Hamburg

Nach diesen starken Frauen werden prominente Flächen benannt

Annemarie Dose, die Gründerin der Hamburger Tafel.

Annemarie Dose, die Gründerin der Hamburger Tafel.

Foto: imago images / Müller-Stauffenberg

Neue Straßennamen in den Stadtteilen St. Pauli, Rotherbaum und Uhlenhorst erinnern an Frauen, die eng mit Hamburg verbunden waren.

Hamburg. Die Namen von drei engagierten und mutigen Frauen zieren künftig Verkehrsflächen in den Hamburger Stadtteilen St. Pauli, Rotherbaum und Uhlenhorst. "Durch die Benennung bleiben die Namen und die Spuren, die die starken Frauen hinterließen, im öffentlichen Stadt-Gedächtnis dauerhaft präsent", erklärte Kultursenator Carsten Brosda (SPD) am Dienstag. Konkret gehe es um Annemarie Dose, Betty Heine und Emily Ruete.

"Besonders freue ich mich, dass künftig im Herzen von Eimsbüttel ein Park an Annemarie Dose erinnern wird, die mit der Hamburger Tafel ein Netzwerk an Ehrenamtlichen aufgebaut hat, das bis heute Tag für Tag tausende Bedürftige in der Stadt mit Lebensmitteln und Sachspenden versorgt“, sagte Brosda. Annemarie Dose, 2016 im Alter von 87 Jahren gestorben, war Gründerin der Hamburger Tafel. Nach ihr werde die Grünfläche zwischen Bogenstraße und Kielortallee im Stadtteil Rotherbaum benannt. Diese liegt parallel zur Straße Beim Schlump, in welcher die Hamburger Tafel ihren früheren Sitz in einem Krankenhausgebäude gehabt habe.

Fläche auf der Uhlenhorst wird Emily-Ruete-Platz heißen

Auf St. Pauli ziere künftig der Name von Betty Heine (1771-1859) die einmündende Wegfläche von der Talstraße in die Hein-Hoyer-Straße. Betty Heine, Mutter des Dichters Heinrich Heine, sei dem Gedanken der Aufklärung verpflichtet gewesen, erklärte die Kulturbehörde. Die Hochzeit mit ihrem Mann Salomon habe sie gegen den Willen der jüdischen Gemeinde durchgesetzt.

Die Fläche am Endstück der Leo-Leistikow-Allee im Stadtteil Uhlenhorst bekomme den Namen Emily-Ruete-Platz. Die Lehrerin und Buchautorin (1844-1924) war als Prinzessin von Oman und Sansibar aufgewachsen. Sie floh nach Angaben der Kulturbehörde nach Deutschland, um den Kaufmann Rudolph Heinrich Ruete zu heiraten. Ihr Erstlingswerk sei die erste Autobiographie einer Araberin in der Literaturgeschichte gewesen. Gemeinsam mit ihrem Mann habe sie in Hamburg-Uhlenhorst gelebt.

Weitere Flächen im Überblick:

Bezirk Eimsbüttel, Stadtteil Schnelsen

  • Die Straßenverlängerung der Siekreystraße und die angrenzenden beiden Fußwege werden ebenfalls in Siekreystraße benannt.
  • Der etwa 55 Meter lange und bereits fertige Fußweg, der von der Kehre der Straße Vörn Brook nach Nordwesten abzweigt und an einer Sportanlage entlangführt, wird ebenfalls Vörn Brook heißen.
  • Der 55 Meter lange vom Graf-Ernst-Weg führende Stichweg, wird, bevor er in die Straße Vörn Brook übergeht, ebenfalls Graf-Ernst-Weg benannt.

Bezirk Wandsbek, Stadtteil Wohldorf-Ohlstedt

  • Die etwa 160 Meter lange vom Bredenbekkamp abgehende Erschließungsstraße wird neu erstellt und mit dem an der Kehre abzweigenden Stichweg gemeinsam ebenfalls Bredenbekkamp benannt.
  • Der etwa 200 Meter lange neu entstehende Erschließungsweg, der vom Bredenbekstieg abgeht, wird ebenfalls in Bredenbekstieg benannt.

Bezirk Wandsbek, Stadtteil Rahlstedt

  • Fünf bereits vorhandene Stichwege, zwei von der Straße Alter Zollweg nach Osten abzweigend, drei nach Südosten abzweigend, sowie der etwa 40 Meter lange Wohnweg, der von einem Stichweg abzweigt, und der 55 Meter lange in einer Kehre endende Wohnweg werden ebenfalls Alter Zollweg heißen.
  • Das rund 50 Meter lange von der Kehre des Merowingerweges ausgehende Teilstück wird in Parkstieg umbenannt.