Pharma

Bayer verkauft Tiermedizin an US-Konzern: Kiel betroffen

Medikamente für Hunde von Elanco (oben) und Bayer (unten) stehen auf dem Behandlungstisch eines Tierarztes.

Medikamente für Hunde von Elanco (oben) und Bayer (unten) stehen auf dem Behandlungstisch eines Tierarztes.

Foto: dpa

Leverkusen/Kiel. Vom Verkauf der Bayer-Arzneimittelsparte für Haus- und Nutztiere an den US-Konzern Elanco ist auch die KVP Pharma + Veterinär Produkte GmbH in Kiel mit gut 800 Mitarbeitern betroffen. Wie das Leverkusener Dax-Unternehmen am Dienstag mitteilte, geht die Sparte für 7,6 Milliarden Dollar (6,85 Mrd Euro) an Elanco. Für die Beschäftigten in Kiel gilt nach Bayer-Angaben ein Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen von drei Jahren nach Vollzug der Transaktion. Dieser ist für Mitte 2020 angepeilt.

"Wir sind nicht beunruhigt, sondern sehen das als Chance", sagte KVP-Geschäftsführer Patrick Leonhardt den "Kieler Nachrichten". Die Entscheidung für den Verkauf an Elanco sei die positivste unter allen Mitbietenden. Die Perspektive für den Kieler Standort sei sehr gut, die Auslastung des Werkes hoch. Auch der Betriebsratsvorsitzende Oliver Masuch reagierte positiv. Man bleibe in der Tarifstruktur und auch die Altersversorgung werde erhalten, sagte er den "Kieler Nachrichten". Dementsprechend sei die Stimmung auf der Betriebsversammlung am Dienstag auch positiv gewesen.

Mit dem Verkauf kommt Bayer bei seiner Absicht voran, Geschäftsteile zu verkaufen und die Schulden nach der teuren Übernahme des Saatgutkonzerns Monsanto zu drücken. Zugleich kassiert der Agrarchemie- und Pharmakonzern einen hohen Preis von Elanco, denn Geschäfte mit dem Wohl von Hunden, Katzen oder Tieren in der Landwirtschaft sind wegen der guten Wachstumsaussichten begehrt. Tierärzte indes fürchten den wachsenden Einfluss ausländischer Konzerne in Deutschland.

Für Bayer ist die Tiermedizin die kleinste Sparte. Die Tochter mit Sitz in Monheim (Nordrhein-Westfalen) sowie Produktionsanlagen in Kiel und Shawnee (USA) hat rund 3700 Mitarbeiter. Das sind gut drei Prozent der Bayer-Belegschaft.