Zwischenruf

Rot-weiß-rote Nichtraucherluft

Elisabeth Jessen ist stellvertretende Leiterin des Hamburg-Ressorts.

Elisabeth Jessen ist stellvertretende Leiterin des Hamburg-Ressorts.

Foto: HA / Andreas Laible

Überraschung für Hamburger im Skiurlaub. In Österreich ist das Rauchen in Hütten und Gasthäusern verboten.

Hamburg. Wenn die Hamburger demnächst in den Skiurlaub starten, dürften sie sich in der klaren Bergluft verwundert die Augen reiben und ihrer Nase kaum trauen– aus den Hütten und Gasthäusern ist der blaue Dunst verbannt. Österreich hat sich lange Zeit gelassen mit dem Rauchverbot (fast ein Vierteljahrhundert), aber seit Anfang November ist es in Kraft.

Die FPÖ hatte den Nichtraucherschutz lange erfolgreich verhindert, deren Gesundheitsministerin fand gar, das Rauchverbot sei gegenüber Touristen in Österreich unhöflich. Solle doch jeder nach Herzenslust pofeln (österreichisch für rauchen) können!

Nachdem die türkis-blaue Regierungskoalition im Frühjahr aus dem Amt gejagt wurde, ging jedoch alles ganz schnell. Musste es aber ausgerechnet zum Winter hin sein? Wo es die Menschen eigentlich nach drinnen drängt zu Jagatee und Glühwein und nicht mit ihrer Tschick (österreichisch für Zigarette) nach draußen!

Der österreichische Radiosender kronehit hatte jedenfalls Mitleid mit den Rauchern und engagierte kürzlich den deutschen Nichtraucher-Coach Peter Phillip Koss, um den Zuhörern in einer viertelstündigen Hypnose das Rauchen abzugewöhnen. Üblicherweise bietet er seine „Rauchfrei in drei Stunden-Kurse“ an, aber da wären wohl alle Radiohörer weggedämmert.

Ob die Hypnose gewirkt hat? Schwer zu sagen, denn der Erfolg ist im Moment noch nicht messbar. Wie viele Tschick seit der Sendung weniger gepofelt wurden, lässt sich noch nicht sagen.

Aber sollte die nächste österreichische Nichtraucherstatistik zeigen, dass die Radiohypnose funktioniert hat, steht hierzulande hoffentlich der NDR in den Startlöchern. Vorschläge, was die Hamburger sich abgewöhnen sollten, finden sich bestimmt zur Genüge.