Hamburg

Frühlingswetter im Norden lockt in Cafés und an die Küste

Mützen und Schals können vielerorts im Schrank bleiben. Und auch die Aussichten für Hamburg und Umgebung sind vielversprechend.

Hamburg/Rostock/Kiel. Das frühlingshafte Wetter lockt nicht nur die Kraniche und Seeadlern aus ihren Winterquartieren: Auch viele Norddeutsche haben den strahlend blauen Himmel und die verhältnismäßig warmen Temperaturen am Sonnabend für gemütliche Stadtbummel oder sogar für Strandausflüge in beliebte Kurorte genutzt.

Der große Zulauf an den Küsten blieb am Werktag zunächst jedoch noch aus: Am Timmendorfer Strand (Kreis Ostholstein) etwa schlenderten zur Mittagszeit nur wenige Menschen am Wasser entlang. Die wirklich Hartgesottenen hielten trotzdem schon mal den kleinen Zeh ins Wasser, vereinzelt ließen sich "Stand-Up"-Paddler über das Wasser treiben. Auch am weitläufigen Strand von St. Peter-Ording (Kreis Nordfriesland) verloren sich die Spaziergänger auf der stellenweise bis zu zwei Kilometer breiten Sandbank. An der Nordsee erreichten die Temperaturen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) Tageshöchstwerte von neun Grad.

"Die Leute sind spürbar hungrig nach Sonne"

Ähnliche Bilder boten sich auch im mecklenburgischen Seeheilbad Graal-Müritz (Kreis Rostock), wo zur Mittagszeit kaum Betrieb herrschte, wie auf Webcams zu sehen war. Deutlich reger ging es hingegen in den Einkaufsstraßen und Flaniermeilen der Städte zu. "Es ist deutlich mehr los auf den Straßen. Die Leute sind spürbar hungrig nach Sonne", berichtete eine Sprecherin der Kieler Polizei. Wer den Weg an die Küsten nicht auf sich nehmen wollte, vergnügte sich bei bis zu 15 Grad stattdessen einfach in der Innenstadt beim Shoppen – oder im Café.

"Wir haben jetzt schon ein volles Haus, es gibt keine freien Terrassenplätze mehr", sagte die Restaurantleitung vom "Café Wichtig" in Scharbeutz (Kreis Ostholstein) gegen 13 Uhr. "Da sind viele Tagesausflügler dabei, auch aus Hamburg und Umgebung". Im Hamburger "AlsterCliff" wurden Sonnenplätze zur Mittagszeit zur Mangelware. "Tolles Wetter, gute Laune, gute Stimmung. Die Gäste freuen sich, das sie nach trüben Tagen endlich mal wieder rauskommen", sagte ein Mitarbeiter.

Hamburger Eisdielen vorzeitig geöffnet

Zudem öffneten am Wochenende viele Hamburger Eisdielen vorzeitig ihre Türen. So hate etwa die Kette Eis Schmidt ihre Filiale an der Ottenser Hauptstraße bereits am Freitag zum ersten Mal geöffnet, auch im benachbarten Eiscafé Venezia brummte schon das Geschäft.

Verantwortlich für die vor-frühlingshaften Temperaturen ist laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes das Hochdruckgebiet "Dorit" über den Alpen. "Der Februar sollte der kälteste Monat sein, wir müssten also eigentlich Schnee schippen und Eis kratzen", sagte ein Meteorologe des DWD in Hamburg. Stattdessen blühten etwa in Hamburg schon an vielen Stellen Krokusse – obwohl das Krokusblütenfest eigentlich erst Mitte März gefeiert wird.

Wo das Eis besonders gut schmeckt

Zwei Wochen Wärme in Hamburg

Wetterfeste Hamburger joggten zudem in kurzen Shorts oder fuhren mit offenem Cabriolet herum. Auch am Sonntag verspricht bei Temperaturen von bis zu 14 Grad wieder frühlingshaft schön zu werden. Und das Beste dabei: Die Hochdrucklage ist so stabil, dass die ungewöhnlich hohen Temperaturen bis Anfang März anhalten könnten.

"Wir gehen im Augenblick davon aus, dass die Tageshöchstwerte bis zum 3. März immer im zweistelligen Bereich in Hamburg liegen werden", so Jung. "Das ist für die Jahreszeit schon ausgesprochen ungewöhnlich." Zwar wird es Mitte kommender Woche erst einmal wieder etwa trüb, spätestens am darauffolgenden Wochenende soll die Sonne dann aber mit Werten von bis zu 15 Grad zurückkehren.