Fußball

Dezimierter FC St. Pauli verliert 1:2 beim VfB Stuttgart

St. Paulis Florian Carstens und Stuttgarts Hamadi Al Ghaddioui (l-r) im Zweikampf um den Ball.

St. Paulis Florian Carstens und Stuttgarts Hamadi Al Ghaddioui (l-r) im Zweikampf um den Ball.

Foto: dpa

Was für ein Pech: Der personell arg dezimierte FC St. Pauli bietet dem Top-Favoriten VfB Stuttgart die Stirn und verliert dennoch. Und wie schon in Bielefeld fällt der Gegentreffer in der Schlussminute.

Stuttgart/Hamburg. Der FC St. Pauli wird in der 2. Fußball-Bundesliga weiter vom Pech verfolgt. Trotz einer kämpferisch starken Leistung mussten sich die personell arg dezimierten Hanseaten am Samstag dem Liga-Topfavoriten VfB Stuttgart unglücklich 1:2 (1:0) geschlagen geben. Vor 53 315 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena sorgte Mats Möller Daehli (18.) für die Führung der Gäste, die jedoch weitere gute Chancen ausließen. Das rächte sich, denn Marc Oliver Kempf (60.) und Nicolás González (90.) sicherten noch den VfB-Dreier.

"Ich denke nicht, dass wir so schnell wieder so viele Gelegenheiten kriegen wie heute. Das dritte, vierte, sogar fünfte Tor für uns wäre möglich gewesen in einem Spiel gegen die beste Mannschaft der Liga", ärgerte sich St.-Pauli-Trainer Jos Luhukay über das Last-Minute-Pech.

Zumal er erneut personellen Notstand zu beklagen hatte. Zu den zehn verletzten oder angeschlagenen Akteuren gesellte sich als Ausfall Nummer elf kurzfristig Jan-Philipp Kalla. Dies hatte ausnahmsweise einen positiven Hintergrund, denn der 33-Jährige war nicht dabei, da er Vater einer Tochter geworden ist. Luhukay stellte ihn frei - und sein Team spielte beim Favoriten völlig unerwartet forsch mit.

Nach überlegener Anfangsphase traf Möller Daehli nach toller Vorarbeit von Christian Conteh zur verdienten Führung. Während der VfB vor der Pause kaum zum Zuge kam, hätten Conteh (23.) und Möller Daehli (25./43.) zumindest den zweiten Treffer nachlegen müssen. Doch im Abschluss agierten die frechen Hanseaten wieder mal zu fahrlässig.

Das galt zunächst auch nach Wiederanpfiff, als Dimitrios Diamantakos einen gefährlichen Konter nicht mit dem 2:0 krönte (50.). Als kurz darauf Ex-Nationalspieler Mario Gomez beim VfB ausgewechselt wurde, ging ein Ruck durch die Reihen der Hausherren. Belohnt wurde dies mit dem Ausgleich, als die St.-Pauli-Abwehr nach einem Bauerntrick beim Eckball schlief und VfB-Kapitän Kempf unbehelligt vollenden durfte.

Im Gegenzug bot sich Conteh noch einmal eine Riesenchance, doch der Youngster zielte freistehend drüber (61.). So kam es, wie es kommen musste: Nachdem Daniel Didavi noch haarscharf die Führung für die nun kaum noch zu stoppenden Hausherren verpasst hatte (79.), war es González, der St.-Pauli-Keeper Robin Himmelmann in letzter Minute überwand. In der Nachspielzeit vergab der eingewechselte Christopher Buchtmann noch eine Top-Chance (90.+4). So gab St. Pauli wie zum Auftakt in Bielefeld (1:1) in letzter Sekunde Zählbares aus der Hand.