Hamburg

"Fridays for Future": Hamburg muss klimaneutral werden

Schüler halten bei einer "Fridays For Future"-Demonstration Plakate fest.

Schüler halten bei einer "Fridays For Future"-Demonstration Plakate fest.

Foto: dpa

Klimaaktivisten legten Senat und Bürgerschaft Maßnahmen vor, die sich an Pariser Klimaschutzzielen orientieren.

Hamburg. Klimaaktivisten der Jugendbewegung "Fridays for Future" haben vom Hamburger Senat und der Bürgerschaft konkrete Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels gefordert. Um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, müsse Hamburg bis 2035 zur klimaneutralen Stadt werden, heißt es in einem Forderungskatalog, den Vertreter von "Fridays for Future" am Dienstag dem Umweltausschuss der Bürgerschaft vorlegten.

Dazu müsse das bis dahin noch zur Verfügung stehende CO2-Budget auf alle Behörden verteilt und diese zur Einhaltung der Ziele verpflichtet werden. Der Umweltbehörde solle ein Vetorecht gegen Entscheidungen anderer Behörden eingeräumt werden, sofern diese den Zielen entgegenstünden.

Von Kohlekraftwerken zu erneurbaren Energien

Unter anderem wurde bis 2025 die Abschaltung aller Kohlekraftwerke verlangt, die sich auf Hamburger Gebiet befinden oder über die die Stadt verfügt. Zehn Jahre später müsse die gesamte Energieerzeugung und -versorgung auf erneuerbare Energien umgestellt sein. Im Verkehrsbereich forderten die Aktivisten eine "Befreiung der Innenstadt" vom motorisierten Individualverkehr, einen Ausbau des Radverkehrs und ein 365-Euro-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr. Ferner müsse der gesamte Gebäudebestand bis 2035 energetisch saniert werden.

„Bei unserem Treffen mit der Bürgerschaft in der vergangenen Woche äußerten einige der Abgeordneten, darunter Anjes Tjarks von den Grünen, dass man sich mehr Optimismus von uns wünschen würde. Doch wenn wir keine Hoffnung mehr hätten, würden wir nicht Woche für Woche seit mittlerweile acht Monaten freitags demonstrieren", sagte Nele Brebeck, Sprecherin von "Fridays for Future" Hamburg.

"Die Uhr tickt, es müssen zeitnah konsequente Ziele erreicht werden, damit eine Klimakatastrophe noch verhindert werden kann", so Brebeck.. Die Forderungen seien in enger Zusammenarbeit mit den Hamburger "Scientists for Future" entstanden. Die Forderungen orientieren sich an den Pariser Klimaschutzzielen von 2015.

Die "Fridays for Future"-Forderungen laut Forderungspapier:

  • "Die Aufteilung des CO2-Gesamtbudgets, über das die Stadt bis zum Jahr 2035 noch verfügt, auf die Verantwortungsbereiche der einzelnen Behörden."
  • "Eine umfangreiche finanzielle und personelle Stärkung der Umweltbehörde."
  • "Ein Vetorecht für die Umweltbehörde gegen Entscheidungen anderer Behörden, sofern diese im Widerspruch zur Klimaneutralität Hamburgs bis zum Jahr 2035 stehen."
  • "Quartalsweise Berichte des Hamburger Senats bezüglich der Umsetzung von Maßnahmen zur Bekämpfung der Klimakrise."
  • "Den fachübergreifenden Einbezug der Klimakrise, sowie von Themen der Ökologie und Nachhaltigkeit in die Bildungspolitik Hamburgs."
  • "Den Umstieg auf 100% erneuerbare Energieerzeugung und -versorgung bis spätestens zum Jahr 2035."
  • "Die Abschaltung aller Kohlekraftwerke, die in Hamburg liegen oder über die Hamburg verfügt bis spätestens zum Jahr 2025."
  • "Einen umfangreichen Ausbau der Solarenergie in Hamburg."