Hamburger Hafen

830. Hafengeburtstag: Ein echter Sonn-Abend

| Lesedauer: 7 Minuten
Edgar S. Hasse, Franziska Coesfeld und Alexander Josefowicz

Was schon gefeiert wurde, was noch gefeiert wird – die Höhepunkte der größten Geburtstagsparty Hamburgs.

Hamburg. Ganz zum Schluss – des zweiten von drei Tagen, an denen der 830. Hafengeburtstag gefeiert wird – kam es noch einmal dicke: Eine Viertelstunde lang wurde es bunt und laut am Hamburger Nachthimmel beim großen Feuerwerk. Auf der Suche nach dem besten Aussichtspunkt wurden verschiedene Varianten hoch gehandelt – von der HafenCity bis zum Energieberg Georgswerder, der extra länger geöffnet hatte.

Freunde der etwas leiseren Töne kamen schon vorher auf ihre Kosten: Das Konzert von Anne-Sophie Mutter im Großen Saal der Elbphilharmonie wurde live auf eine Videowand vor dem Konzerthaus übertragen.

Schlepperballett im Sonnenschein

Einer der jährlichen Höhepunkte des Hamburger Hafengeburtstags gehörte natürlich auch bei der 830. Geburtstagsfeier dazu: das Schlepperballett. Was elegante Kraftpakete alles können, haben sie am Sonnabend bei bestem Frühlingswetter bewiesen. Nach den grauen Tagen der vergangenen Woche besann sich der Himmel rechtzeitig eines Besseren, um dem Hamburger Hafen ein kleines Geschenk zu machen: Sonne und Temperaturen, die zumindest am Nachmittag eine Jacke zur bloßen Option machten.

Die Kommandos zu dieser einzigartigen Choreografie der schweren Jungs der Elbe kamen diesmal von Kapitän Dietrich Petersen. Erfahrung mit den tanzenden Schleppern hat der 73-Jährige genug: Er hat das Schlepperballett bereits von 1999 bis 2010 geleitet. Zum Abschluss gab es noch einmal eine große Bühne für die unvergessene Heidi Kabel: „In Hamburg sagt man Tschüs“, lautete ihr Erfolgstitel.

"Open Ship" auf der "Berlin"

Am Sonnabend und Sonntag heißt es an der Überseebrücke „Open Ship“. Dort liegt die „Berlin“. Der Einsatzgruppenversorger (EGV) Klasse 702 der Deutschen Marine ist ein Versorgungsschiff, dessen Ausrüstung, Fähigkeiten und Besatzung auf die logistische und sanitätsdienstliche Unterstützung einer gemischten Einsatzgruppe in Fahrt ausgerichtet sind. In den vergangenen Monate hatte das Schiff mehrere Tausend Menschen aus Seenot im Mittelmeer gerettet. Zu sehen ist auch die 43 Meter lange „Branddirektor Westphal“. Sie gehört der „Flotte Hamburg“, einer Tochter der Hamburg Porth Authority (HPA). Darin sind alle Behördenschiffe der Hafenmetropole vereint. 18,5 Millionen Euro kostete das modernste Löschboot Europas.

SOS-Retter zeigten am Sonnabend ihr Können. Helfer demonstrierten, wie gut sie in kritischen Situationen auf hoher See zusammenarbeiten. Daran beteiligen sich neben dem Polizei- und dem SAR-Hubschrauber der Marine auch Einsatzkräfte und Fahrzeuge der Wasserschutzpolizei, der Feuerwehr, des THW und der Hamburg Port Authority. Wer die Lebensretter am Sonnabend verpasst hat, hat noch eine Chance am Sonntag: Der Programmpunkt SOS-Retter in Aktion wird auch am Sonntag um 12.45 Uhr auf der Elbe präsentiert.

Die "Branddirektor Westphal" führte die Einlaufparade an

Es war Freitag, 14.02 Uhr, als das Küstenstreifenboot „Bürgermeister Weichmann“ die Docks von Blohm + Voss passierte, da erklang die deutsche Nationalhymne. Vier Minuten später fuhr der russische Großsegler „Sedov“ die Elbe hinauf, dabei war über Lautsprecher die russische Hymne zu hören. Tausende Besucher verfolgten bei trübem und kühlem Frühlingswetter am Hafenrand das traditionelle Spektakel – die Einlaufparade zum nunmehr 830. Hamburger Hafengeburtstag, die in diesem Jahr von dem neuen Feuerlöschboot "Branddirektor Westphal" angeführt wurde.

