Konflikte

Unter gefangenen IS-Kämpfern könnten auch Hamburger sein

Hamburg. Unter den gefangenen Kämpfern des Islamischen Staates in Syrien könnten theoretisch auch Hamburger sein. Nach Angaben des Landesamtes für Verfassungsschutz reisten in den vergangenen Jahren 86 Männer und Frauen aus der Hansestadt in Richtung Syrien/Irak aus. 32 von ihnen seien wieder zurückgekehrt, 20 sollen tot sein.

Der Sprecher des Verfassungsschutzes, Marco Haase, betonte am Mittwoch aber, dass die Terrormiliz in mehreren Fällen falsche Todesnachrichten verbreitet habe. Nach dpa-Informationen gehen deutsche Sicherheitsbehörden bisher von gut 40 im syrischen Kurdengebiet gefangenen IS-Kämpfern mit deutschem Pass aus.

In Hamburg zählen 122 Frauen zur salafistischen Szene

"Rückkehrer aus Syrien und Irak stehen nach wie vor im besonderen Fokus des Verfassungsschutzes und weiterer Sicherheitsbehörden, da sie zumeist wieder in die hiesige salafistische Szene eintauchen", sagte Haase. Zu dieser Szene rechnet der Verfassungsschutz in Hamburg 776 Menschen. 422 von ihnen gelten als Dschihadisten, also als Befürworter von Gewalt im sogenannten Heiligen Krieg.

Frauen sind in der Szene in der Minderheit. Die Zahl der ausgereisten Salafistinnen gibt der Verfassungsschutz mit 17 an. Von diesen Frauen seien drei zurückgekehrt. Sie hätten weniger als fünf Kinder mitgebracht. In Hamburg zählt der Verfassungsschutz 122 Frauen zur salafistischen Szene, 32 von ihnen sollen Dschihadistinnen sein.