Hamburg

Bürgerschaftswahl: Fordert Fegebank Tschentscher heraus?

Katharina Fegebank ist die Hamburgs Spitzenkandidatin der Günen.

Katharina Fegebank ist die Hamburgs Spitzenkandidatin der Günen.

Foto: dpa / Christian Charisius

Hamburgs Zweite Bürgermeisterin äußerte sich zu möglicher Kandidatur, Tschentscher zu Koalitionsmöglichkeiten.

Hamburgs Grünen-Spitzenkandidatin Katharina Fegebank lässt noch offen, ob sie Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) bei der Bürgerschaftswahl auch als Bürgermeisterkandidatin herausfordert. Bei den Grünen sehe man, dass es in der Stadt den Wunsch nach einer Wahlmöglichkeit gebe, „wenn es um die Spitze des nächsten Senates geht“, sagte die Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin der Deutschen Presse-Agentur. „Wir werden zum richtigen Zeitpunkt entscheiden, wie wir mit dem Wunsch der Hamburgerinnen und Hamburgerumgehen.“ Weil die SPD sich bislang nicht auf eine Koalitionsaussage festlegen will, zeigte sie sich offen für Farbenspiele.

Die Grünen hätten eine Präferenz zum Beibehalt der Koalition mit der SPD geäußert, „weil wir in den letzten Jahren schon viel auf den Weg gebracht haben und auch noch viel vorhaben“, sagte Fegebank. „Das ist aber kein Blankoscheck für die SPD. Zumal die SPD umgekehrt keine klare Aussage treffen möchte, mit wem sie nach der Wahl zusammenarbeiten will.“

Fegebank ist "maximal entspannt"

Koalitionsaussagen trage man niemandem hinterher. „Genau so wenig wie Heiratsanträge.“ Es sei aber „okay“, dass nun jeder für sich in den Wahlkampf gehe und unabhängig positioniere - da sei sie „maximal entspannt“, sagte Fegebank. „Ich bin überzeugt, dass es uns in einem eigenständigen Wahlkampf gut gelingen wird, Unterschiede darzulegen und unser eigenes Angebot deutlich zu machen. Und das macht dann ja auch den Wettbewerb interessanter.“

Hamburg sei mittlerweile das letzte Bundesland, in dem Rot-Grün als stabile Zweierkoalition regiere. Inzwischen gebe es in Deutschland bunte Koalitionen in unterschiedlichsten Konstellationen. „Und das zeigt uns, dass wir auch in Hamburg politisch mit unterschiedlichen Parteien gesprächsbereit sein müssen“, sagte die 42-Jährige. Deshalb schaue man sich natürlich auch an, „was CDU und FDP im Angebot haben“. Maßgeblich seien immer die Inhalte. Einziges No-Go: die AfD.

Abgesehen davon, dass sie eine Frau sei, unterscheide sie sich von Tschentscher auch im Politikstil. „Die Sozialdemokratie hat generell einen eher staatszentristischen Blick auf die Dinge: Sie rollt erst einmal ein Programm aus und erklärt den Bürgerinnen und Bürgern anschließend, wie sie zum Gelingen beitragen dürfen“, sagte Fegebank. „Unser Ansatz ist eher, Ideen aus der Stadtgesellschaft aufzunehmen und ihnen dann einen politischen Rahmen zu geben.“

Tschentscher äußert sich zu Bürgerschaftswahl

Bürgermeister Peter Tschentscher will sich vor der Bürgerschaftswahl im vorerst nicht auf eine Koalitionsaussage festlegen. „Meine Aufgabe ist es, den Anteil der SPD-Stimmen möglichst groß werden zu lassen. Denn eine starke SPD gibt uns möglichst viele Optionen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Klar sei: „Eine naheliegende Option sind die Grünen.“ Doch das sei eben nicht die einzige. Die Frage nach einem möglichen Bündnis Grün-Rot nannte der Regierungschef „nicht realistisch“. „Noch hat in Hamburg die SPD die Nase vorn.“ Die SPD Hamburg regierte von 2011 bis 2015 mit absoluter Mehrheit in der Hansestadt. So viele Stimmen schafften die Sozialdemokraten bei der vergangenen Bürgerschaftswahl nicht mehr, es kam zur rot-grünen Koalition.