Hamburg

Jan-Fedder-Platz auf St. Pauli? Diese Hürden sind zu nehmen

Tod von Jan Fedder: Hamburger Michel erfüllt seinen Wunsch

Der "Großstadtrevier"-Schauspieler starb im Alter von 64 Jahren. Fans und Wegbegleiter drücken im Netz ihre Trauer aus.

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Kurz nach dem Tod des Schauspielers Antrag in Bezirksversammlung Hamburg-Mitte. Konkreter Vorschlag vom St. Pauli Bürgerverein.

Hamburg. Nur eine Woche nach dem Tod des Schauspielers Jan Fedder am 30. Dezember gibt es erste Bemühungen, dem verstorbenen Schauspieler im öffentlichen Stadtbild ein Andenken zu schaffen. Dafür will die Regierungskoalition aus SPD, CDU und FDP der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte in dieser einen Antrag einbringen, der die Benennung eines "angemessenen Platzes" nach Jan Fedder zum Ziel hat.

Antrag zu Jan Fedder in Bezirksversammlung

"Wir werden so einem Hamburger Original das gebührende und ehrende Andenken bewahren. Unvergessen bleiben seine Auftritte als Bootsmannsmaat Pilgrim in 'Das Boot', seine Rolle als Dirk Matthies im 'Großstadtrevier'. Auch mit seinem Auftritt in 'Soul Kitchen' von Fatih Akin hat er ein filmerisches Denkmal für Hamburg-Mitte gesetzt', heißt es im Schreiben von Gunter Böttcher, Fraktionsvorsitzender der CDU-Bezirksfraktion Hamburg-Mitte.

Auch Kultursenator Carsten Brosda (SPD) hat sich laut der Kulturbehörde bereits positiv zu diesem Vorhaben geäußert.

Normalerweise werden Plätze und Straßen jedoch frühestens zwei Jahre nach dem Tod einer prominenten Person nach dieser benannt, erklärt Enno Isermann, Pressesprecher der Kulturbehörde. Das diene dem Verhindern vorschnellen Handelns und habe sich in der Vergangenheit bewährt.

Zunächst müsse der Antrag außerdem durch die Bezirksversammlung und anschließend vom Staatsarchiv geprüft werden. Daraufhin entscheide eine Senatskommission, ob die Benennung oder gegebenfalls eine Umbennung einer bestehenden Straße oder eines Platzes durchgeführt werden soll.

Sollte der Platz vor der Davidwache nach Jan Fedder benannt werden?

Jan-Fedder-Platz vor der Davidwache?

Der St. Pauli Bürgerverein veröffentlichte bereits einen ersten Vorschlag: der Bereich des Spielbudenplatzes, der sich neben der Davidstraße zwischen Reeperbahn und der Straße Spielbudenplatz direkt vor der Davidwache befindet. Das teilte der Verein auf seiner Facebook-Seite mit. In der Davidwache liegt bis zum Tag der Trauerfeier am 14. Januar im Hamburger Michel auch das Kondolenzbuch für den verstorbenen Jan Fedder aus.

Diese Idee teilte auch das erst kürzlich vor der Schließung gerettete Sankt Pauli Museum, das den Vorschlag am Montag mit einem Handy-Screenshot und der Benennung "Jan-Fedder-Platz" noch einmal aus einer anderen Perspektive auf Facebook darstellte.

Diesen Beitrag kommentierte auch die SPD Fraktion Hamburg-Mitte mit "Sehr, sehr gute Idee!! Genau deswegen haben wir als SPD zusammen mit der Koalition aus CDU und FDP schon einen Antrag vorbereitet, der auf der nächsten Bezirksversammlung eingebracht wird ♥".

Das war Jan Fedder:

  • Jan Fedder wurde am 14. Januar 1955 in Hamburg geboren
  • Seinem Vater Adolf Fedder gehörte auf St. Pauli eine Kneipe, seine Mutter Gisela war Tänzerin
  • Erste Erfahrungen im Rampenlicht machte Jan Fedder im Alter von sieben Jahren als Knabensopran im Michel
  • Als 13-Jähriger hatte Jan Fedder seinen ersten Auftritt auf der Bühne und vor der Kamera
  • Seinen Durchbruch als Schauspieler erlangte er im Kinohit "Das Boot" (1981) als Bootsmann Pilgrim
  • Für die ARD-Serie "Großstadtrevier" mimte Jan Fedder von 1992 bis 2019 den Polizeioberkommissar Dirk Matthies
  • Beliebtheit erreichte Jan Fedder auch als "Kurt Brakelmann" in der NDR-Serie "Neues aus Büttenwarder"
  • Jan Fedder trug zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Titel "Ehrenkommissar der Hamburger Polizei"
  • Am 15. Juli 2000 heiratete Jan Fedder in der Hauptkirche St. Michaelis die Werberin Marion Kurth
  • Am 30. Dezember 2019 erlag Jan Fedder in seiner Wohnung auf St. Pauli einem langjährigen Krebsleiden

Fedder-Fan wünscht sich Bronze-Skulptur

Auch die anderen Kommentare stehen dem Vorschlag durchweg positiv gegenüber. Ein Facebook-Nutzer schlägt sogar eine Bronze-Skulptur vor – damit Jan Fedder ebenso gewürdigt wird wie die verstorbenen Hamburger Hans Albers und Heidi Kabel.

Heidi Kabel wurde mit einer Skulptur und einem nach ihr benannten Platz vor dem Ohnsorg Theater nördlich des Hamburger Hauptbahnhofs geehrt. Der Hans-Albers-Platz mit dazugehöriger Skulptur befindet zwischen Reeperbahn und der Friedrichstraße auf St. Pauli.

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Jan Fedders wird am 14. Januar in der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis mit einer Trauerfeier gedacht. Im Anschluss soll der Leichenwagen noch einmal durch die Straßen auf St. Pauli fahren, in denen der beliebte Volksschauspieler zu Lebzeiten gewirkt hatte.

Bedeutende Trauerfeiern im Hamburger Michel:

  • 04.11.1996 „Stern“-Gründer Henri Nannen (1913-1996)
  • 25.11.2002 „Spiegel“-Gründer Rudolf Augstein (1923-2002)
  • 01.03.2005 Boxweltmeister Max Schmeling (1905-2005)
  • 25.06.2010 Schauspielerin Heidi Kabel (1914-2010)
  • 01.11.2010 Altkanzler-Gattin Hannelore „Loki“ Schmidt (1919-2010)
  • 05.04.2013 Schauspieler Dieter Pfaff (1947-2013)
  • 28.10.2014 Schriftsteller Siegfried Lenz (1926-2014)
  • 08.07.2015 Jazz-Musiker James Last (1929-2015)
  • 23.11.2015 Altbundeskanzler Helmut Schmidt (1918-2015)
  • 14.01.2020 Schauspieler Jan Fedder (1955-2019)

Info: Das Abendblatt wird Jan Fedder ein eigenes Magazin der Reihe „Collector’s Edition“ widmen. Es kostet 10 Euro (für Abonnenten 8 Euro), erscheint Anfang Februar und beinhaltet viele Fotos, Geschichten und Interviews. Bestellungen unter Tel. 333 66 999, www.abendblatt.de/jan und in der Geschäftsstelle (Großer Burstah 18-32).

Jan Fedder: ein Leben in Bildern