Großstadtrevier

Jan Fedder in Tränen aufgelöst: Packende Doku kommt posthum

Ungläubiger Blick: Jan Fedder alias Kommissar Dirk Matthies im Dezember 2018 nach der inszenierten Explosion an der alten "Großstadtrevier"-Wache in Bahrenfeld.

Ungläubiger Blick: Jan Fedder alias Kommissar Dirk Matthies im Dezember 2018 nach der inszenierten Explosion an der alten "Großstadtrevier"-Wache in Bahrenfeld.

Foto: Imago/News4HH

Vor einem Jahr musste das "Großstadtrevier" die Wache in Bahrenfeld verlassen. Jetzt geben die Akteure Einblicke in ihr Seelenleben.

Hamburg. Jan Fedder alias Dirk Matthies im Dienstwagen kauernd in eine Staubwolke gehüllt, vor ihm seine explodierte Polizeiwache – der Anblick in Folge 438 dürfte nicht nur auf viele Fans des "Großstadtreviers" verstörend gewirkt haben.

Gerade auch für die altgedienten Schauspieler der beliebten ARD-Vorabendserie selbst war das mit einem Knalleffekt inszenierte Aus ihres Reviers an der Mendelssohnstraße in Hamburg-Bahrenfeld ein harter Schlag.

"Großstadtrevier"-Vertrag in Bahrenfeld lief aus

An jenem 13. Dezember 2018 endete ein 409 Episoden währendes und für das Großstadtrevier identitätsstiftendes Kapitel. Da der Mietvertrag für den Rotklinkerbau auslief, entschied sich die Produktionsgesellschaft Letterbox für das spektakuläre Ende und einen Neuanfang in Tonndorf.

Dort wurde auf dem Gelände von Studio Hamburg im Akkord an der künftigen Heimat für die "Großstadtrevier"-Beamten gebaut. Inzwischen sind die ersten Folgen in neuer Umgebung im Kasten, am 27. Januar 2020 erfolgt im Ersten der Start der 33. Staffel mit dem passenden Titel "Das neue Revier".

Jan Fedder gab Einblicke in sein Seelenleben

Bereits zwei Tage zuvor (25. Januar 2020, 21.45 Uhr/NDR Fernsehen) können sich die Zuschauer in einer spannenden TV-Doku ein Bild von dem emotionalen Umzug aus Hamburgs Westen in den Ostteil der Stadt machen.

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In der NDR-Produktion "Großstadtrevier – Eine Serie zieht um" kommen natürlich auch die prägnantesten Darsteller des Dauerbrenners zu Wort. "Es wird heftig", sagt etwa Jan Fedder eine Woche vor dem Showdown: "Aber es gibt Sachen, die kann man nicht vermeiden im Leben. Schade. Schade, schade."

Dirk Matthies bekam die Abschiedsszene

Zum Finale in Bahrenfeld hatte sich der Charakterkopf höchstpersönlich die allerletzte Szene gewünscht – und bekommen. "Sie wissen doch: Der Kapitän verlässt immer als Letzter das Schiff", sagt sein Alter Ego Matthies schließlich durchs Telefon.

Am Set gibt Fedder in der Doku unterdessen zu: "Es ist sehr viel Wehmut, die mich beschleicht. Ich werde wahrscheinlich noch ein paar Mal heulen. 27 Jahre in einem Gebäude, die wischt man nicht so einfach weg."

Jan Fedder bricht in Tränen aus

Und tatsächlich werden die Augen des ansonsten so harten Hundes mehr als feucht, nachdem die letzte Klappe in Bahrenfeld fällt. Als sich Herstellungsleiter Joerg Pawlik bei Fedder mit einer Umarmung ganz besonders bedankt, fließen echte Tränen.

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"Wenn wir hier den Laden zumachen, dann macht auch in meinem Herz bestimmt irgendwas zu", sagt der Schauspieler während der letzten Drehtage in der alten Wache.

Was zu dem Zeitpunkt niemand ahnen konnte: Es sollten überhaupt seine letzten Szenen gewesen sein – am 30. Dezember erlag Jan Fedder in Hamburg im Alter von 64 Jahren seinem Krebsleiden.

Auch Maria Kekitidou gibt persönliche Einblicke

"Wenn Menschen sich so lange in ihren Figuren bewegen wie Jan Fedder, dann sind die auch irgendwie mit der Räumlichkeit verhaftet. Das bringt eine gewisse Energie mit sich, die der Zuschauer auch mitbekommt", sagt Großstadtrevier-Regisseur Tom Zenker in der Doku.

Neben Fedder und Zenker kommen in der Dokumentation auch "Großstadtrevier"-Urgestein Maria Kekitidou ("Das ist alles so schön oll, das hat auch etwas Sympathisches und wahnsinnig Vertrautes"), Produzentin Claudia Thieme, Requisiteur Jan Meybek oder Architekt Thomas Stromberger zu Wort.

Fedder: "Ein gutes oder schlechtes Zeichen?"

Und, so viel sei vorweggenommen, letztlich überwindet auch Jan Fedder den Abschiedsschmerz und arrangiert sich mit seiner neuen Umgebung. "Ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich noch an meiner alten Wache hänge", sagt der Kultschauspieler gegen Ende der Doku.

"Es ist ja nicht schlecht geworden. Ich habe ein schönes neues Büro und eine schöne neue Garderobe, aber es ist ungewohnt", berichtet Fedder. "Ich habe vor 51 Jahren im Studio Hamburg angefangen, und jetzt bin ich wieder hier. Ist das ein gutes oder schlechtes Zeichen? Das weiß ich nicht."

"Großstadtrevier – Eine Serie zieht um": Sonnabend, 25. Januar 2020, 21.45 Uhr, NDR