Zwischenruf

Klimaschutz und bezahlbares Wohnen – ein wichtiges Modell

Peter Wenig.

Peter Wenig.

Foto: Andreas Laible / HA

Der neue Saga-Ansatz, statt einzelner Gebäude ganze Quartiere energetisch zu entwickeln, sollte nicht zerredet werden.

Hamburg. Es gibt politische Botschaften, für die Menschen gern auf die Straße gehen. Bezahlbares Wohnen und besserer Klimaschutz gehören definitiv dazu. Viele Hamburger werden sowohl beim „Mietenmove“ als auch bei „Fridays for Future“ demonstriert haben. Auf den zweiten Blick zeigt sich indes, dass sich manche hehre Ziele eben doch nicht so leicht verbinden lassen.

Wer Häuser saniert, aufwendig dämmt, Fenster austauscht, Solaranlagen auf Dächern installiert und Hightech-Heizungssysteme einbaut, muss hohe Investitionskosten stemmen. Ausgaben, die unter dem Strich das Wohnen teurer machen können, wenn die eingesparten Energiekosten diese Mehrausgaben nicht mehr ausgleichen.

Die Angst vor Gelbwesten-Protesten in Hamburg

Der neue Saga-Ansatz, statt einzelner Gebäude ganze Quartiere energetisch zu entwickeln, kann einen Weg aus diesem Dilemma weisen. Wie bei jeder Vision bleiben wichtige Fragen: Wie verhindert man, dass sich Unternehmen ihre Klimabilanz schönrechnen? Wie werden Sünder bestraft, besonders erfolgreiche CO2-Sparer aber belohnt? Funktioniert das Modell auch für den Vermieter eines Zinshauses?

Dennoch sollten jetzt nicht Bedenkenträger den Quartiersansatz zerreden. Dafür ist das Problem viel zu drängend. Hamburg muss Klimaschutz und bezahlbares Wohnen verbinden. Sonst bekommen ausgerechnet die Leute Konjunktur, die den Klimawandel leugnen. Rechte Populisten, die Mieter aufwiegeln, weil CO2-Auflagen das Wohnen verteuern. Gelbwesten-Demonstrationen wie in Paris braucht in unserer Stadt niemand.