Prozess

Fünf Jahre Haft für mutmaßlichen Terroristen gefordert

Der Angeklagte Yamen A. (20) neben seinem Verteidiger Wolfgang Ferner.

Der Angeklagte Yamen A. (20) neben seinem Verteidiger Wolfgang Ferner.

Foto: Markus Scholz / dpa

Mit einer Autobombe wollte der Angeklagte offenbar mehr als 200 Menschen töten oder verletzen und die "Ungläubigen" hart treffen.

Hamburg/Schwerin. Der vor einem Jahr in Schwerin festgenommene Syrer Yamen A. soll nach dem Willen der Bundesanwaltschaft wegen Vorbereitung eines islamistischen Terroranschlags für fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis. Der Prozess vor dem Staatsschutzsenat am Oberlandesgericht in Hamburg habe die Vorwürfe der Anklage in vollem Umfang bestätigt, erklärten die beiden Staatsanwältinnen am Dienstag.

Der 20-jährige Flüchtling habe sich der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat schuldig gemacht. Mit einer Autobombe habe er mehr als 200 Menschen töten oder verletzen und die "Ungläubigen" hart treffen wollen.

Mit Sprengstoff experimentiert

Wann genau sich Yamen A. radikalisiert habe, sei unklar. Er sei 2015 nach Deutschland gekommen und habe in Schwerin regelmäßig die Moschee besucht. Über das Internet habe er sich intensiv mit dem islamischen Glauben und der Propaganda des Islamischen Staates beschäftigt.

Der Angeklagte hatte ganz zum Ende der Beweisaufnahme bestritten, einen Anschlag in Deutschland oder anderswo geplant zu haben. Zwar habe er einmal mit Sprengstoff in seiner Schweriner Wohnung experimentiert. Doch das habe er nur gemacht, weil er an der Seite der Rebellen in Syrien gegen Machthaber Baschar al-Assad kämpfen wollte. Sein Anwalt will sein Plädoyer am nächsten Dienstag halten. Das Urteil könnte am 23. oder 30. November verkündet werden.