„Steig um!“-Aktion

Drei Monate ohne Auto: Endlich keine Parkplatzsuche mehr

Michael und Andrea Busch fahren jetzt vorwiegend mit dem Rad.

Michael und Andrea Busch fahren jetzt vorwiegend mit dem Rad.

Foto: Maria Weigl

Das Ehepaar Busch beteiligt sich an der Aktion von Umweltbehörde und Abendblatt und macht nun fast alle Wege mit dem Rad.

Harburg.  Das Fahrrad steht immer bereit. Seit fünf Jahren schon radeln Andrea (57) und Michael (61) Busch wieder regelmäßig. Der Umwelt und der Gesundheit zuliebe. Mit Helm fährt das Ehepaar durch Hamburg. Die ersten Sonnenstrahlen werden genutzt, um in der Lieblingseisdiele an der Elbphilharmonie ihr Lieblingseis (Lakritzeis) zu essen.

Drei Monate ohne Auto: Die Buschs sind „Steig um!“-Teilnehmer, haben ihr Auto im Rahmen der gemeinsamen Aktion von Umweltbehörde und Abendblatt abgegeben und bekommen dafür monatlich jeweils 400 Euro, um alternative Verkehrsmittel zu testen. Andrea Busch radelte auch schon vor der Aktion oft und gerne zur Arbeit. „Wenn man sowieso schon mit dem Fahrrad fährt, wozu denn das Auto“, fragte sich die 57-Jährige. Alternativen zum eigenen Auto würden in Harburg aber kaum angeboten. „Ich würde gerne mal so einen E-Roller ausprobieren“, sagt Andrea Busch.

Das Reisen mit der Bahn überzeugt nicht

Mit der Bahn hat das Ehepaar seine ersten Erfahrungen gemacht. Für eine Dienstreise nach Jena wählte Michael Busch den Zug. Das Reisen mit der Bahn habe ihn aber nicht überzeugt. Aufgrund großer Verspätungen verpasste er seinen Anschlusszug und kam zu spät. Dafür verlief die Rückfahrt ohne Probleme und Verspätungen. Und die Schwierigkeiten werden noch gesteigert: „Wir kämpfen mit der DB-App“, sagt Michael Busch. Für einen Kurztripp nach Rügen möchte das Ehepaar die eigenen Fahrräder dabeihaben. Über die App versuchen sie die Fahrradmitnahme zu buchen, doch das sei kompliziert.

Früher hatten Andrea und Michael Busch zwei Autos. Doch Michael Busch hat seinen Dienstwagen Ende vergangenen Jahres abgegeben. Das Auto, welches jetzt bei der Umweltbehörde steht, sei eher ein „Spaßauto“ – ein Zweisitzer. Der BMW Z4 Roadster sei aber unpraktisch, und Platz für große Einkäufe ist nicht vorhanden. „Ich habe schon zweimal von unserem Auto geträumt“, erzählt Andrea Busch. Aber so richtig vermisst sie das Auto auch nicht.

Ehepaar Busch würde gern Elektroautos testen

„Ich könnte ganz auf das Auto verzichten“, sagt ihr Mann. Das „Spaßauto“ zu verkaufen, ist bei dem Paar definitiv ein Thema. Zwei Autos kommen für das Ehepaar gar nicht mehr infrage. Gerne würde das Ehepaar Elektroautos testen. Michael Busch würde auch ein Lastenfahrrad durchaus reizen, davon ist seine Frau aber wenig überzeugt.

Die monatlichen 400 Euro durch „Steig um!“ seien mehr als für alternative Verkehrsmittel nötig. „Mit dem übrigen Geld können wir gelegentlich nett bis sehr nett essen gehen“, sagt Michael Busch. Für eine Feier haben Andrea und Michael den Lieferdienst eines Supermarktes ausprobiert. Sie waren sehr zufrieden und wollen gerne wieder darauf zurückgreifen. Die Bestellung ging pro­blemlos, die Lieferung kam pünktlich, und die schweren Getränkekisten wurden bis vor die Wohnungstür gebracht. Für kleinere Einkäufe nutzen sie weiterhin gern das Rad. „Das geht viel schneller“, sagt die Harburgerin. Mit dem Fahrrad sei die lästige Parkplatzsuche vorbei.