St. Pauli

Linke-Fraktion fordert Baustopp für prominenten Hochbunker

Blick auf den Bunker am Heiligengeistfeld in Hamburg.

Blick auf den Bunker am Heiligengeistfeld in Hamburg.

Foto: dpa

Wasserschäden und Baulärm würden Bestandsmieter in ihrer Existenz bedrohen, meint Norbert Hackbusch.

Hamburg. Die Bürgerschaftsfraktion der Linken will einen Baustopp für die Aufstockung eines Hochbunkers am Heiligengeistfeld in Hamburg beantragen. Der Investor Thomas Matzen will den etwa 40 Meter hohen Bunker, in dem Mediendienstleister ansässig sind, um fünf Etagen mit einem öffentlichen Dachgarten erhöhen. "Wasserschäden und Baulärm bedrohen Bestandsmieter im Medienbunker an der Feldstraße in ihrer Existenz", resümierte der kulturpolitische Sprecher der Linken, Norbert Hackbusch, in einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Mitteilung.

In einem Antrag an die Bürgerschaft soll sich der Senat für einen Baustopp einsetzen, "bis die Gefährdung wichtiger kultureller Institutionen in Hamburg beendet und ein Bestandsschutz gewährleistet ist". Der Musikclub Uebel & Gefährlich, der im Januar zum besten Club 2019 der Stadt gekürt worden ist, ist im Bunker ansässig.

Arbeiten auf vier Stunden täglich begrenzt

Der Linken-Politiker kritisiert, dass Matzen ein sehr eigenartiges Bild von den Zuständen male und sich der Senat "einfach auf die Aussagen des Investors" verlasse. Die Fraktion hatte der Regierung eine Kleine Anfrage zu den laufenden Bauarbeiten gestellt. Etliche Fragen ließ sie vom Erbbauberechtigten Matzen beantworten, dessen Vertag zunächst bis 2067 weiterläuft. Aus der Senats-Antwort geht hervor, dass von Wasserschäden zwei Mietflächen betroffen sein sollen. Eine Schimmelbildung sei nicht festgestellt worden, heißt es.

Aufgrund des Zustands des Hochbunkers wurde laut Antwort eine Betonsanierung erforderlich, wozu eine Abdichtungsebene entfernt wurde. "Durch den schadhaften Beton sei kurzzeitig Wasser in das Innere des Gebäudes gelangt." Die Folgen des Wasserschadens seien auf Kosten des Investors beseitigt worden und führten zu keinerlei Beeinträchtigung der Gebäudesubstanz, heißt es. Wegen Lärmbelastungen seien die Arbeiten auf vier Stunden täglich begrenzt worden. Dass es bei einem Konzert auf die Bühne geregnet habe, dürften alle Zuhörer mitbekommen haben - "bloß der Investor angeblich nicht", wetterte Hackbusch. Der Unternehmer werfe Nebelkerzen, "der Senat schaut zu und die Kulturbetriebe können sehen, wo sie bleiben."