SPD und Grüne

Zoff um neue Mitte-Chefin: Es geht um Parteiwechsel und Geld

Die Bezirksabgeordnete Meryem Celikkol wechselte im Oktober von den Grünen zur SPD.

Die Bezirksabgeordnete Meryem Celikkol wechselte im Oktober von den Grünen zur SPD.

Foto: Bündnis 90/Die Grünen

Ex-Grüne Celikkol ist für die SPD zur Vorsitzenden der Bezirksversammlung gewählt worden. Früherer Parteifreund ungehalten.

Hamburg. Die von den Grünen zur SPD gewechselte Abgeordnete Meryem Celikkol ist zur neuen Vorsitzenden der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte gewählt worden. Das Amt hatte zwölf Jahre lang Dirk Sielmann (SPD) ausgeübt, der zurückgetreten ist.

Celikkol war zuvor Fraktionsvorsitzende der „Grünen 2“ in der Bezirksversammlung, die sich nach internen Querelen von den Grünen abgespaltet hatte und schließlich mit sechs Abgeordneten im Oktober 2019 in die SPD-Fraktion wechselte, die seitdem auf 20 Abgeordnete kommt. Im Bezirk Mitte bildete sich danach eine sogenannte Deutschlandkoalition aus SPD, CDU und FDP.

Grün-roter Streit in Hamburg-Mitte

Scharfe Kritik an der Postenvergabe kommt von Grünen-Fraktionschef Manuel Muja: "Die SPD konnte den Gedanken nicht ertragen, in Mitte nicht mehr an der Macht zu sein. Sie hat die Gelegenheit, sechs Mandate einer anderen Partei für sich zu gewinnen, voll ausgenutzt. Spätestens mit der Wahl der neuen Vorsitzenden der Bezirksversammlung liegt nahe, dass sie dafür unter anderem gut bezahlte Posten angeboten hat."

Als Vorsitzende der Bezirksversammlung erhält Celikkol die dreifache Aufwandsentschädigung. Das sind rund 1707 Euro pro Monat – steuerfrei.

Grüne kritisieren Wahl der Ex-Abgeordneten

Die Vorwürfe der Grünen weist SPD-Fraktionschef Tobias Piekatz zurück. "Es ist Sache der SPD als größte Fraktion, den Vorsitzenden der Bezirksversammlung zu stellen. Meryem Celikkol ist gut geeignet für diesen Posten, denn sie war in den vergangenen fünf Jahren bereits stellvertretende Vorsitzende.“

Diese Artikel zum Parteiwechsel könnten Sie auch interessieren:

Dirk Sielmann habe dieses Amt aufgegeben, da er zum einen für die Bürgerschaft kandidiere und zum anderen beruflich noch stärker eingespannt sei. Das will Muja nicht gelten lassen.

Die Bürgerschaftskandidatur von Dirk Sielmann als Begründung zu nennen, sei angesichts seines nicht aussichtsreichen Listenplatzes 43 wenig glaubwürdig.