Barrierefreiheit

Hamburgs Aufzüge und Rolltreppen stehen lange still

Knopf eines Aufzuges in Hamburg.

Knopf eines Aufzuges in Hamburg.

Foto: imago/Hoch zwei/Angerer

Die Anlagen der Stadt sind im Schnitt deutlich länger defekt als die der Hochbahn – bis zu 62 Tage im Jahr.

Hamburg.  Stadtweite Barrierefreiheit ist ein wichtiges langfristiges Ziel des Senats, sprich: Auch Menschen im Rollstuhl, mit Rollator oder mit Kinderwagen sollen möglichst alle Bahnstationen und andere Orte in der Stadt gut erreichen können. Dabei sind etwa funktionierende Fahrstühle und auch Rolltreppen wichtig. Neue Zahlen des Senats zeigen jetzt allerdings, dass ausgerechnet die von der Stadt über den Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) betriebenen Anlagen besonders oft stillstehen – und ihre Reparatur meist besonders lange auf sich warten lässt.

So standen die vom LSBG betriebenen Rolltreppen im Jahr 2018 durchschnittlich 62 Tage still. Das ergibt sich aus der Antwort des Senates auf eine Kleine Anfrage des CDU-Verkehrspolitikers Dennis Thering. Zum Vergleich: Bei der Hochbahn lag diese Zahl 2018 demnach bei nur 23 Stunden. Dabei hatte sich dieser Wert zwar zuletzt auch dort verschlechtert (2015 lag er noch bei 19 Stunden), gleichwohl ist die Zuverlässigkeit der Hochbahn bei diesem Thema deutlich besser als die des LSBG. Hochbahn und Deutsche Bahn haben als Zielwerte eine Verfügbarkeit der Rolltreppen von 97 Prozent festgelegt. Bei den städtischen LSBG-Rolltreppen lag die konkrete Verfügbarkeit 2018 bei nur 82 Prozent.

LSBG-Fahrstühle standen 2018 jeweils rund 25 Tage still

Bei den Fahrstühlen sieht es laut Senatsantwort nicht viel besser aus. Die LSBG-Fahrstühle standen 2018 jeweils rund 25 Tage still, bei der Hochbahn waren es 21 Stunden pro Jahr. Die Fahrstuhl-Verfügbarkeit lag beim LSBG 2018 bei rund 87 Prozent, bei der Hochbahn dagegen bei 95 Prozent.

Die CDU kritisiert die Situation bei den städtischen Anlagen. „Mobilität ist ein menschliches Grundbedürfnis. Deshalb ist es wichtig, dass auch Menschen mit Gehhilfen, Rollstühlen, Rollatoren und Mütter mit Kinderwagen barrierefrei von A nach B kommen“, sagte ihr Verkehrspolitiker Thering. „Dafür sind intakte Rolltreppen und Fahrstühle unerlässlich. Kurze Ausfallzeiten nach einem Defekt sollten eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.“ Leider sehe die Realität in Hamburg anders aus. „Wir setzen uns als CDU in unserem Mobilitätskonzept dafür ein, dass alle defekten Fahrstühle und Rolltreppen innerhalb von 24 Stunden wieder flottgemacht werden“, so Thering.

"Ersatzteilbeschaffung bei alten Rolltreppen schwierig"

Die Sprecherin der Verkehrsbehörde, Susanne Meinecke, sagte, dass „Barrierefreiheit bei der Mobilität ein zentrales Thema“ des Senats sei. „Darum wird der Ausbau auch massiv vorangetrieben. Die Ursachen für Ausfälle und Stillstand sind differenziert zu betrachten“, so Meinecke. „Bei alten Rolltreppen ist leider häufig z. B. die Ersatzteilbeschaffung sehr schwierig. Rolltreppen stehen darüber hinaus auch dann still, wenn ganze Haltestellen umgebaut werden wie etwa zuletzt im Citytunnel.“