Landgericht Hamburg

Schüsse auf Hells-Angels-Boss: Angeklagte schweigen

Schüsse auf Rockerboss der Hells Angels

Das inoffizielle Oberhaupt des Hells Angels Charters Southport hat den Anschlag an der Reeperbahn knapp überlebt. Über die Hintergründe der Tat gibt es mehrere Spekulationen.

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Aus Rache soll die Freundin eines verfeindeten Mitglieds der Mongols auf den Chef der Rockergruppe gefeuert haben.

Hamburg. Vor dem Landgericht Hamburg hat am Mittwoch ein Prozess um Schüsse auf ein führendes Mitglied der Hells Angel im August 2018 am Millerntorplatz begonnen. Angeklagt sind ein ehemaliges Mitglied der mit den Hells Angels verfeindeten Rockergruppe Mongols und dessen Freundin.

Die Staatsanwaltschaft wirft der 24-Jährigen versuchten Mord und schwere Körperverletzung vor. Ihr 28 Jahre alter Lebensgefährte, der zur Tatzeit im Gefängnis saß, soll sie zu dem Verbrechen angestiftet haben. Die beiden Deutschen hätten sich für einen Überfall im Stadtteil Schnelsen rächen wollen, bei dem beide im Juni 2016 durch Schüsse schwer verletzt worden waren.

Ex-Mongol wollte Ehre wiederherstellen

Dafür hätten sie den Hells Angel verantwortlich gemacht. Außerdem habe der Ex-Mongol seine Ehre wiederherstellen wollen. Der Hells Angel wurde nach Angaben der Staatsanwältin am Kopf und am Oberkörper getroffen und ist seit der Tat gelähmt.

Die 24-Jährige soll dem weißen Bentley des Hells Angels in einem silbergrauen Mercedes durch St. Pauli gefolgt sein. An der Kreuzung habe sie links neben dem Bentley gestoppt. Ein unbekannter Mittäter habe vom Beifahrersitz aus auf den 38 Jahre alten Fahrer geschossen.

Schweigen bei den Angeklagten

Nach Verlesung der Anklage wollten die beiden Angeklagten zunächst keine Angaben machen. Der Verteidiger des 28-Jährigen erklärte lediglich, dass sein Mandant den Vorwurf der Anstiftung bestreite.