Wirtschaftsinstitutionen

Weitere Rücktritte bei Hamburger Handelskammer

Blick auf die Handelskammer in Hamburg.

Blick auf die Handelskammer in Hamburg.

Foto: dpa

Hamburg. Die Hamburger Handelskammer kommt nicht zur Ruhe. Drei Tage nach dem Rücktritt von Präses Tobias Bergmann haben auch vier von dessen sechs Stellvertretern ihren Rückzug angekündigt. In einer Sondersitzung des Plenums solle am 24. Januar 2019 eine neue Spitze der Kammer gewählt werden, teilte das Präsidium der Interessenvertretung der Hamburger Wirtschaft am Dienstag mit.

Neben dem kommissarischen Präses André Mücke wollen demnach auch Diana Rickwardt, Kai Elmendorf und Torsten Teichert den Weg für einen Neustart freimachen. Zuvor hatte laut einem Tweet der Handelskammer bereits Vizepräses Johann Killinger seinen Rücktritt erklärt, so dass - Stand Dienstagmittag - nur Vizepräses Christine Stumpf sich nicht in derartiger Form geäußert hat.

Ziel der Neuwahlen sei es, das neue Präsidium durch eine breite Legitimation zu stärken und uneingeschränkt handlungsfähig zu machen, hieß es in der Erklärung von Mücke und Co. "Wir erhoffen uns von diesem Schritt, dass er in der Führung Kräfte freisetzt, um den Reformkurs der Handelskammer fortzusetzen."

Laut Satzung besteht die Option einer kompletten Neuwahl des Plenums, wie wiederholt von Kritikern des jetzigen Präsidiums gefordert worden war, nicht, hieß es in der Stellungnahme. "Die Wahlordnung sieht es zwingend vor, dass die Wahlperiode nicht verkürzt wird."

Sie würden bis zur Niederlegung ihrer Ämter am 24. Januar den Neustart des zukünftigen Präsidiums vorbereiten und unterstützen, teilten die vier Vizepräses am Dienstag mit. Und: "Wir behalten uns vor, erneut als Vizepräses oder Präses zu kandidieren."

Der bisherige Präses Bergmann war am Samstag zurückgetreten. Der umstrittene Wirtschaftsvertreter war im vergangenen Jahr angetreten, um die Zwangsbeiträge abzuschaffen - das gelang ihm aber nicht. "Ich konnte die Reformen nicht mit dem richtigen Tempo voranbringen", hatte Bergmann im "Hamburger Abendblatt" gesagt. Die Handelskammer vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von etwa 160 000 Unternehmen gegenüber Politik und Verwaltung.