Ausstellungen

Werke von Disney, Pollock, Warhol und Rockwell im Kunstforum

Kuratorin Kathrin Baumstark.

Kuratorin Kathrin Baumstark.

Foto: dpa

So viele Werke hatte das Bucerius Kunstforum noch nie: Mehrere hundert Werke gehören zur Ausstellung "Amerika! Disney, Rockwell, Pollock, Warhol". Und Steven Spielberg hätte die Ausstellung noch größer machen können - wollte aber nicht.

Hamburg. Bambi und Jackie Kennedy, "American way of life" und Action Painting: Wie das zusammenpasst, will das Hamburger Bucerius Kunstforum mit der neuen Ausstellung "Amerika! Disney, Rockwell, Pollock, Warhol" zeigen. Diese vier Künstler hätten ein Bild der USA erschaffen, das noch heute fest im Gedächtnis verankert ist, sagte Kuratorin Kathrin Baumstark am Donnerstag dazu. Jeder von ihnen habe auf unterschiedliche Weise die amerikanische Kultur des 20. Jahrhunderts geprägt. Von Samstag an bis zum 12. Januar 2020 zeigt das Museum knapp mehrere hundert Werke der vier Künstler - es ist die bislang größte Ausstellung im Kunstforum.

Die Schau soll einen Einblick in die Zeit geben, "als Amerika noch für Freiheit und Werte stand" und in der sich das Selbstverständnis der Nation entwickelte. Daran hatte vor allem Jackson Pollock großen Anteil, sagte Baumstark weiter. Mit seinen Action-Painting-Werken im Stil des Abstrakten Expressionismus habe er maßgeblich dazu beigetragen, dass erstmals eine moderne Kunstbewegung ihren Ursprung in den USA hatte und Europa als Zentrum der Kunst abgelöst wurde. Von ihm sind insgesamt sieben Gemälde ausgestellt. Darunter sind nicht nur die bekannten Drip-Painting-Bilder, sondern auch Werke aus seinen frühen Schaffensphasen.

Auch der Kunstpionier Andy Warhol wird gewürdigt: Die farbintensiven Siebdruck-Porträts von Stars wie Liz Taylor und Jackie Kennedy, die Bilder der "Campbell Soup" und Warhols Selbstporträts werden zu sehen sein - Fans des Pop-Art-Künstlers kommen auf ihre Kosten.

Direkt daneben gewähren die Werke von Walt Disney einen Einblick in die frühen Jahre des größten Medienimperiums der Welt. Skizzen, Storyboards und Filmausschnitte von Klassikern wie "Bambi" oder "Fantasia" zeigen, wie aufwendig es war, Trickfilme zu produzieren. "Weil die Tierbewegungen möglichst naturgetreu dargestellt werden sollten, wurde ein eigener Stall mit Rehen gehalten. Deshalb hat der "Bambi"-Film am längsten gedauert", verriet Kuratorin Baumstark.

Disney, Pollock, Warhol - diese Namen kennt man. Aber wer war eigentlich Norman Rockwell? Der US-Künstler wurde nach Angaben des Museums bislang noch nie in Deutschland gezeigt. In den Vereinigten Staaten ist er jedoch ein Superstar, sagte der Geschäftsführer des Kunstforums, Andreas Hoffmann.

Rockwell gilt als Chronist der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und gestaltete den Angaben zufolge mehr als 40 Jahre lang die Titelbilder der wichtigsten Zeitungen des Landes. In der Schau sind alle 323 von ihm gestalteten Titelbilder zu sehen, in denen er den "American way of life" verewigte. Der Illustrator wird gerade von der Popkultur neu entdeckt: Die Sängerin Lana Del Rey benannte ihr neues Album nach Norman Rockwell - es heißt "Norman Fucking Rockwell". Berühmte Fans seien die ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama, Bill Clinton und "Star Wars"-Regisseur George Lucas. Auch der Regisseur Steven Spielberg besitze eine große Rockwell-Sammlung, konnte sich jedoch für die Ausstellung von keinem seiner Bilder trennen, sagte Baumstark.