Dienstwagen

Wie umweltfreundlich sind die Kirchenfürsten unterwegs?

Erzbischof Stefan Heße (Archivbild)

Erzbischof Stefan Heße (Archivbild)

Foto: Klaus Bodig

Deutsche Umwelthilfe untersuchte, mit welchen Dienstwagen Kirchenvertreter chauffiert werden. So schneidet Hamburgs Erzbischof ab.

Hamburg. Sie predigen Umweltschutz und Schöpfungsbewahrung – und sind selbst mit den größten Klimakillern unterwegs. Zum siebten Mal hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) untersucht, mit welchen Dienstwagen deutsche Kirchenvertreter chauffiert werden. Im Mittelpunkt des jetzt vorgelegten Rankings stehen Erzbischöfe, Bischöfe und andere geistliche Würdenträger in 47 Bistümern und Landeskirchen, evangelisch und katholisch.

Spitzenplatz belegt Erzbischof Stefan Heße

Am schlechtesten schneidet bundesweit das Fahrzeug von Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen ab. Ihr Dienstschlitten, ein BMW 740Le, weise einen realen Kohlendioxid-Ausstoß von 238 g/km auf. Mit dem "realen CO2-Ausstoß" wurden nach DUH-Angaben erstmals nicht mehr die Herstellerangaben berücksichtigt.

Den besten und klimafreundlichsten Spitzenplatz belegt in diesem Jahr Hamburgs katholischer Erzbischof Stefan Heße. Sein VW Golf Variant mit Erdgasantrieb führt mit einem realen CO2-Ausstoß von 123 g CO2/km als besonders umweltbewusst die Umfrage an. An zweiter Stelle rangiert der Dienstwagen des Kirchenführers der Lippischen Landeskirche.

Hamburgs Bischöfin mit Diesel

Hamburgs und Lübecks Bischöfin Kirsten Fehrs nutzt als Dienstwagen einen BMW 220d Gran Tourer. Weil Fehrs keine Landesbischöfin, sondern eine Regionalbischöfin ist, wird sie in der Kategorie "CO2-Ausstoß der Dienstwagen der Leitungsebene deutscher Kirchen 2018" geführt. Der reale Kohlendioxid-Ausstoß liegt bei diesem Fahrzeug nach DUH-Angaben bei 177 g/km. Die Umweltschützer kritisieren aber, dass es sich dabei um ein Dieselfahrzeug handele. Es sei "erschreckend", dass mehr als die Hälfte der Befragten mit einem Diesel unterwegs seien, kritisiert Barbara Metz, stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin.

Schlusslicht ist ebenfalls der Dienstwagen des hannoverschen Landesbischofs Ralf Meister. Sein Audi Q7 3.0 Diesel Plug-Hybrid mit einer Leistung von 275 kW und einem realen CO2-Ausstoß von 225g/km sei der "klimaschädlichste Diesel", hieß es. Auf einer Tagung des Kirchenparlaments im Juni hatte Meister zu mehr Klimaschutz und Umweltbewusstsein aufgerufen. Dazu könne auch die Landeskirche noch mehr beitragen, sagte er.