Bewährungsstrafe

Schwarzarbeit – Staat um 3,5 Millionen Euro betrogen

Die Ermittlungen des Zolls zogen sich über längere Zeit hin (Symbolbild).

Die Ermittlungen des Zolls zogen sich über längere Zeit hin (Symbolbild).

Foto: picture alliance

Allein die Sozialkassen waren um 2,2 Millionen Euro geprellt worden. Menschen unter „ prekären Arbeitsbedingungen beschäftigt.“

Hamburg. Über Jahre hat ein Bauunternehmer Eisenflechter „schwarz“ beschäftigt. Der Zoll kam ihm auf die Schliche. Jetzt muss der Mann 50.000 Euro Geldstrafe zahlen. Zusätzlich wurde er zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Bereits im Rahmen von Durchsuchungen hatte der Zoll bei ihm Vermögenswerte in Höhe von rund 410.000 Euro sichergestellt.

Es waren Menschen aus seiner Heimat in Südeuropa, die der 52-Jährige nach Deutschland geholt hatte, um sie hier zu beschäftigen. Eingesetzt wurden sie auf Baustellen, wo der 52-Jährige als Subunternehmer tätig war. Beamte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls wurden auf ihn aufmerksam. Es folgten Razzien, bei denen unter anderem von ihm eingesetzte Arbeiter überprüft und Büroräume durchsucht wurden.

Prekäre Arbeitsbedingungen

„Etliche der Eisenflechter hatten weder eine Aufenthaltsgenehmigung noch eine Arbeitsgenehmigung und waren unter prekären Arbeitsbedingungen beschäftigt“, so Bianka Gülck vom Zoll. Die Bezahlung erfolgte bar, Sozialabgaben oder Lohnsteuer wurden nicht abgeführt. Um die Kosten für die „Schwarzarbeiter“ geltend machen zu können, buchte der 52-Jährige fingierte Rechnungen von Scheinunternehmen. Fünf Jahre, von 2008 bis 2012, ging das so.

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Die Ermittlungen zogen sich über längere Zeit hin. Auch weil viele Beteiligte wie die Rentenkasse oder das Finanzamt erst einmal die Schäden errechnen mussten. Zuvor hatte der Zoll umfangreiche Unterlagen ausgewertet. So war am Ende der Ermittlungen klar, dass ein Gesamtschaden von rund 3,5 Millionen Euro entstanden war. Allein die Sozialkassen waren um 2,2 Millionen Euro geprellt worden. Nach dem Ende der Ermittlungen lag der Fall noch längere Zeit bei den überlasteten Gerichten. Im Oktober erfolgte dann die Verurteilung. Sie ist mittlerweile rechtskräftig.