Einzelhandel

Otto Group und ECE: Erstes gemeinsames Einzelhandelsprojekt

Sie haben einen Gründervater, sitzen beide in Hamburg, aber arbeiten erstmals wirtschaftlich zusammen: Otto und ECE erweitern otto.de. Auf dem Online-Marktplatz sollen Käufer ihre gewünschte Ware auch im nahen ECE-Center finden können.

Hamburg. Der Onlinehändler Otto und ECE, Betreiber von rund 90 Shopping-Zentren in Deutschland, haben erstmals ein gemeinsames Einzelhandelsprojekt gestartet. Sie vernetzen stationäre Einzelhändler in den ECE-Zentren mit der Handelsplattform otto.de und haben dazu das Joint Venture Stocksquare gegründet, wie die zu gleichen Teilen beteiligten Projektpartner am Mittwoch in Hamburg ankündigten.

Kunden können auf der Handelsplattform zunächst sehen, ob ein gewünschter Artikel in einem Laden eines ECE-Centers vorrätig ist, später soll auch dessen Reservierung und Online-Bezahlung möglich werden. Auch eine Lieferung am gleichen Tag vom Center aus ist angedacht. Zum Start wurden sechs Filialisten mit rund 20 000 Artikeln eingebunden, darunter die Mode-Anbieter Marc O'Polo, Brax und Ulla Popken. Die Zahl der lokal verfügbaren Artikel solle sich in den nächsten zwei Jahren verzehnfachen.

Vorgestellt wurde das Projekt vom Vorstandschef der Otto-Group, Alexander Birken, und ECE-Vorstandschef Alexander Otto sowie Otto-Bereichsvorstand Marc Opelt. Alexander Otto ist der jüngste Sohn des Gründers des Versandhändlers, Werner Otto (1909-2011), der 1965 auch den Grundstein für die spätere ECE-Expansion mit europaweit fast 200 Zentren legte. Die ECE Projektmanagement GmbH ist von der Otto Group wirtschaftlich unabhängig.

Aufgrund der steigenden Konkurrenz durch den Onlinehandel ging die Kundenzahl im vergangenen Jahr in den ECE-Zentren zurück, wie Alexander Otto einräumte. Daher soll das Projekt auch wieder mehr Kunden anlocken, weil sie gewünschte Ware dort gleich anprobieren oder testen können. "Wir stärken den stationären Handel durch zusätzliche Online-Reichweite", ergänzte Otto.

Schließlich seien rund 1,6 Millionen Käufer täglich auf der Otto-Website, denen künftig auch kleinere Boutiquen ihre Ware anbieten könnten, machte Otto-Chef Birken deutlich. Für sie sei ein eigener Online-Shop oftmals zu teuer. Nach der Pilotphase sollen die Händler eine monatliche Gebühr für ihre Otto-Online-Präsenz bezahlen. Wie viel Geld die Partner in das Gemeinschaftsunternehmen investieren, ließen sie offen.