Zuvor hatten der Schauspieler und Comedian Olli Dittrich und Michel-Hauptpastor Alexander Röder das weltweit größte Hafenfest mit einem ökumenischen Gottesdienst eröffnet. „Die Einlaufparade“, sagt Olli „Dittsche“ Dittrich, sei „wirklich spektakulär, immer wieder“. Nach dem Gottesdienst in der Hauptkirche St. Michaelis begleiteten die Akteure des Hummel-Clubs 1902 nebst historischen Hamburger Figuren wie Zitronenjette und Aalweber die Festgemeinde direkt zur „Rickmer Rickmers“.

Wirtschaftssenator läutet Schiffsglocke

Dort eröffnete Hamburgs Wirtschaftssenator Michel Westhagemann mit dem so genannten Glasen das maritime Spektakel: Er läutete die Schiffsglocke gemeinsam mit Carole Delga, der Präsidentin der Region Occitanie/Pyrénées-Méditerranée. Die südfranzösische Region ist diesjähriges Partnerland.

Wer im kühlen Norden einen kurzen Abstecher in den mediterranen Süden machen will, ist bis zum Sonntag an der Kehrwiederspitze genau richtig. Dort stellt sich Länderpartner Occitanie-Südfrankreich mit zahlreichen regionalen Spezialitäten vor. Dabei können kulinarische Köstlichkeiten wie Austern, Armagnac, handwerklich gebrautes Bier, Olivenöl und Aligot, ein Kartoffelpüree mit Käse, probiert werden, sagt Andrea Heyden, von der Hamburg Messe und Congress GmbH.

Der Geburtstag im Fernsehen

Wer den Hafengeburtstag lieber vor dem TV-Gerät erleben will, sollte das NDR Fernsehen einschalten. Am Sonntag, 18 Uhr bis 18.45 Uhr, dreht sich alles in der Sendung „Rund um den Michel“ um die Auslaufparade. Dabei haben die Moderatoren den neuen stellvertretenden Hafenkapitän Simon Rosenkranz zur Seite. Am Sonnabend, 13 Uhr, berichtet auch der TV-Sender Phoenix vom 830. Hafengeburtstag. Interviewt wird unter anderem die weltweit erste Frau an der Spitze eines Großseglers – Kapitänin Maren Reif von der „Alexander von Humboldt II“.

MSC Preziosa" größter schwimmende Besucher des Hafengeburtstages

Auch Fans von Kreuzfahrtschiffen kommen beim Hafengeburtstag auf ihre Kosten. Bereits am frühen Freitagmorgen hatte die "Mein Schiff 5" als erstes von acht Kreuzfahrtriesen den Hamburger Hafen angesteuert. Das 295 Meter lange Schiff von Tui Cruises, auf dem mehr als 2500 Passagiere Platz finden, kommt regelmäßig nach Hamburg und ist noch bis heute Abend am Terminal Altona zu sehen.

Der größte schwimmende Besucher des Hafengeburtstages ist der Luxusliner "MSC Preziosa", der am Sonntag im Hamburger Hafen anlegt. Er kommt auf 330 Meter Länge und bietet seinen Gästen mit seinem Fünf-Sterne-Service höchsten Komfort an Bord. Highlights auf dem Kreuzfahrtschiff sind eine italienische Pizza, ein Infinity Pool und ein preisgekrönter Spa.

Schiffsankünfte beim Hamburger Hafengeburtstag 2019:

  • Sonnabend, 8 Uhr: "World Odyssey" Deutschland, Terminal HafenCity, Abfahrt Sonntag, 17 Uhr
  • Sonnabend, 8 Uhr: "AidaPerla", Terminal Steinwerder, Abfahrt 18 Uhr
  • Sonntag, 7 Uhr, "MSC Preziosa", Terminal Steinwerder, Abfahrt 18.30 Uhr
  • Sonntag, 8 Uhr: "AidaSol", Terminal Altona, Abfahrt 21 Uhr

Hafengeburtstag 2019 – beliebte Motive bei Instagram

Bereits am Freitagnachmittag spielte der Hafengeburtstag 2019 in sozialen Netzwerken und Onlinediensten wie Instagram eine große Rolle. Beliebtestes Motiv: na klar, Schiffe. Aber auch besondere Perspektiven auf die Elbphilharmonie sowie Menschen und Tiere im Hafen wurden vorzugsweise abgelichtet und ins Internet gestellt.

"Wow. Was für ein Empfang an der Elbphilharmonie", postete die Hamburger Feuerwehr bei Twitter und Co.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg