Hamburg

So will Hamburg gegen Halter von Schrottautos vorgehen

Herrenlose Fahrzeuge ohne Zulassung sollen jetzt vier Wochen nach Aufkleben des roten Warnzettels an den Haken.

Herrenlose Fahrzeuge ohne Zulassung sollen jetzt vier Wochen nach Aufkleben des roten Warnzettels an den Haken.

Foto: picture alliance/dpa/Bodo Marks

Im vergangenen Jahr hat die Stadt 240.000 Euro mit den Versteigerungen solcher Autos verdient. Haltern geht es nun an den Kragen.

Hamburg. Beim Thema Schrottfahrzeuge, die öffentliche Parkplätze verstopfen und im schlimmsten Fall die Umwelt durch auslaufende Betriebsstoffe verschmutzen, drückt die Stadt aufs Gaspedal: Herrenlose Fahrzeuge ohne Zulassung sollen jetzt vier Wochen nach Aufkleben des roten Warnzettels an den Haken – den gelben Warnzettel als „Schuss vor den Bug“ wird es künftig nicht mehr geben.

Im Vorjahr haben die Bezirke 639 stillgelegte Autos zum Verwahrplatz abgeschleppt. Meldet sich der Besitzer binnen sechs Wochen nicht, können und werden dafür geeignete Fahrzeuge versteigert, der Rest verschrottet.

240.000 Euro Einnahmen

2018 kamen 466 der mehr als 600 abgeschleppten Fahrzeuge unter den Hammer, wie aus der Senatsantwort auf eine kleine Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Karl-Heinz Warnholz hervorgeht. Die Stadt hat dadurch laut Senat mehr als 240.000 Euro eingenommen, bis Ende Juni dieses Jahres wurden 189 Fahrzeuge versteigert und rund 143.000 Euro erlöst. Die Versteigerungsgebühren betragen jährlich etwa 30.000 Euro. Rund zehnmal im Jahr finden derartige Auto-Versteigerungen statt.

Bislang 4550 Schrottfahrzeuge

Wie berichtet, haben die Ordnungsbehörden von sechs Bezirken (ohne Altona) bis Ende August dieses Jahres rund 4550 Schrottfahrzeuge im öffentlichen Raum festgestellt. Spitzenreiter ist wie in den Jahren zuvor der Bezirk Mitte mit 1738 Fahrzeugen. Mitte ist von der Problematik unter anderem deshalb stärker als andere Bezirke betroffen, weil für den Export bestimmte Schrottautos in den Hafenrandgebieten zahlreiche Parkplätze blockieren. Häufig bleiben die Bezirke auf den Kosten für die Entsorgung sitzen, weil die Halter nicht ermittelt werden können.