EU

Backhaus will Fischer nach Quotenkürzung unterstützen

SPD-Politiker Till Backhaus.

SPD-Politiker Till Backhaus.

Foto: dpa

Vielen Fischereibetrieben steht ein schwieriges Jahr 2020 bevor. Sie dürfen immer weniger Dorsch und Hering fangen. Das Agrarministerium Mecklenburg-Vorpommerns fordert Unterstützung für die Fische und bietet selbst Hilfe an.

Schwerin. Nach der neuerlichen Kürzung der Fangmengen für Hering und Dorsch in der Ostsee fordert Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) ein Maßnahmenprogramm, um die Folgen für die Fischer zu mildern und den Sektor neu auszurichten. Die jährlichen Quotensenkungen sollten nach seiner Ansicht nicht über 15 Prozent liegen, damit die Fischer kalkulierbare Rahmenbedingungen bekämen. Der Minister forderte zudem Alternativen zur Quotenregelung und mehr Forschung zum Umgang mit dem Klimawandel. Der habe mehr Einfluss auf die Fischbestände als die Fischerei.

Die Kutter- und Küstenfischerei Mecklenburg-Vorpommerns werde 2020 rund 1000 Tonnen Hering und 240 Tonnen Dorsch fangen dürfen. Die Heringsquote wurde nach seinen Angaben damit in den Jahren 2018 bis 2020 um rund 90 Prozent reduziert, die Dorschquote verringert sich seit 2015 ebenfalls um 90 Prozent. Backhaus geht davon aus, dass rund 100 Unternehmen von den Quotenkürzungen gravierend betroffen sein werden. "Da für die Auslastung der Häfen nicht mehr genügend Rohware zur Verfügung stehen dürfte, werden sowohl Genossenschaften als auch Erzeugerorganisationen über neue Strukturen befinden müssen", sagte er. Das Land könne beim Zusammenschluss von Erzeugerorganisationen - derzeit gibt es vier im Land - finanzielle Hilfen gewähren.

2017 und 2018 erhielten laut Ministerium 133 Fischereibetriebe im Land Überbrückungsbeihilfen für eine zeitweilige Stilllegung der Herings- und Dorschfischerei in Höhe von 2,63 Millionen Euro. Für 2019 seien 2,3 Millionen Euro vorgesehen. Darüber hinaus sollte über die Gewährung von Abwrackhilfen befunden werden, sagte Backhaus. Dazu müsse die entsprechende EU-Verordnung geändert werden.

Der Landesverband der Kutter- und Küstenfischer schätzt, dass im kommenden Jahr zehn bis fünfzehn Betriebe die Fischerei einstellen werden. Laut Ministerium sind im Land derzeit 226 Haupterwerbsfischer registriert, davon 166 Dorsch- und Heringsfischer. Die Betriebe wirtschaften an 115 Standorten. 2018 wurden rund 13 000 Tonnen Fisch gefangen. Der Erlös lag bei 9,2 Millionen Euro. Wenn sich Fischer Alternativen schaffen wollen, etwa durch Direktvermarktung und Gastronomie, Ferienunterkünfte oder Gästefahrten, kann das Ministerium die Investitionen mit bis zu 49 Prozent fördern.