischen Einrichtungen wie Kliniken. Ebenfalls Pflicht werden Masern-Impfungen für Bewohner und Mitarbeiter von Flüchtlingsunterkünften.

Nachweisen könne man den Impfschutz sowohl mit dem Impfpass als auch mit dem gelben Kinderuntersuchungsheft, teilte die Hamburger Gesundheitsbehörde mit. „Impfen schützt - nicht nur Geimpfte, sondern uns alle, weil die Verbreitung dadurch verringert wird. Kinder sollen in Hamburgs Kitas sicher aufwachsen, vermeidbare Infektionen wollen wir deswegen verhindern“, sagte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD).

Von 2014 bis 2018 gab es in Hamburg insgesamt 133 Masernfälle

Wer Auto fahre, müsse sich anschnallen – und wer eine Kita besuche oder in einer arbeite, müsse geimpft sein. Schüler und Lehrer, die nach dem 1. März neu an eine Schule kommen, haben für den Nachweis einer Impfung 30 Tage Zeit, wie Schulsenator Ties Rabe (SPD) betonte. Die Eltern von Vorschülern und Erstklässlern, die im Schuljahr 2020/21 neu eingeschult werden, werden „von den Schulen im Brief mit der Einladung zum ersten Elternabend über das neue Gesetz informiert und um Vorlage des Impfnachweises gebeten“, so Rabe. Für neue Lehrer gelte die 30-Tage-Frist.

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Alle übrigen Schüler und Lehrer müssen den Nachweis bis Ende Juli 2021 erbringen. Ausgenommen seien nur Lehrkräfte sowie Beschäftigte in den Schulen, die vor 1971 geboren seien. Sie hätten mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine Masern-Erkrankung durchgemacht „und sind durch diese immun.

Ein Nachweis erübrigt sich somit“, erklärte Rabe. Nach Angaben von Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) sind Masern keine harmlose Kinderkrankheit, sondern hochansteckend. Von 2014 bis 2018 gab es in Hamburg insgesamt 133 registrierte Masernfälle.