Hamburg

Rahlstedter SPD-Politiker macht Krebserkrankung öffentlich

Ole Thorben Buschhüter ist der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete für Rahlstedt.

Ole Thorben Buschhüter ist der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete für Rahlstedt.

Foto: Privat

Ole Thorben Buschhüter (43) informiert per Facebook über Erkrankung und Chemotherapie. Warum er trotzdem zuversichtlich ist.

Hamburg. Es ist ein ausgesprochen mutiger Schritt: Mit einem sehr persönlichen Post auf Facebook hat der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter (43) seine schwere Krebserkrankung öffentlich gemacht.

"Wer mir in diesen Tagen begegnet, der ist zunächst einmal erschrocken. Haare weg. Keine Sommerfrisur, keine verlorene Wette, sondern: die unvermeidlichen und nicht mehr zu verbergenden Nebenwirkungen einer Chemotherapie, die ich seit Anfang Juli über mich ergehen lassen muss", schreibt der 43-jährige parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion.

Diagnose in der Sommerpause

Die parlamentarische Sommerpause habe für ihn mit einer betrüblichen Nachricht begonnen, so der Sozialdemokrat weiter. Während andere Politiker die Auszeit in der warmen Jahreszeit genossen, gab es für Buschhüter am 1. Juli eine niederschmetternde Diagnose: Morbus Hodgkin, ein bösartiger Tumor hat sich in seinem Lymphsystem eingenistet.

Nach dem ersten Schock ging es für den Politiker schon kurze Zeit später ins Krankenhaus, um mit der Chemotherapie zu beginnen. "Aber nach acht Tagen durfte ich schon wieder nach Hause und fühlte mich am nächsten Tag bereits so fit, dass ich ins Rathaus zur Arbeit fuhr."

Gute Heilungschancen

Mittlerweile habe er sich an die unerwarteten Umstände gewöhnt, berichtet Buschhüter auf Facebook weiter. "Mich einschränkende Nebenwirkungen habe ich keine, die Chemotherapie vertrage ich gut. Die Heilungsprognose liegt bei über 90 Prozent. Was will man mehr?" Die Hälfte der Therapie habe er bereits hinter sich. "Das Tolle ist: Es geht mir erstaunlich gut!"

Warum der Sozialdemokrat jetzt mit seiner Diagnose so offensiv an die Öffentlichkeit geht? "Was bleibt mir übrig?", sagt Buschhüter dem Abendblatt. "Es sieht jetzt ja ohnehin jeder, dass ich kahlköpfig bin." Der große Wunsch des Vorsitzenden des Verkehrsausschusses: möglichst so weitermachen wie bisher, so weit es geht unbeeinflusst von der Erkrankung.

Haare sollen wieder wachsen

Seinen Humor hat der Politiker auf jeden Fall in den vergangenen Monaten nicht verloren: "Ich bin sehr zuversichtlich und guter Dinge, dass nach meiner Genesung auch die Haare wieder wachsen", schreibt er seinen Parteifreunden und Facebook-Followern. "Angeblich vielleicht sogar an Stellen, wo vorher schon nichts mehr war. Wir werden es gewahr."