Senat

Modernste Jugendhaftanstalt soll in Billwerder entstehen

Blick aus einer vergitterten Zelle auf dem Gelände der JVA Billwerder.

Blick aus einer vergitterten Zelle auf dem Gelände der JVA Billwerder.

Foto: dpa

Bis spätestens 2027 soll das neue Gefängnis fertig sein. Die Gesamtkosten sollen sich auf 164 Millionen Euro belaufen.

Hamburg. In direkter Nachbarschaft zur Justizvollzugsanstalt Hamburg-Billwerder soll bis spätestens 2027 die deutschlandweit modernste Haftanstalt für jugendliche Straftäter entstehen. Der rot-grüne Senat habe dem Standort zugestimmt, sagte Justizsenator Till Steffen (Grüne) am Dienstag bei der Vorstellung des Realisierungskonzepts. "Mit dem Neubau haben wir die riesige Chance, die Infrastruktur nach den neuesten Erkenntnissen aus Praxis und Wissenschaft, den Bedürfnissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der jungen Gefangenen zu planen". Die Gesamtkosten des Projekts sollen sich auf 164 Millionen Euro belaufen.

Der Standort Hahnöfersand werde mit der Inbetriebnahme der neuen Jugendanstalt Hamburg vollständig aufgegeben, sagte Steffen. Der Neubau in Billwerder biete deutlich bessere Möglichkeiten für die Resozialisierung der jungen Gefangenen.

200 Plätze im geschlossenen Bereich

Er soll im geschlossenen Bereich 200 Plätze für Untersuchungs- und Strafhäftlinge bieten, denen zehn Freistundenhöfe zur Verfügung stehen. Außerdem sind 18 Plätze für den offenen Vollzug und 20 für den Jugendarrest vorgesehen. Zu beruflichen Qualifizierung sollen ein Berufsentwicklungszentrum mit zehn Werkstätten, einem EDV-Bereich und Schulräumen dienen. Auch eine eigene Sporthalle ist auf dem 5,8 Hektar großen Areal geplant.

In die Projektplanung waren Experten aus Wissenschaft, Fachverbänden, Kirchen, der freien Träger der Straffälligenhilfe sowie der Jugendgerichts- und Jugendbewährungshilfe eingebunden. Ebenso Staatsanwaltschaft und Gerichte. Ziel des Neubaus sei es, durch offene und übersichtliche Raumplanung ein möglichst angst- und gewaltfreies Klima zu schaffen, in dem sich die Gefangenen den Behandlungsangeboten und Resozialisierungsmaßnahmen öffnen können.