Türkischer Militärgruß

Tosun-Nachahmern drohen Sanktionen in Hamburg

Spieler der türkischen Fußballnationalmannschaft salutieren nach dem Tor von Tosun (2.v.l.) gegen Albanien.

Spieler der türkischen Fußballnationalmannschaft salutieren nach dem Tor von Tosun (2.v.l.) gegen Albanien.

Foto: dpa

Der Hamburger Fußballverband will bei vergleichbaren Fällen wie bei der türkischen Nationalelf hart durchgreifen.

Hamburg. Die Fußball-Verbände von Hamburg (HFV) und Schleswig-Holstein wollen Nachahmer des türkischen Profis Cenk Tosun nicht tolerieren. Ein Salut-Jubel, wie ihn Tosun im Länderspiel gegen Albanien gezeigt hatte, könne Verfahren vor dem Sportgericht nach sich ziehen, teilten die Verbände am Dienstag auf Anfrage mit. "Damit muss man rechnen", sagte Carsten Byernetzki, Sprecher des Hamburger Fußball-Verbands. Das klare Zeichen: Ein kriegsverherrlichender Gruß hat beim HFV nichts zu suchen.

Anders als beispielsweise in Bayern, wo am vergangenen Wochenende bei zwei Amateurspielen salutiert wurde, habe es entsprechende Vorfälle bislang aber weder in der Hansestadt noch in Schleswig-Holstein gegeben. Grundlage für eventuelle Sanktionen seien entsprechende Paragrafen in den Rechts- und Verfahrensordnungen der Verbände, die sich gegen politisch motivierte Provokationen und Diskriminierungen im Fußball wenden.

Türkische Nationalspieler salutieren auch in Frankreich

Fast alle türkischen Nationalspieler hatten auch am Montagabend beim 1:1 bei Weltmeister Frankreich den Ausgleich mit einem Militärgruß gefeiert. Der türkische Sportminister hat die Aufregung als Ablenkung vom Erfolg des Teams gewertet. „Diejenigen, die den Misserfolg auf dem Platz auf andere Weise überschatten wollen, sollten davon absehen. Die Ergebnisse liegen auf der Hand. Wir führen“, sagte Mehmet Kasapoglu nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag. Die Türkei führt die Tabelle in der EM-Qualifikationsgruppe H vor den punktgleichen Franzosen an.

Die Spieler bringen mit dem Gruß ihre Unterstützung der türkischen Streitkräfte zum Ausdruck, die in einer Militäroffensive gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien vorgehen. Der Einsatz wird international scharf kritisiert.

Nach einem ähnlichen Militärgruß nach dem 1:0-Sieg der Türken am Freitag gegen Albanien hatte die Europäische Fußball-Union Uefa angekündigt, ein Verfahren gegen den türkischen Verband einzuleiten. Das Regelwerk des europäischen Verbandes verbietet politische Äußerungen in Stadien. „Bezüglich des Ermittlungsgesuchs rufe ich die Uefa zur Besonnenheit auf“, sagte Kasapoglu.