St. Georg

Islamisten-Demo in Hamburg – Männer und Frauen getrennt

Verfassungsschutz beobachtet die Anhänger der islamistischen Furkan-Gemeinschaft. Ihr Ziel: die Errichtung eines weltweiten Kalifats.

Hamburg. Mehr als 200 Anhänger der islamistischen Furkan-Gemeinschaft haben am Sonnabend in der Hamburger Innenstadt demonstriert. Die Protestler zogen nach einer Kundgebung an der Kurt-Schumacher-Allee über den Steindamm und die Stralsunder Straße zum Hansaplatz in St. Georg, wie ein Sprecher des Lagedienstes der Polizei dem Abendblatt sagte. Die Demo sei friedlich und störungsfrei verlaufen.

Streng nach Männern und Frauen getrennt versammelten sich die Demonstranten auf einer Freifläche in Sichtweite der Hamburger SPD-Zentrale. Etwa 20 Gegendemonstranten aus den links-bürgerlichen Spektrum waren ebenfalls vor Ort. Die Polizei sicherte die Versammlung mit einem kleinen Aufgebot und sorgte dafür, dass sich die beiden Gruppen nicht zu nahe kamen.

Warnung vom Verfassungsschutz

Der Hamburger Verfassungsschutz hatte schon im Vorfeld vor dem Protestzug gewarnt. "Die Versammlung ist keine harmlose Demo für einen in der Türkei verhafteten Menschen, sondern es stecken Islamisten dahinter", sagte der Sprecher des Landesamtes für Verfassungsschutz, Marco Haase. "Wer dort mitmarschiert, macht mit Extremisten gemeinsame Sache." Da die Furkan-Gemeinschaft nicht offen unter ihrem Label auftrete, informiere der Verfassungsschutz deutlich über die wahren Hintergründe.

Die Demonstration steht offiziell unter dem Motto "Freiheit für Alparslan Kuytul". Das geistige Oberhaupt der Gemeinschaft ist in der Türkei inhaftiert.

Die Gemeinschaft wird seit 2016 vom Hamburger Verfassungsschutz beobachtet. Bereits am 20. Oktober vergangenen Jahres hatten 200 Anhänger die Freilassung ihres in der Türkei inhaftierten geistigen Oberhaupts gefordert. Nach Angaben der Polizei verlief der Protestzug damals friedlich.

150 Anhänger der Organisation leben in Hamburg

Nach Angaben des Verfassungsschutzes strebt die extremistische Organisation die Errichtung einer Art weltweites Kalifat an. Sie halte demokratische Werte für unvereinbar mit ihrer Ideologie. Schwerpunkte der Organisation liegen nach Angaben der Behörde in Hamburg und Dortmund.

Nach Zahlen von Ende 2018 hat die Gemeinschaft in der Hansestadt rund 150 Anhänger. Nachdem es sich in der Vergangenheit überwiegend um Anhänger mit türkischem Migrationshintergrund gehandelt habe, öffne sich die Organisation mittlerweile auch für Personen anderer Herkunft und anderer islamistischer Gruppierungen, hieß es.