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Information und Prävention

Blasenschwäche bei Frauen: Das Marienkrankenhaus informiert

Foto: Brooke Cagle | unsplash

Die Blasenschwäche oder Harninkontinenz ist eine Funktionsstörung der Blase, bei der Betroffene den Urin nicht mehr bewusst zurückhalten können. Allein in Deutschland sind laut Experten rund 5 Millionen Frauen betroffen. MD Ahmed Abdel-Kawi, Chefarzt der Frauenklinik am Marienkrankenhaus Hamburg, gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen zu der Erkrankung.

Was sind die Ursachen einer Blasenschwäche?

Fakt ist, dass eine Inkontinenz die Lebensqualität massiv senken kann. Alltägliche Tätigkeiten wie Einkaufen oder Kinobesuche werden zu einer echten Herausforderung. Die Ursache der Inkontinenz liegt in einem gestörten Zusammenspiel von Blasenmuskulatur und Beckenbodenmuskulatur. Meist ist der Verschlussmechanismus durch eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur beeinträchtigt, die durch Schwangerschaften und auch hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren auftreten kann.

Wie wird eine Blasenschwäche festgestellt?

In unserer Spezialsprechstunde stellen wir zunächst fest, welche Form der Harninkontinenz vorliegt. Am häufigsten ist die Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz). Durch schwaches Bindegewebe verlieren Betroffene Urin bei muskulärer Belastung des Bauchraums und des Beckens, etwa beim Lachen, Husten oder Niesen. Bei der Dranginkontinenz überwiegt das Gefühl, die Blase würde überlaufen. Ursache ist meist eine Absenkung der Beckenorgane, wenn Bindegewebe und Beckenbodenmuskulatur ihre Haltefunktion verloren haben. Zur genauen Abklärung werden die Patientinnen mit dem Ultraschall oder einer Blasendruckmessung untersucht.

Wie kann man Blasenschwäche behandeln?

Konservative Ansätze bei der Belastungsinkontinenz sind ein gezieltes Beckenbodentraining, eine medikamentöse Therapie oder die sogenannte Unterspritzung. Dabei spritzt der Arzt Bulkamid (ein Gel) in die Schleimhaut. Die Harnröhre wird dadurch enger und dichtet besser ab. In vielen Fällen sind minimal-invasive Operationen erfolgreich, zum Beispiel der Einsatz eines Bändchens zur Stützung der Harnröhre.

Was sind die weiteren Möglichkeiten?

Zur Behandlung der Dranginkontinenz haben sich Medikamente zur Dämpfung der Aktivität der Blasenmuskulatur bewährt. Reicht deren Wirkung nicht aus, können bei einer überaktiven Blase Botox-Injektionen direkt in den Blasenmuskel helfen, dass der Urin längere Zeit gespeichert wird. Relativ neu sind schonende Iaparoskopische Operationen. Dabei werden die erschlafften natürlichen Haltebänder durch Kunststoffimplantate ersetzt. Sie werden dort angenäht, wo die ursprünglichen Bänder saßen, und übernehmen deren Funktion. Das Verfahren wird erst in wenigen spezialisierten Zentren wie dem Marienkrankenhaus angeboten.

Wie kann man eine Blasenschwäche vorbeugen?

Wichtig ist ein konstantes Training des Beckenbodens mit einfachen Übungen. Zweitens sollte man auf das Rauchen verzichten, denn dies kann zu einem chronischen Husten führen, der dann einen hohen Druck im Bauch auslöst und somit den Beckenboden belastet. Auch Übergewicht kann eine Inkontinenz begünstigen, da durch das überschüssige Gewicht Druck auf die Muskulatur ausgeübt. Deshalb: auf das Gewicht achten!

Das Marienkrankenhaus bietet eine kostenfreie Info-Veranstaltung „Neue Behandlungsmethoden bei Inkontinenz und Blasenschwäche“ an. Termin: 19.6., 17.30 Uhr, Ort: Kath. Marienkrankenhaus, Alfredstraße 9, 22087 Hamburg. Anmeldung unter: info@marienkrankenhaus.org