Hamburg

Razzia gegen Sozialbetrüger und Mietwucher in Steilshoop

Rund 300 Beamte umstellen Hochhauskomplex über dem Einkaufszentrum Steilshoop. Werden Bewohner von Vermietern ausgebeutet?

Hamburg. So viele Beamte waren schon lange nicht mehr in Steilshoop unterwegs: In dem Hamburger Stadtteil hat am Donnerstagmorgen eine Razzia gegen mutmaßliche Sozialbetrüger und Mietwucher begonnen.

Rund 300 Mitarbeiter von Polizei, Sozialbehörde und Zoll umstellten gegen 5.50 Uhr einen Hochhauskomplex am Schreyerring, der sich direkt über dem Einkaufszentrum Steilshoop befindet. Es werde eine groß angelegte Befragung von Anwohnern durchgeführt, erklärte der Sprecher der Sozialbehörde, Martin Helfrich, gegenüber dem Abendblatt. Die Beamten klopfen an de Türen, dringen aber nicht mit Gewalt in die Wohnnungen ein.

Zu viel Miete für zu kleine Wohnungen?

"Wir wollen mit den Menschen darüber sprechen, wie es sich hier lebt. Und wir machen die Aktionstage, um Sozialleistungsmissbrauch und ausbeuterischen Strukturen hinterherzugehen", so der Sprecher weiter. Das Ziel sei es, an die Hintermänner heranzukommen."

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Konkret haben die Behörden Hinweise darauf, dass Mieten in dem Komplex in bar bezahlt werden. Dies könne auf Mietwucher hindeuten, so der Sprecher. Auch sei es denkbar, dass die Wohnungsgrößen nicht richtig berechnet worden seien.

Nach Angaben des Sprechers erhalten etliche der Bewohner Sozialleistungen. Viele der Menschen kämen aus dem osteuropäischen Raum. „Menschen kommen her, man macht ihnen Versprechungen, dass es viel Geld und einen Job gibt und dass man leicht eine Wohnung findet“, sagte Helfrich. Ausbeuterische Strukturen ergäben sich oft, wenn Arbeitgeber und Vermieter identisch seien.

Sprecher der Sozialbehörde zur Razzia in Steilshoop