Hamburg

Hilferufe am Telefon: 9000 Euro durch Trickbetrug erbeutet

Auch in Hamburg werden häufig Senioren Opfer von Trickbetrügern (Symbolbild).

Auch in Hamburg werden häufig Senioren Opfer von Trickbetrügern (Symbolbild).

Foto: picture alliance / dpa

Täter gab sich als Polizist aus. Um Druck auf die 79-Jährige auszuüben, war das Schluchzen der "Schwiegertocheter" zu hören.

Hamburg. Mit Hilferufen und Schluchzen der vermeintlichen Schwiegertochter am Telefon haben Trickbetrüger 9000 Euro von einer 79-Jährigen erbeutet. Laut Polizei hat ein Mann die Hamburgerin aus Eilbek am Mittwochnachmittag angerufen und sich als Polizist ausgegeben. Er habe sofort 30.000 Euro Kaution gefordert, um die Verhaftung ihrer Schwiegertochter zu verhindern. Diese sei in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt.

"Die angeblich brisante Situation wurde im Hintergrund durch eine schluchzende und um Hilfe flehende Frau untermalt", sagte Polizeisprecher Daniel Ritterskamp am Donnerstag. "Aufgrund des aufgebauten Drucks war die Seniorin schließlich davon überzeugt, dass sie die Inhaftierung ihrer Schwiegertochter mit Zahlung der Kaution abwenden könne."

Trickbetrüger schickte Komplizin zur Seniorin

Die 79-Jährige bot schließlich an, die ihr in bar zur Verfügung stehenden 9000 Euro zu zahlen. Der Betrüger habe eingewilligt und wenig später eine Komplizin vorbeigeschickt, die das Geld abgeholt habe. Die Frau ließ sich das Geld auf der Straße übergeben und entfernte sich Richtung Wielandstraße.

"Erst als die 79-Jährige zur Ruhe gekommen war, rief sie bei ihrer Schwiegertochter an", sagte Ritterskamp. Diese teilte ihrer Schwiegermutter dann mit, dass sie Opfer eines Trickdiebstahls geworden sei.

So sieht die Komplizin des Täters aus:

  • 25 bis 35 Jahre
  • 1,65 bis 1,70 Meter
  • schlank
  • "südländisches" Erscheinungsbild
  • hellbraune Haare
  • bekleidet mit einer langen, vermutlichen dunkelblauen Regenjacke.

Zeugen, die Hinweise zu der Täterin geben können, werden gebeten, sich beim Hinweistelefon der Polizei Hamburg unter der Rufnummer 040/ 4286-56789 oder einer Polizeidienststelle zu melden.

Achtung, Trickbetrüger! Darauf sollten Sie achten

2018 hat es der Polizei zufolge in Hamburg 209 solcher Schockanrufe gegeben, fünf waren erfolgreich. Um nicht selbst Opfer zu werden, rät die Polizei zu Ruhe und Misstrauen. Es sollten keine Informationen über Angehörige und Freunde am Telefon preisgegeben werden. Niemals sollten Geld oder Wertgegenstände an fremde Personen übergeben werden.

Eine Strafverfolgung könne zudem niemals durch die Zahlung einer hohen Geldsumme verhindert werden, ebenso wenig sei eine medizinische Unfall-Behandlung von einer vorangehenden Zahlung abhängig. "Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl, wenn Ihnen etwas verdächtig vorkommt und legen Sie einfach auf! Ein gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit!", sagte ein Polizeisprecher dazu.