Hamburg

Tankschiff lässt 2300 Tonnen Schmutzwasser im Hafen ab

Der Bug eines Schiffes (Symbolfoto).

Der Bug eines Schiffes (Symbolfoto).

Foto: picture alliance

Schiff von den Marshall Inseln leitet hochbelastetes Abgaswaschwasser in die Elbe. Reeder muss maximales Bußgeld zahlen.

Hamburgs Umweltbehörde hat ein unter der Flagge der Marshall Islands fahrendes Tankschiff wegen Umweltverstößen mit dem höchstmöglichen Bußgeld in Höhe von 50.000 Euro belegt. Die Wasserschutzpolizei hatte bei einer Kontrolle am Montag festgestellt, dass der verantwortliche 43-jährige Leitende Offizier trotz Verbots hochbelastetes Abgaswaschwasser im Hafen abgelassen hatte.

"Zum Zeitpunkt der Kontrolle waren bereits 2300 Tonnen in das Hafenwasser eingeleitet worden", teilte die Polizei am Mittwoch mit. Der Betreiber des Schiffes habe eine entsprechende Sicherheitsleistung bereits hinterlegt.

Reinigung der Abgase mit Elbwasser

Das Schiff verfüge nur über einen sogenannten Open Loop Scrubber. Mit diesem System wird den Angaben zufolge zur Reinigung der Schiffsabgase von außen Wasser angesaugt und anschließend wieder abgelassen. Im Hamburger Hafen sei dies jedoch verboten. Dort und auf der Elbe seien allein geschlossene Systeme erlaubt, bei denen kein Waschwasser herausgepumpt werde.

Der Leitende Offizier habe aber sowohl die Anlage laufen lassen als es auch unterlassen, vom hochschwefligen Kraftstoff auf einen weniger belasteten Kraftstoff umzustellen. "Die Einleitung einer solchen Menge Waschwasser aus der Abgasreinigungsanlage in die Elbe ist ein schweres Umweltvergehen", hieß es. Das Bußgeld sei das höchste, das nach dem Wasserhaushaltsgesetz möglich sei. "Bei Einleitung von Schiffsabwasser ist dieser Betrag bisweilen noch nie so hoch ausgefallen."