Unwetter in Hamburg

Nächste Sturmflut – aber S-Bahn hält wieder an Elbbrücken

Auch nach dem Orkan "Sabine" sind Feuerwehr und Polizei in Hamburg im Wetter-Einsatz. Glatteis auf Autobahnen A7 und A23.

Hamburg. Orkantief "Sabine" ist weitergezogen, aber in Hamburg und dem Norden machen sich weiterhin die Folgen bemerkbar – und der nächste Sturm droht bereits am Wochenende. Das sind die Entwicklungen am Mittwoch.

Abendhochwasser: die vorerst letzte Sturmflut?

Die am Nachmittag vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie angekündigte Sturmflut ist eingetroffen: Pünktlich um 19 Uhr stand der Hamburger Fischmarkt nach dem fünften Hochwasser seit "Sabine" unter Wasser. Mit einer Fluthöhe von 4,15 Meter über Normalhöhennull (2,00 Meter über dem mittleren Hochwasser) fiel die Sturmflut niedriger aus als am Morgen – trotzdem besteht in tief liegenden Gebieten die Gefahr von Überflutungen.

Das Morgenhochwasser am Donnerstag und die folgenden Tiden werden nicht mehr als Sturmflut erwartet.

Anleger Altona Fischmarkt wird nicht angelaufen

Wegen der aktuellen Sturmflut laufen die Hadag-Fährne L61 und L62 den Anleger Altona Fischmarkt zurzeit nicht an. Der Anleger bleibt bis auf weiteres gesperrt, teilte die Hadag via Twitter am Mittwochabend mit.

S-Bahnhof Elbbrücken tagelang gesperrt

Der S-Bahnhof Elbbrücken blieb in Folge der Sturmfluten tagelang gesperrt: Wie ein Bahnsprecher mitteilte, kann die Station seit dem heutigen Mittwoch um 17 Uhr wieder angefahren werden.

Die Eingänge der Haltestelle waren bei der schweren Sturmflut am Montagnachmittag geflutet worden, seitdem hielten S-Bahnen dort nicht mehr, auch nicht bei Niedrigwasser: Grund dafür war laut Bahn, dass die "notwendigen Flucht- und Rettungswege" nicht mehr gegeben seien. Zwar sei die Station durch drei Flutschutztüren und "eine flutsichere Technik" so konzipiert, dass sie "auch bei Hochwasser und Sturm funktionsfähig ist", heißt es von der Bahn.

Allerdings war im Zuge der Bauarbeiten der Station ein Erdwall geöffnet worden, über den das Flutwasser auf die Zweibrückenstraße fließen und diese unter Wasser setzen konnte. Von der Bahn heißt es dazu: "Geplant ist, diesen Ende März 2020 wieder zu befestigen und die Arbeiten abzuschließen. Um weitere Beeinflussungen durch das anstehende Hochwasser zu vermeiden, wurde kurzfristig ein provisorischer Dichtungswall direkt neben der Station zur Norderelbe errichtet."

Inwiefern Schäden an der Station oder der Straße entstanden sind, ist am Mittwoch noch nicht bekannt.

Ein Twitternutzer hatte das Ausmaß der Überschwemmung am Montag dokumentiert:

Baum im Gleis: U2 und U4 kurzfristig unterbrochen

Ein an der Legienstraße ins Gleis gestürzter Baum behinderte am Mittwochmittag kurzfristig den Verkehr der Linien U2 und U4: Zwischen den Haltestellen Horner Rennbahn und Billstedt verkehrten für etwa 20 Minuten keine Bahnen.

Containerschiff verliert Ladung in der Nordsee

Der Containerfrachter "OOCL Rauma" hat im Sturm vor der niederländischen Küste auf der Nordsee sieben Container verloren. Die Unglücksstelle in der Nordsee liegt nach Behördenangaben etwa 43 Kilometer nördlich der Insel Ameland. Nach Angaben des Wasserstraßen-Schifffahrtsamtes (WSA) in Wilhelmshaven enthalten die Container in Plastik eingeschweißtes Papier.

Glatteis auf den Autobahnen A7 und A23

Hagelschauer und Eisglätte haben für zahlreiche Unfälle auf den Autobahnen im Hamburger Umland in in Schleswig-Holstein gesorgt. Auf der A7 bei Neumünster hat es in der Nacht zum Mittwoch etwa 20 Unfälle wegen Glätte gegeben. Zwei Menschen seien dabei leicht verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher. Bei den restlichen Unfällen blieb es bei Blechschäden. Ein starker Hagelschauer hatte die Autofahrer überrascht.

Auch auf der Autobahn 23 bei Elmshorn gab es nach Polizeiangaben seit Dienstagmorgen bei Glätte zahlreiche Unfälle. Dabei wurde in Höhe der Anschlussstelle Albersdorf ein BMW-Fahrer lebensgefährlich verletzt, dessen Wagen in Fahrtrichtung Hamburg von der Fahrbahn abkam und sich unter der Mittelleitplanke verkeilte. Die Autobahn musste mehrere Stunden gesperrt werden.

Sturm klingt ab – aber nur kurz

Am Mittwoch muss im Norden weiter mit Sturmböen gerechnet werden, bevor sich das Wetter zwischenzeitlich beruhigt: Von Donnerstag bis Sonnabend klingt der Wind in Hamburg deutlich ab. Aber am Sonnabend-Abend und am Sonntag weht bereits der nächste Sturm über Norddeutschland – der Deutsche Wetterdienst geht derzeit von Böen bis zu einer Stärke von zehn Beaufort (89-100 km/h) aus.

Schwere Sturmflut erreicht Hamburg – Elbchaussee gesperrt

Die vierte Sturmflut in Folge hat am Mittwochmorgen die Elbe erreicht. Nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie erreichte die Flut um 5.40 Uhr einen Wasserstand von 2,76 Metern über dem mittleren Hochwasser. Damit handelt es sich erneut um eine schwere Sturmflut, da der Pegelstand mehr als 2,50 Meter über dem mittleren Hochwasser liegt.

Der Fischmarkt wurde erneut überflutet, auch die Elbchaussee und die HafenCity waren während des Hochwassers teilweise für den Verkehr gesperrt. Auch einige Tiefgaragen waren vollgelaufen.

Laut Feuerwehr ist es über Nacht etwas ruhiger geworden. Dennoch fahre sie noch regelmäßig zu Einsätzen wegen umgeknickter Äste und Bäume – 38 Mal zwischen Dienstagmittag und Mittwochfrüh. Am Morgen beseitigen die Beamten einen Baum von einem Gehweg in Finkenwerder.

Sturmflut an Nordseeküste sorgt für überschwemmte Straßen

Eine Sturmflut an der Nordseeküste hat am Mittwoch für Überschwemmungen gesorgt. In Bremerhaven seien mehrere Straßen und Parkplätze betroffen, sagte ein Polizeisprecher am Morgen. Dank rechtzeitiger Warnungen seien jedoch alle Autos rechtzeitig weggefahren worden. Auch in Bremen gab es mehrere überschwemmte Straßen. Verletzt wurde niemand.

In Cuxhaven trat das Wasser am Hafen über die Kaimauern und setzte einige Plätze unter Wasser. Eine Sprecherin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie sagte am Morgen, dass die Pegelstände an der gesamten Nordseeküste rund eineinhalb Meter höher als das mittlere Hochwasser lagen.